Forscher aus den USA haben einen historischen Erfolg erzielt, indem sie Kichererbsen in einem Substrat, das Mondstaub imitiert, zur vollen Blüte und Fruchtbildung gebracht haben. Durch den Einsatz innovativer Techniken zur Anreicherung des Regoliths mit Mikroorganismen haben die Wissenschaftler bewiesen, dass die Nahrungsmittelproduktion auf dem Mond möglich ist. Diese Entdeckung bildet die Grundlage für künftige bemannte Missionen des Artemis-Programms und ebnet den Weg zur Selbstversorgung zukünftiger Weltraumkolonisatoren.
Erfolgreicher Anbau von Kichererbsen
Die in einem Simulanten des Mondregoliths gezüchteten Pflanzen durchliefen einen vollständigen Zyklus von der Aussaat bis zur Samenernte.
Anwendung von Bioremediation
Der Einsatz nützlicher Pilze und Bakterien ermöglichte es, die im Staub enthaltenen toxischen Schwermetalle zu neutralisieren.
Unterstützung für das Artemis-Programm
Diese Entdeckung ist ein entscheidender Schritt hin zur Nahrungsmittelautarkie künftiger Mondbasen.
Ein Wissenschaftlerteam der Texas A&M University und der Brown University hat die Ergebnisse eines bahnbrechenden Experiments vorgestellt, das die Logistik künftiger Weltraummissionen revolutionieren könnte. Den Forschern gelang es, Kichererbsen in einem Simulanten des Mondregoliths zu züchten. Die Pflanze überlebte nicht nur unter extrem schwierigen Bedingungen, sondern durchlief einen vollständigen Vegetationszyklus, der erfolgreich mit der Ernte von Samen endete. Die Wahl der Kichererbse war kein Zufall – sie ist eine reichhaltige Proteinquelle und besitzt die einzigartige Fähigkeit, Stickstoff zu binden, was in Zukunft zur natürlichen Düngung extraterrestrischer Gewächshäuser beitragen könnte. Seit dem Ende des Apollo-Programms im Jahr 1972 stand der Menschheit keine neuen Mondbodenproben für groß angelegte landwirtschaftliche Tests zur Verfügung. Die heutige Forschung stützt sich auf präzise entwickelte Simulanten, die die chemische Zusammensetzung und Struktur des vor über einem halben Jahrhundert von Astronauten mitgebrachten Staubs nachbilden. Ein Schlüsselelement des Erfolgs war der Einsatz von Bioremediation. Roher Mondstaub ist aufgrund seines Gehalts an Schwermetallen und des Mangels an Nährstoffen toxisch. Die Wissenschaftler reicherten das Substrat mit speziellen Pilz- und Bakterienstämmen an, die ein Schutzsystem für die Pflanzenwurzeln schufen und ihnen die Aufnahme von Wasser und Mineralien erleichterten. Obwohl die Pflanzen langsamer wuchsen und einige Anzeichen von physiologischem Stress zeigten, bestätigt ihre Fähigkeit, einen Ertrag zu liefern, die Realisierbarkeit des Konzepts ISRU. Die lokale Nahrungsmittelproduktion senkt die Unterhaltskosten einer Mondbasis drastisch. 1.2 mln USD — kostet der Transport eines Kilogramms Nahrung zum Mond Trotz der Begeisterung weisen die Autoren der Studie, darunter Jessica Atkin, auf die Notwendigkeit weiterer Tests hin. Der nächste Schritt wird sein, zu prüfen, wie sich die geringe Schwerkraft und die kosmische Strahlung, die unter irdischen Bedingungen nicht vollständig simuliert werden können, auf die Pflanzenentwicklung auswirken. Der Erfolg mit den Kichererbsen gibt jedoch Hoffnung, dass Astronauten des Artemis-Programms frische Mahlzeiten wie Hummus genießen können, der aus direkt im Mondstaub angebauten Produkten zubereitet wurde. „Chickpeas are a crop with huge potential for space missions because they provide protein and improve soil quality through nitrogen fixation.” (Kichererbsen sind eine Kulturpflanze mit enormem Potenzial für Weltraummissionen, da sie Protein liefern und durch Stickstofffixierung die Bodenqualität verbessern.) — Jessica Atkin
Mentioned People
- Jessica Atkin — Hauptforscherin an der Texas A&M University, Expertin für Weltraumlandwirtschaft.