Kanzler Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder demonstrierten Einigkeit beim 38. CDU-Parteitag in Stuttgart. Merz, der erneut zum Parteivorsitzenden gewählt wurde, stellte einen ambitionierten Plan für Sozialreformen vor, der bis Ende des Jahres ausgearbeitet werden soll. Während die Unionsparteien ihre innere Harmonie feierten, erinnerte Söder den Koalitionspartner SPD an die dominierende Position der Union in der Regierung. Die Veranstaltung fand im Schatten der bevorstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt statt.

Manifest der Einheit von Merz und Söder

Die Führer von CDU und CSU bekundeten volle Zusammenarbeit, was die Phase innerer Machtkämpfe im Lager der deutschen Union beendet.

Offensive für Sozialreformen

Der Kanzler kündigte an, einen vollständigen Plan für den Umbau der Renten- und Gesundheitssysteme bis Ende Dezember 2026 vorzulegen.

Beibehaltung der Schuldendisziplin

Friedrich Merz schloss eine erneute Novellierung der Schuldenbremse vor den Wahlen 2029 aus und setzt auf fiskalische Stabilität.

Verteidigung der Bannmeile

Schlüsselpolitiker der Union lehnten alle Kooperationsangebote mit der AfD ab, trotz Drucks aus der Basis in Ostdeutschland.

Der in Stuttgart zu Ende gegangene CDU-Parteitag wurde zu einer Machtdemonstration Friedrich Merz', der ein starkes Mandat für die weitere Führung der Partei erhielt. Die größte Überraschung war das Ausmaß der Loyalität, das der bayerische CSU-Chef Markus Söder bekundete. Der bayerische Landesvater unterstützte Merz nicht nur, sondern schlug offen eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem amtierenden Kanzler auch nach der nächsten Bundestagswahl vor. Söder nutzte die Stuttgarter Bühne für einen scharfen Angriff auf die extremen Parteien AfD und Die Linke und erinnerte den kleineren Koalitionspartner SPD daran, dass die Union die "Nummer eins" im derzeitigen Regierungsgefüge sei. In wirtschaftspolitischen Fragen bekräftigte Kanzler Merz den Vorrang der Haushaltsdisziplin. Trotz der im März 2025 durchgeführten Reform der Schuldenbremse und der Einrichtung eines Sondervermögens schloss der Regierungschef eine weitere Lockerung der Kreditaufnahmegrenzen vor Ende der laufenden Legislaturperiode 2029 entschieden aus. Merz kündigte zudem einen präzisen Zeitplan für Reformen der Renten- und Gesundheitssysteme an. Erste konkrete Vorschläge für Veränderungen im Gesundheitswesen sollen Ende März vorgelegt werden, das gesamte Paket der Sozialreformen soll bis Dezember dieses Jahres fertig sein. Die Beziehungen zwischen CDU und CSU, die als "Zweckgemeinschaft" bezeichnet werden, prägen seit Jahrzehnten die deutsche politische Landschaft. Die schwerste Krise ereignete sich 1976, als Franz Josef Strauß mit dem Abbruch der Zusammenarbeit mit der CDU auf Bundesebene drohte, was zur Entstehung zweier separater bundesweiter Parteien geführt hätte. Ein wichtiger Punkt der Beratungen war die Frage der Sicherheit und des Umgangs mit Oppositionsparteien. Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, und andere prominente CDU-Politiker wie Jens Spahn bekräftigten entschieden die Aufrechterhaltung des Bannmeile gegenüber der AfD. Diese Erklärungen erfolgten als Antwort auf Stimmen von Teilen der lokalen Basis in den ostdeutschen Bundesländern, die eine Überprüfung dieser Politik forderten. Im internationalen Kontext erregte die Anwesenheit von Reza Pahlavi, dem Sohn des letzten Schahs des Iran, Aufmerksamkeit, der bei einer Massendemonstration von Gegnern der theokratischen Herrschaft in Teheran auf der nahegelegenen Theresienwiese auftrat. 208 posłów — Die CDU/CSU-Fraktion zählt 208 Abgeordnete gegenüber 120 Mandaten der SPD Parallel zu den Ereignissen in Stuttgart gewinnt der Wahlkampf in Berlin und anderen Regionen an Fahrt. Kai Wegner von der CDU geriet in einen heftigen Streit mit der Vorsitzenden der postkommunistischen Linken, Elif Eralp, und warf ihrer Partei Antisemitismus vor, was auf eine scharfe Reaktion der Opposition stieß. Der Parteitag in Stuttgart sollte dem Kandidaten der Union in Baden-Württemberg, Manuel Hagel, den finalen Impuls geben, die Macht im Land nach 15 Jahren Grünen-Regierung zu übernehmen.

Mentioned People

  • Friedrich Merz — Bundeskanzler Deutschlands und Vorsitzender der CDU.
  • Markus Söder — Ministerpräsident Bayerns und Vorsitzender der CSU, Verbündeter von Merz.
  • Sven Schulze — Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt für die CDU.
  • Jens Spahn — Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.