Das Europäische Parlament hat einen alarmierenden Bericht vorgelegt, der auf einen Mangel von 10 Millionen Wohnungen in der gesamten Gemeinschaft hinweist und eine Vereinfachung der Bürokratie sowie Steuersenkungen vorschlägt. Parallel dazu debattierten in Rom Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Vertreter der Industrie über die Zukunft der künstlichen Intelligenz und warnten vor dem Risiko der Marginalisierung von Arbeitnehmern. Die Europäische Zentralbank verzeichnete den dritten Jahresverlust in Folge, was die Spannungen um die EU-Geld- und Klimapolitik verschärft.
Alarmierender Wohnungsmangel
Die EU benötigt 10 Millionen neue Wohneinheiten, um die Preiskrise und den Mangel an verfügbarem Wohnraum auf dem Kontinent einzudämmen.
Reform des ETS-Systems
Italien drängt Brüssel zur Aussetzung der CO2-Emissionsgebühren und argumentiert mit dem Verlust der industriellen Wettbewerbsfähigkeit.
Dritter Verlust der EZB
Die Europäische Zentralbank schloss das Jahr 2025 mit einem Verlust von 1,3 Mrd. Euro ab und setzte damit den negativen Finanztrend trotz Zinssenkungen fort.
Herausforderungen der künstlichen Intelligenz
Politische Führer warnen vor dem Risiko, dass Menschen durch KI ersetzt werden, ohne angemessene Regulierung auf EU-Ebene.
Die Wohnungskrise ist zu einer der schwerwiegendsten strukturellen Herausforderungen der Europäischen Union geworden, und der neueste Bericht des Europäischen Parlaments weist auf die Notwendigkeit hin, bis zu 10 Millionen neue Wohneinheiten zu bauen. Das Dokument fordert eine radikale Verkürzung der Verwaltungsverfahren für Baugenehmigungen auf maximal 60 Tage sowie die Einführung eines stark reduzierten Umsatzsteuersatzes für Baumaterialien. Besonders schwierig ist die Lage in Spanien, wo sich fast 10 % des gesamteuropäischen Wohnungsdefizits konzentrieren. Die Europaabgeordneten fordern zudem eine strengere Überwachung der Mieten, um missbräuchliche Praktiken zu verhindern, und einen effektiveren Kampf gegen das Phänomen der Hausbesetzung durch eine Verschärfung der Räumungsvorschriften. Die Wohnungsprobleme in Europa haben seit der Finanzkrise 2008 zugenommen, als die Investitionen in den sozialen Wohnungsbau drastisch zurückgingen und die Märkte in südeuropäischen Ländern von Spekulationskapital überschwemmt wurden. Gleichzeitig wächst im Wirtschaftssektor der Streit über die Kosten der ökologischen Transformation. Italien, unterstützt von einigen Mitgliedstaaten, führt eine diplomatische Offensive gegen das Emissionshandelssystem (ETS) und nennt es einen „tragischen Fehler“. Minister Adolfo Urso fordert die Aussetzung des Mechanismus, der seiner Meinung nach wie eine Steuer wirkt, die die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen hemmt. Eine gegenteilige Meinung vertritt eine Gruppe von 150 Wissenschaftlern, darunter der Nobelpreisträger Giorgio Parisi, die in einem offenen Brief warnen, dass ein Rückzug von der Klimapolitik katastrophale Folgen für die Umwelt haben würde. Vor diesem Hintergrund teilte die Europäische Zentralbank einen Verlust von 1,3 Mrd. Euro für das Jahr 2025 mit, was bereits das dritte negative Ergebnis in Folge darstellt, obwohl der Betrag dank der Zinssenkungen deutlich niedriger ist als in den Vorjahren. „L'IA va governata o si rischiano sempre più lavoratori inutili” (KI muss reguliert werden, sonst riskieren wir immer mehr nutzlose Arbeitnehmer.) — Italiens Ministerpräsidentin Die Debatte über die Zukunft der Arbeit hat sich auch auf den Bereich der Technologie verlagert. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und der Präsident von Confindustria, Maurizio Marchesini, betonen, dass künstliche Intelligenz als Beschleuniger menschlicher Arbeit dienen sollte, nicht als Ersatz. Es besteht die Sorge, dass das Fehlen einer angemessenen europäischen Strategie zu Massenentlassungen in traditionellen Sektoren führen könnte. Im Bereich der digitalen Regulierung wurden auch Maßnahmen von Streaming-Giganten verzeichnet – HBO Max kündigt einen Kampf gegen die gemeinsame Nutzung von Passwörtern an und folgt damit Netflix. Das Gesamtbild der europäischen Wirtschaft wird durch die Ankündigung von Christine Lagarde vervollständigt, ihre Amtszeit bei der EZB beenden zu wollen, was die Finanzmärkte beruhigen soll, die die Dynamik des BIP in der Eurozone und die Handelsbarrieren mit Besorgnis beobachten.
Mentioned People
- Giorgia Meloni — Italiens Ministerpräsidentin, die vor den Risiken einer unkontrollierten KI-Entwicklung warnt.
- Christine Lagarde — Präsidentin der Europäischen Zentralbank, die ihren Willen erklärt, ihr Mandat zu Ende zu führen.
- Adolfo Urso — Italiens Minister für Unternehmen und Made in Italy, Kritiker des ETS-Systems.
- Giorgio Parisi — Italienischer Physiker, Nobelpreisträger, Unterzeichner eines Briefes gegen die Aussetzung des ETS.