Der spanische Generalrat der Pflegeberufe (Consejo General de Enfermería) warnt vor einer schweren Krise in Pflegeheimen für ältere Menschen. Fehlende verbindliche Vorschriften und statistische Daten machen es unmöglich, eine angemessene Anzahl qualifizierter Pflegekräfte sicherzustellen. Laut einem Bericht der Institution führen Personalmangel und unzureichende Beschäftigungsbedingungen, einschließlich Tarifverträgen für die Hotellerie, direkt zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands und der Lebensqualität der Senioren. Experten fordern vom Gesundheitsministerium eine umfassende Analyse der Situation und dringende Reformen.

Fehlende Daten und Regelungen

Der spanische Generalrat der Pflegeberufe betont das völlige Fehlen offizieller Daten über die Anzahl der in Pflegeheimen arbeitenden Pflegekräfte und ihre Arbeitsbedingungen. Es gibt auch keine präzise gesetzliche Regelung, die eine verpflichtende Anwesenheit dieser Fachkräfte in den Einrichtungen garantieren würde, was die Überwachung und Verbesserung der Situation erschwert.

Gefahr für die Gesundheit von Senioren

Eine unzureichende Anzahl an Pflegekräften wirkt sich direkt auf die Verschlechterung der Pflege älterer Menschen aus. Der Bericht weist darauf hin, dass unangemessene Personalbesetzungsquoten eine schnellere Verschlechterung des Gesundheitszustands der Bewohner, mehr Leid und eine allgemeine Senkung der Lebensqualität in ihrer letzten Lebensphase bedeuten.

Unangemessene Beschäftigungsbedingungen

Pflegekräfte, einschließlich geriatrischer Fachkräfte nach sechs Jahren Ausbildung, werden oft auf Basis von Tarifverträgen für die Hotellerie beschäftigt, insbesondere im privaten Sektor. Solche Praktiken, zusammen mit unattraktiven Vergütungsbedingungen und Karrierewegen, schrecken qualifiziertes Personal von der Arbeit in Pflegeheimen ab.

Forderungen an das Ministerium

Experten und Vertreter der Pflege-Selbstverwaltung haben vom Gesundheitsministerium eine detaillierte Untersuchung der Situation gefordert. Ihr Ziel soll die Entwicklung öffentlicher Politiken sein, die eine angemessene Anwesenheit und den rechtlichen Schutz von Pflegekräften in Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen garantieren.

Das spanische System der Altenpflege in Pflegeheimen steht vor einer schweren Personalkrise, die mit einem Mangel und schlechten Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zusammenhängt. Das Hauptproblem, auf das der veröffentlichte Bericht des spanischen Generalrats der Pflegeberufe (CGE) und des Instituts für spanische Pflegeforschung (IEIE) hinweist, ist das völlige Fehlen verlässlicher statistischer Daten. Es ist nicht bekannt, wie viele Pflegekräfte tatsächlich fehlen oder nach welchen Bedingungen sie angestellt sind. In Spanien, wie in vielen anderen europäischen Ländern, stellt die alternde Gesellschaft das System der Langzeitpflege vor immer größere Herausforderungen. Die steigende Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen erfordert angemessen ausgebildetes und zahlreiches medizinisches Personal, dessen Mangel seit Jahren beobachtet wird. Das Fehlen transparenter gesetzlicher Regelungen macht ein effektives Management dieses Sektors unmöglich. Diego Ayuso, Generalsekretär des Rates, bewertet, dass die derzeitigen, sehr unterschiedlichen und allgemein niedrigen Pflegebesetzungsquoten „die Lebens- und Pflegequalität für Menschen mit dem größten Pflegebedarf in Frage stellen”. Die Folgen sind direkt und gravierend: Laut Bericht führt eine unzureichende Zahl an Pflegekräften zu einer schnelleren Verschlechterung des Gesundheitszustands der Pflegeheimbewohner und erhöht deren Leiden. Ein zusätzliches, eklatantes Problem sind die Beschäftigungsbedingungen. Obwohl eine auf Geriatrie spezialisierte Pflegekraft ein vierjähriges Bachelor-Studium sowie eine zweijährige Fachausbildung absolvieren muss, arbeiten viele von ihnen auf Basis von Tarifverträgen, die für die Hotellerie bestimmt sind. Diese Praxis ist laut dem Rat, obwohl statistisch nicht belegt, weit verbreitet, insbesondere im privaten Sektor, der 85,8 % der Einrichtungen ausmacht. Unattraktive finanzielle Bedingungen und fehlende Berufsperspektiven schrecken qualifizierte Pflegekräfte effektiv von der Arbeit in diesem Sektor ab und begünstigen gleichzeitig das Phänomen des „Eindringens” in den Beruf durch Personen mit niedrigeren Qualifikationen. „Nuestra responsabilidad como sociedad es cuidar a las personas mayores y personas dependientes en general y la respuesta que estamos dando a esta necesidad de cuidado no es la adecuada” (Unsere Verantwortung als Gesellschaft ist es, ältere und allgemein pflegebedürftige Menschen zu versorgen, und die Antwort, die wir auf diesen Pflegebedarf geben, ist nicht angemessen) — Vizepräsidentin des spanischen Generalrats der Pflegeberufe (CGE). Als Antwort auf diese Herausforderungen hat die Pflegegemeinschaft das Gesundheitsministerium aufgefordert, dringend eine umfassende Untersuchung der Situation durchzuführen. Ihre Ergebnisse sollen dazu dienen, wirksame politische Maßnahmen zu entwickeln, die angemessenen rechtlichen Schutz und die Anwesenheit von Pflegekräften in Pflegeheimen gewährleisten, was angesichts der fortschreitenden Alterung der spanischen Gesellschaft unerlässlich ist.

Mentioned People

  • Diego Ayuso — Generalsekretär des spanischen Generalrats der Pflegeberufe (CGE), der niedrige Personalbesetzungsquoten kritisiert.
  • Guadalupe Fontán — Koordinatorin des Instituts für spanische Pflegeforschung (IEIE), die das Fehlen nationaler Regelungen kommentiert.
  • Raquel Rodríguez — Vizepräsidentin des spanischen Generalrats der Pflegeberufe (CGE), die die gesellschaftliche Verantwortung für die Pflege von Senioren betont.