Belit Onay, Oberbürgermeister von Hannover, hat gemeinsam mit einer Gruppe von Bundestagsabgeordneten Innenminister Alexander Dobrindt aufgefordert, die Finanzierung von Integrationskursen für Migranten sofort wieder aufzunehmen. In einem Brief, der an Nachrichtenagenturen ging, weisen die Politiker darauf hin, dass die Entscheidung zu Budgetkürzungen negative Folgen für Geflüchtete, Kursanbieter und lokale Integrationsbemühungen habe. Der Appell wurde auch von der Landesregierung Niedersachsens unterstützt.
Appell zur Wiederaufnahme der Finanzierung
Eine Gruppe von Politikern fordert von Minister Dobrindt die dringende Wiederherstellung der Mittel für Sprach- und Integrationskurse für Migranten.
Folgen der Budgetkürzungen
Die Aussetzung der Finanzierung erschwert Geflüchteten den Zugang zu Bildung, gefährdet die Existenz von Kursanbietern und schwächt die Integration auf kommunaler Ebene.
Breite politische Unterstützung
Die Initiative von Bürgermeister Onay, einem Politiker der Grünen, wurde von Abgeordneten der SPD, der Grünen und der Linken sowie von der niedersächsischen Landesregierung unterstützt.
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay hat die Entscheidung der Bundesregierung zu Kürzungen im Budget für Integrationskurse für Migranten scharf kritisiert. In einem Brief an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt appellierten Onay und eine Gruppe von Parlamentariern der SPD, der Grünen und der Linken für eine sofortige Wiederaufnahme der Finanzierung und die vollständige Wiederherstellung des Zugangs zum Sprach- und Integrationsangebot. Integrationskurse, also staatliche Integrationskurse, sind in Deutschland seit Beginn des 21. Jahrhunderts ein Grundpfeiler der Migrationspolitik. Sie wurden 2005 gesetzlich geregelt und haben zum Ziel, neu angekommenen Migranten die deutsche Sprache zu lehren sowie grundlegendes Wissen über Geschichte, Kultur und das Rechtssystem des Landes zu vermitteln.Die Politiker argumentieren, dass die Mittelstreichung gleich drei Gruppen treffe. Erstens verhindere sie, dass Geflüchtete und Migranten die für ein selbstständiges Leben auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft notwendigen Schlüsselkompetenzen erwerben. Zweitens gefährde sie die Existenz zahlreicher Kursanbieter, deren Tätigkeit auf dieser Finanzierung basiere. Drittens schwäche sie die langfristigen Bemühungen der Kommunen, für die die Integration neuer Einwohner eine zentrale gesellschaftliche und wirtschaftliche Aufgabe sei. „Diese Entscheidung hat weitreichende Folgen für Geflüchtete, für die Kursträger und für unsere Integrationsbemühungen auf kommunaler Ebene” — Belit Onay und die Mitunterzeichner Die Initiative des Grünen-Politikers fand breite Resonanz. Dem Appell schlossen sich Abgeordnete aus drei oppositionellen linksgerichteten und mitte-links Parteien an, was auf einen parteiübergreifenden Charakter des Widerstands gegen diese konkrete Sparmaßnahme hindeutet. Bedeutsam ist, dass sich zuvor bereits die niedersächsische Landesregierung, zu der Hannover gehört, mit einer ähnlichen Position an Minister Dobrindt gewandt hatte, nachdem Informationen über die Kürzungen öffentlich geworden waren. Diese Abstimmung zwischen Landes- und kommunaler Ebene unterstreicht das Ausmaß der Besorgnis über die auf Bundesebene getroffene Entscheidung. Der Streit fügt sich in eine breitere Debatte über die Prioritäten der deutschen Migrationspolitik und den Verantwortungsbereich der verschiedenen Regierungsebenen für den Integrationsprozess ein.
Mentioned People
- Belit Onay — Oberbürgermeister von Hannover, Politiker der Partei Bündnis 90/Die Grünen, Initiator des Briefes an Minister Dobrindt.
- Alexander Dobrindt — Bundesinnenminister Deutschlands, Politiker der Christlich-Sozialen Union (CSU), Adressat der Kritik.