Die europäischen Aktienmärkte schlossen den Februar auf historischen Höchstständen und übertrafen damit die Börsen in New York. Trotz eines vorsichtigen Ausklangs der letzten Monatswoche legte der Mailänder Index um 3,7% zu. Investoren verfolgen aufmerksam Inflationsdaten und Ergebnisse des Technologiesektors und versuchen, den Optimismus über die Belebung der Industrie mit den Bedenken über die Auswirkungen geopolitischer Spannungen im Nahen Osten und die Zukunft von Investitionen in künstliche Intelligenz auszubalancieren.
Rekordwachstum an den Börsen
Europäische Indizes beendeten den Februar auf Höchstständen, trotz einer leichten Schwäche des Bankensektors am Monatsende.
Belebung der italienischen Industrie
Istat-Daten zeigen einen Anstieg des Industrieumsatzes um 0,6% im Jahr 2025, was auf eine Stabilisierung der Wirtschaft hindeutet.
Rückgang der Gaspreise
Die Gaspreise in Europa sind auf 31,9 Euro pro MWh gefallen, was die Betriebskosten für energieintensive Unternehmen senkt.
Chinesische Offensive im Automobilsektor
Leapmotor beschleunigt seine Expansion in Europa dank des Stellantis-Netzwerks und ist damit die einzige chinesische Marke mit einer so breiten Unterstützung.
Der Februar 2026 wird als eine Zeit außergewöhnlicher Hausse in die Geschichte der europäischen Kapitalmärkte eingehen. Die wichtigsten Indizes des alten Kontinents erreichten Höchststände und zeigten eine größere Wachstumsdynamik als die Wall Street. In Mailand wurde ein Anstieg von 3,7% verzeichnet, ein beeindruckendes Ergebnis angesichts wachsender Zweifel an der Rentabilität des KI-Sektors. Die letzte Handelssitzung des Monats brachte jedoch eine gewisse Beruhigung und Korrektur, insbesondere im Bankensektor, wo die Aktien von MPS und Mediobanca nach der Veröffentlichung neuer Industrieprogramme verloren. Investoren zeigen eine große Portion Vorsicht, die sich aus der angespannten Lage im Iran und der Erwartung weiterer Schritte der US-Notenbank ergibt. Die europäischen Finanzmärkte versuchen seit einem Jahrzehnt, den Rückstand zu den US-Börsen zu verringern, die dank der Technologiegiganten aus dem Silicon Valley den globalen Handel dominiert haben. Parallel zum Börsenoptimismus kommen positive Signale aus der realen Wirtschaft. Das italienische Institut Istat meldete eine leichte Belebung des Industrieumsatzes, der 2025 um 0,6% gestiegen ist. Besonders gut schlägt sich die Region Veneto Est, wo die verarbeitenden Betriebe deutliche Anzeichen einer Erholung zeigen. An der Energiefront bleibt die Lage stabil – die Terminkontraktpreise für Gas sind auf 31,9 Euro pro Megawattstunde gefallen, was Hoffnung auf eine weitere Dämpfung des Kostendrucks für Unternehmen gibt. Der Konzern Eni wiederum verzeichnete Rekordgewinne, was es dem Unternehmen ermöglicht, die Ausgaben für neue Bohrungen und die Erschließung von Lagerstätten zu erhöhen. +3,7% — Anstieg des Börsenindex in Mailand im Februar Im politisch-wirtschaftlichen Bereich der Europäischen Union verschärft sich der Streit über die Zukunft der Klimapolitik. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sieht sich mit einem Appell von 150 Wissenschaftlern konfrontiert, darunter dem Nobelpreisträger Giorgio Parisi, die sich gegen die Aussetzung des ETS-Systems aussprechen. Unterdessen ist auf dem Automobilmarkt die Expansion neuer Akteure zu beobachten – die chinesische Marke Leapmotor baut dank der Zusammenarbeit mit dem Konzern Stellantis dynamisch ein Vertriebsnetz in Europa auf und nutzt dabei die Infrastruktur von Fiat. Dies ist ein deutliches Signal für Veränderungen im Kräfteverhältnis auf dem europäischen Elektroautomarkt, wo die asiatische Konkurrenz heimische Hersteller unter dem Dach von Gemeinschaftsunternehmen zunehmend herausfordert. „La scienza non può essere presa in considerazione solo quando è conveniente per la politica immediata.” (Die Wissenschaft kann nicht nur dann berücksichtigt werden, wenn sie für die unmittelbare Politik bequem ist.) — Theoretischer Physiker, Nobelpreisträger, Unterzeichner eines Briefes zur Verteidigung des ETS-Systems.
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Notwendigkeit, das ETS-System gemäß den Empfehlungen der Wissenschaftler zum Schutz des Klimas zu erhalten. Konservative Medien unterstützen die Regierung Meloni im Kampf gegen den EU-‚Ökogolpe‘, der die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen beeinträchtigt.
Mentioned People
- Giorgio Parisi — Theoretischer Physiker, Nobelpreisträger, Unterzeichner eines Briefes zur Verteidigung des ETS-Systems.
- Giorgia Meloni — Ministerpräsidentin Italiens, beteiligt an Verhandlungen über die Reform der EU-Energieregulierung.