Die Geschworenen in Bergamo verurteilten den 31-jährigen Moussa Sangare zu lebenslanger Freiheitsstrafe wegen des brutalen Mordes an Sharon Verzeni. Das Verbrechen ereignete sich im Juli 2024, als die Frau nachts in der Ortschaft Terno d’Isola spazieren ging. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte mit vollem Bewusstsein handelte, und wies die Argumente der Verteidigung über Schuldunfähigkeit zurück. Das Urteil wurde nach kurzer Beratung verkündet und gab der Staatsanwaltschaft Recht, die die Höchststrafe für eine aus „Langeweile“ motivierte Tat gefordert hatte.
Urteil auf Lebenslange Haft
Moussa Sangare wurde zur Höchststrafe für die Ermordung von Sharon Verzeni ohne erkennbares Motiv verurteilt.
Abgelehnte Schuldunfähigkeit
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Täter sich seiner Taten bewusst war und mit Vorsatz handelte, indem er den Angriff plante.
Motivation des Täters
Die Staatsanwaltschaft wies nach, dass der Mord aus „Langeweile“ und dem Wunsch, mörderische Neugier zu befriedigen, begangen wurde.
Der Prozess um den Mord an Sharon Verzeni fand vor Gericht in Bergamo sein Ende und brachte ein strenges Urteil für den Täter, der die öffentliche Meinung in Italien erschütterte. Moussa Sangare, ein italienischer Staatsbürger malischer Herkunft, wurde zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt, der höchstmöglichen Strafe nach italienischem Strafgesetzbuch. Das Gericht teilte voll und ganz die Position des Staatsanwalts Emanuele Marchisio, der in seiner Schlussrede argumentierte, Sangare habe die 35-jährige Frau nur ermordet, um „sein eigenes Ego zu befriedigen“ und herauszufinden, wie es sich anfühlt, einen Menschen zu töten. Die Ermittler betonten von Anfang an, dass das Opfer zufällig gewählt war und der Täter jeden suchte, an dem er seine mörderischen Triebe auslassen konnte. Sangare versetzte Sharon vier Messerstiche, als sie nachts spazieren ging, um ihre körperliche Fitness zu pflegen. Unmittelbar nach dem Angriff floh der Täter mit dem Fahrrad, was von städtischen Überwachungskameras aufgezeichnet wurde. Ein entscheidendes Element des Verfahrens war die Frage der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten. Die Verteidigung Sangares versuchte nachzuweisen, dass der Mann unter psychischen Störungen leidet, was das Strafmaß hätte mildern sollen. Das Gericht wies diese Linie jedoch zurück und stützte sich auf Gutachten sowie auf das Verhalten des Täters nach der Tat, der versuchte, die Tatwerkzeuge zu verstecken und Spuren zu verwischen. Vor der Urteilsverkündung verließ Sangare kurz den Gerichtssaal und behauptete, sich für unschuldig zu halten, was die Familie des Opfers als Zeichen völliger Reuelosigkeit und Zynismus wertete. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete die Motivation des Täters als erschreckend in ihrer Einfachheit – ein Mord aus bloßer Tötungslust, ohne jeden persönlichen Konflikt zwischen den Parteien. Das Urteil umfasst auch die Verpflichtung zur Zahlung von Entschädigungen an die Familienmitglieder der ermordeten Barkeeperin. Das italienische Rechtssystem sieht lebenslange Haft für vorsätzliche Morde mit besonderer Grausamkeit vor, wobei diese strengen Sanktionen noch auf die Tradition des Rocco-Kodex aus den 1930er Jahren zurückgehen, obwohl die Bedingungen für eine vorzeitige Entlassung im Laufe der Zeit gelockert wurden. Die Reaktion der Familie von Sharon Verzeni nach der Urteilsverkündung war voller Schmerz und Erleichterung. Ihr Lebenspartner, Sergio Ruocco, der zeitweise fälschlicherweise von der Öffentlichkeit verdächtigt worden war, verbarg seine Rührung nicht. Die Eltern des Opfers, die im Gerichtssaal anwesend waren, nahmen das Urteil mit Tränen in den Augen entgegen und betonten, dass keine Strafe ihrer Tochter das Leben zurückbringen könne, aber Gerechtigkeit sei geschehen. Der Anwalt der Familie stellte in deutlichen Worten fest, dass Sangare einfach „beschlossen hatte, ein Mörder zu sein“, und wies alle Versuche zurück, die Tat durch externe oder gesellschaftliche Faktoren zu rechtfertigen. Der Fall löste in Italien eine breite Debatte über die öffentliche Sicherheit in Kleinstädten und Integration aus, obwohl die Staatsanwaltschaft konsequent vermied, dem Verbrechen einen politischen Charakter zu geben, und sich auf das psychologische Profil des Täters als aggressive und asoziale Einzelperson konzentrierte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, und die Verteidigung wird wahrscheinlich Berufung einlegen, in der Hoffnung auf eine erneute Prüfung des psychischen Zustands des Verurteilten.
Mentioned People
- Moussa Sangare — 31-jähriger Täter des Mordes, zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.
- Sharon Verzeni — 35-jähriges Mordopfer, im Juli 2024 während eines nächtlichen Spaziergangs ermordet.
- Emanuele Marchisio — Leitender Staatsanwalt in dem Fall, der lebenslange Haft für den Angeklagten forderte.
- Sergio Ruocco — Lebenspartner der ermordeten Sharon Verzeni.