Das deutsche Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das den Abschuss von Wölfen drastisch erleichtert, indem es sie in das Bundesjagdgesetz aufnimmt. Die neuen Vorschriften, die von der Regierungskoalition und der AfD unterstützt werden, beenden eine jahrzehntelange Phase strengen Schutzes. Die Entscheidung ist eine Reaktion auf das rasante Bevölkerungswachstum der Raubtiere und die zunehmende Zahl sporadischer Angriffe auf Nutztiere, was viele Betriebe, insbesondere in Norddeutschland, in finanzielle Schwierigkeiten gebracht hat.
Wolf wird Jagdwild
Das deutsche Parlament hat den Wolf formal in den bundesweiten Katalog der Tiere aufgenommen, auf die unter bestimmten Bedingungen legal gejagt werden darf.
Vereinfachung des Abschusses
Die neuen Vorschriften beseitigen die Notwendigkeit, im Einzelfall die Schuld eines bestimmten Individuums nachzuweisen, bevor eine Genehmigung für dessen Tötung erteilt wird.
Bündnis von SPD und AfD
Die kontroverse Abstimmung vereinte die Regierungskoalition mit der rechtspopulistischen Opposition und löste eine breite Debatte über die Richtung der deutschen Umweltpolitik aus.
Proteste von Umweltschützern
Die Organisationen WWF und BUND kündigten an, die Auswirkungen des neuen Gesetzes zu überwachen und möglicherweise Beschwerde bei europäischen Institutionen einzulegen.
Der Bundestag hat eine historische Entscheidung zur Änderung des rechtlichen Status des Wolfs getroffen und ihn aus der Kategorie der streng geschützten Arten in die Gruppe des jagdbaren Wildes verschoben. Die Novelle der Bundesvorschriften vereinfacht das Verfahren zur Beseitigung problematischer Individuen erheblich und beseitigt den bisherigen, mühsamen bürokratischen Weg. Bisher erforderte jeder Abschuss eine individuelle Genehmigung, die durch Nachweise über die Unwirksamkeit anderer Herdenschutzmethoden vorausgegangen sein musste. Nun erhalten die Landesregierungen weitreichende Befugnisse zur Regulierung der Populationsgröße, was in der Praxis die Wiederaufnahme regelmäßiger Jagden bedeutet. Wölfe wurden im 19. Jahrhundert durch massenhafte Bejagung und die Zerstörung ihrer Lebensräume auf dem Gebiet Deutschlands vollständig ausgerottet. Die Rückkehr der Art begann erst im Jahr 2000, als in Sachsen die ersten Rudel beobachtet wurden, die aus polnischem Gebiet einwanderten. Die Abstimmung im Parlament offenbarte eine ungewöhnliche politische Konstellation, bei der die Regierungskoalition (SPD, Grüne, FDP) von der oppositionellen AfD unterstützt wurde, während Teile der Umweltorganisationen widersprachen. Statistiken vom Anfang des Jahres 2026 zeigen einen alarmierenden Anstieg der Verluste bei Schaf- und Rinderzüchtern in Hamburg und Schleswig-Holstein. Gegner der Reform, darunter der WWF, betonen, dass allein im vergangenen Jahr präventiv 25 Tiere getötet wurden, was beweise, dass das bisherige System funktionierte. Aktivisten warnen, dass Massenjagden die Sozialstrukturen der Rudel zerstören könnten, was paradoxerweise zu einer größeren Zahl von Angriffen auf Nutztiere durch junge, unerfahrene Wölfe führen könnte. Der Schutz des Wolfs in Europa basiert auf der Berner Konvention von 1979 und der FFH-Richtlinie der EU, die diese Art als Schlüssel für den Erhalt der biologischen Vielfalt von Waldökosystemen anerkennen. Die Bundesregierung argumentiert, dass die Wolfspopulation in Deutschland ein stabiles Niveau erreicht habe, das nicht mehr vom Aussterben bedroht sei, und dass die Sicherheit der Bevölkerung und die Stabilität der Landwirtschaft Priorität haben müssten. Das neue Gesetz sieht vor, dass der Abschuss nicht nur bei aggressiven Individuen, sondern auch zur allgemeinen Reduzierung der Populationsdichte in einem bestimmten Gebiet möglich sein wird. Länder wie Bayern haben bereits eine schnelle Umsetzung der Vorschriften angekündigt, um die traditionelle alpine Weidewirtschaft zu schützen. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass das Gesetz beim Europäischen Gerichtshof als Verstoß gegen EU-Recht angefochten werden könnte.
Mentioned People
- Cem Özdemir — Der Bundeslandwirtschaftsminister, der die Änderungen im Management der Raubtierpopulation unterstützt.