Die peruanische Regierung hat für über 700 Distrikte, die fast die Hälfte des Landes umfassen, den Ausnahmezustand verhängt, als Reaktion auf heftige Regenfälle, Überschwemmungen und Erdrutsche. Die Entscheidung wurde vom Übergangspräsidenten José María Balcázar unterzeichnet. Seit Dezember sind laut offiziellen Angaben 68 Menschen infolge des extremen Wetters ums Leben gekommen. Die heftigen Niederschläge beschädigten etwa 930 Kilometer Straßen. Küsten-El-Niño, das laut Meteorologen für diese Anomalien verantwortlich ist, wird sich voraussichtlich im März verstärken.

Ausnahmezustand in 700 Distrikten

Übergangspräsident José María Balcázar unterzeichnete ein Dekret zur Verhängung des Ausnahmezustands für über 700 Distrikte entlang der Pazifikküste, in den Anden und im peruanischen Teil des Amazonasgebiets. Der Zustand umfasst fast die Hälfte der Verwaltungseinheiten des Landes.

68 Todesopfer und Zerstörungen

Seit Dezember sind infolge von Überschwemmungen und Erdrutschen 68 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 930 Kilometer Straßen im ganzen Land wurden beschädigt. Der Ausnahmezustand soll die Finanzierung der Reparatur kritischer Infrastruktur, einschließlich Brücken, Straßen sowie Wasser- und Energienetze, beschleunigen.

Politische Verzögerung der Reaktion

Die Regierung konnte das Dekret aufgrund politischer Instabilität nicht früher verhängen. Balcázar leistete seinen Amtseid als Präsident nach der Absetzung seines Vorgängers, José Jerí, durch ein Misstrauensvotum, und sein Ministerkabinett wurde erst am Dienstag vereidigt, wodurch eine einwöchige Phase ohne Regierung beendet wurde.

El Niño als Hauptursache

Das lokale Klimaphänomen Küsten-El-Niño, das mit der Erwärmung der Ozeanwässer zusammenhängt, ist laut Meteorologen die direkte Ursache für die heftigen Niederschläge. Die Regierung warnt, dass sich das Land derzeit in der „frühen Phase” dieses Wetterphänomens befindet, das sich im März verstärken und bis November anhalten könnte.

Die peruanische Regierung verhängte am Mittwoch für über 700 Distrikte im ganzen Land den Ausnahmezustand, als Reaktion auf extreme Regenfälle, die seit Monaten Überschwemmungen und Erdrutsche verursachen. Das Dekret, unterzeichnet vom Übergangspräsidenten José María Balcázar, umfasst Gebiete entlang der Pazifikküste, in den Anden und im peruanischen Teil des Amazonasgebiets. Laut offiziellen Angaben sind seit Dezember infolge der Katastrophe 68 Menschen ums Leben gekommen und etwa 930 Kilometer Straßen wurden zerstört. Der Ausnahmezustand soll die schnelle Bereitstellung von Mitteln für lokale und regionale Behörden ermöglichen, um kritische Infrastruktur zu sichern und das Leben und die Gesundheit der Einwohner zu schützen. Die neue Premierministerin Denisse Miralles, die am Dienstag ihr Amt antrat, bezeichnete die Situation in ihrer ersten Pressekonferenz als oberste Priorität der Regierung und erklärte: „"We need to act with urgency in the face of the emergency caused by El Niño. This is our number one priority."” — Denisse Miralles Die Verhängung des Ausnahmezustands verzögerte sich aufgrund politischer Instabilität im Land. Balcázar übernahm das Amt, nachdem sein Vorgänger, José Jerí, am 17. Februar aufgrund von Korruptionsvorwürfen durch ein Misstrauensvotum abgesetzt worden war. Über eine Woche lang funktionierte das Land ohne eine ernannte Regierung, was eine frühere Verkündung des Dekrets verhinderte. Erst am Dienstag vereidigte der Präsident ein neues Kabinett, mit der überraschenden Wahl von Miralles zur Premierministerin, trotz früherer Ankündigungen eines anderen Kandidaten. El Niño ist ein Klimaphänomen im äquatorialen Pazifik, das durch eine periodische Erwärmung der Ozeanwässer gekennzeichnet ist und weltweit erheblich die Wetterbedingungen beeinflusst. Erstmals im 19. Jahrhundert von peruanischen Fischern registriert, ist es nach der spanischen Bezeichnung für das Jesuskind benannt, da seine Auswirkungen oft in der Weihnachtszeit am stärksten spürbar sind. Seine lokale, küstennahe Variante, Küsten-El-Niño, trifft Peru besonders hart und führt zu historischen Katastrophen wie den riesigen Überschwemmungen im Jahr 2017.Laut Meteorologen ist genau dieses Phänomen Küsten-El-Niño für die derzeitigen, heftigen Niederschläge verantwortlich, die seit Wochen nicht nachlassen. Ausnahmezustand soll die Koordination von Rettungsmaßnahmen und den Wiederaufbau der Schäden erleichtern. Die Regierung schätzt, dass sich das Land derzeit in der „frühen Phase” dieses Wetterphänomens befindet, und Prognosen deuten darauf hin, dass es sich im März verstärken und bis November dieses Jahres anhalten könnte. 930 km — beschädigte Straßen in ganz Peru Lokale Behörden in den vom Ausnahmezustand betroffenen Gebieten erhielten die Anordnung, Einwohner aus besonders gefährdeten Zonen zu evakuieren, insbesondere in Flusstälern und an Berghängen. Schulen und öffentliche Gebäude wurden zu temporären Unterkünften umfunktioniert. Rettungsdienste und das Militär führen Such- und Rettungsaktionen an Orten durch, an denen Erdrutsche stattgefunden haben, und liefern humanitäre Hilfe an abgeschnittene Gemeinden. Das Verkehrs- und Kommunikationsministerium teilte mit, dass die Wiederherstellung der Befahrbarkeit der Hauptverkehrswege Priorität habe, um den Transport von Hilfsgütern zu ermöglichen.

Mentioned People

  • José María Balcázar — Übergangspräsident Perus, der das Dekret zum Ausnahmezustand unterzeichnete.
  • Denisse Miralles — Neue Premierministerin Perus, überraschend von Präsident Balcázar ernannt. Zuvor war sie Finanzministerin in der Regierung von José Jerí.
  • José Jerí — Ehemaliger Präsident Perus, am 17. Februar durch ein Misstrauensvotum aufgrund von Korruptionsvorwürfen abgesetzt.