Das erste Treffen des von Donald Trump initiierten "Board of Peace" (Rates für Frieden) hat eine Welle der Kontroversen in Europa ausgelöst. Während Minister Antonio Tajani als Beobachter an den Beratungen teilnahm, fordern Führer von Minderheitsfraktionen im Europaparlament, dass sich die Europäische Kommission von dieser Initiative distanziert. Gleichzeitig warnt das Pentagon die Europäische Union davor, ihre eigene Rüstungsindustrie auf Kosten amerikanischer Vertragspartner zu bevorzugen, was die transatlantischen Beziehungen verschärft.
Kontroversen um den Friedensrat
Die Fraktionen S&D und Renew fordern von der EU-Kommission Aufklärung über die Teilnahme der Kommissarin Šuica an dem neuen Gremium Trumps.
Warnung aus dem Pentagon
Die USA drohen mit einer Beschränkung des Zugangs für europäische Firmen, sollte die EU Präferenzen für Hersteller aus Europa einführen.
Position der Hamas
Die Organisation lässt die Präsenz von Friedenstruppen zur Überwachung des Waffenstillstands zu, schließt jedoch Einflussnahme auf die Regierungsführung aus.
Beziehungen Italien-Deutschland
Die Minister Tajani und Wadephul erklären trotz fehlenden EU-Konsenses ihre Zusammenarbeit beim Wiederaufbau Gazas.
Die Initiative Donalda Trumpa mit dem Namen Board of Peace, die eine Lösung des Konflikts im Gazastreifen zum Ziel hat, ist zum Zündstoff einer tiefen Spaltung innerhalb der Europäischen Union geworden. Der italienische Außenminister Antonio Tajani berichtete nach der Teilnahme an der Eröffnungssitzung in Washington seinem deutschen Amtskollegen Johannes Wadephul über den Verlauf der Gespräche. Italien und Deutschland erklären gemeinsames Engagement für den Wiederaufbau Gazas und humanitäre Hilfe, doch die Form des Rates selbst wird von der europäischen Linken und Liberalen scharf kritisiert. Die Gruppen S&D, Renew Europe und Die Grünen haben einen Brief an Ursula von der Leyen gerichtet und die Teilnahme der Kommissarin Dubravka Šuica an dem Treffen als "schweren Fehler" und als Handeln ohne Mandat des Rates der EU bewertet. Die Lage wird zusätzlich durch die Position der Hamas verkompliziert, die ihre Bereitschaft erklärt hat, internationale Friedenstruppen aufzunehmen, jedoch unter der Bedingung, dass keine Einmischung in innere Angelegenheiten des Territoriums erfolgt. Der Vatikan hingegen hat beschlossen, nicht an den Arbeiten des Rates teilzunehmen, was auf Bedauern im Weißen Haus stieß. Kritiker behaupten, der private Charakter des von einem ehemaligen US-Präsidenten geleiteten Gremiums untergrabe die Autorität der Vereinten Nationen und diene partikularen politischen und geschäftlichen Interessen, nicht der tatsächlichen Friedensstiftung. Seit der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 haben zahlreiche Friedensinitiativen der US-Regierungen wiederholt die offiziellen UN-Kanäle umgangen, was zu Spannungen zwischen Washington und Brüssel führte.Parallel dazu wächst ein handels- und militärpolitischer Streit. Das US-Verteidigungsministerium hat eine Warnung an die europäischen Staaten gerichtet und sich gegen Klauseln der "Buy European"-Politik im Rüstungssektor ausgesprochen. Washington droht mit Vergeltungsmaßnahmen, sollten amerikanische Firmen von europäischen Verträgen ausgeschlossen werden. Gleichzeitig ruft Frankreich angesichts der von den USA angekündigten 10-prozentigen Importzölle zur Einheit auf und behauptet, Brüssel verfüge über geeignete Instrumente, um auf amerikanischen Protektionismus zu reagieren.
Mentioned People
- Donald Trump — Gründer und Vorsitzender des Board of Peace.
- Antonio Tajani — Vizepremier und Außenminister Italiens.
- Dubravka Šuica — Kroatische Politikerin, EU-Kommissarin, die am Board of Peace teilnahm.