Eine aktuelle Analyse des Dresdner ifo-Instituts auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes weist auf eine rasante Entvölkerung Deutschlands hin. Prognosen zufolge könnte die Bevölkerungszahl des Landes bis 2070 um 10 Prozent sinken, was eine drastische Korrektur früherer Vorhersagen darstellt, die nur einen Rückgang von lediglich 1 Prozent annahmen. Dieser Prozess wird tiefgreifende Veränderungen im Gesundheitswesen, in der Infrastruktur und auf dem Arbeitsmarkt erzwingen, insbesondere in den östlichen Bundesländern.
Drastische Korrektur der Prognosen
Anstatt eines erwarteten Rückgangs um 1% könnte die Bevölkerung Deutschlands in den nächsten 45 Jahren um 10% schrumpfen.
Krise auf dem Arbeitsmarkt
Die Alterung der Gesellschaft wird den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften drastisch verschärfen und die Grundlagen der deutschen Wirtschaft treffen.
Ost-West-Gefälle
Die Entvölkerung wird die östlichen Bundesländer am stärksten treffen, während Stadtstaaten ihre derzeitige Einwohnerzahl möglicherweise halten können.
Den neuesten Prognosen des ifo-Instituts in Dresden zufolge ist die demografische Lage Deutschlands weitaus ernster als bisher angenommen. Die Analyse aktueller Daten, die von Destatis bereitgestellt wurden, deutet darauf hin, dass die Einwohnerzahl Deutschlands bis 2070 um 10 Prozent sinken könnte. Dies entspricht einem zehnmal größeren Rückgang als in früheren Schätzungen, die von einem Rückgang von etwa 1 Prozent ausgingen. Diese drastische Änderung der Prognosen ergibt sich aus neuen Trends bei der Geburtenrate und der Migrationsbilanz, die den Alterungsprozess der Gesellschaft nicht mehr ausgleichen. Experten warnen, dass diese Veränderungen ungleichmäßig verlaufen werden. Besonders betroffen sind die östlichen Bundesländer, wo die Entvölkerung ländlicher Gebiete am schnellsten voranschreitet. Stadtstaaten könnten paradoxerweise einen leichten Zuwachs verzeichnen, was die regionalen Unterschiede weiter vertiefen wird. Deutschland kämpft seit Jahren mit einer niedrigen Geburtenrate, die bereits in den 1970er Jahren unter das Niveau der Bestandserhaltung gefallen ist, was das Land zu einer der am schnellsten alternden Gesellschaften Europas macht. Der Direktor des ifo-Instituts, Joachim Ragnitz, betont die Notwendigkeit, diese Daten unverzüglich in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Eine geringere Bevölkerungszahl bedeutet einen notwendigen Personalabbau in der öffentlichen Verwaltung sowie eine geringere Nachfrage nach Verkehrs- und Wohninfrastruktur. Gleichzeitig wird die Belastung der Langzeitpflege- und Geriatriesysteme drastisch zunehmen. „Der verstärkte Rückgang und die Alterung der Bevölkerung müssen bereits heute in politischen Entscheidungen mit weitreichenden Folgen berücksichtigt werden, beispielsweise im Bereich Gesundheit und Pflege.” — Joachim Ragnitz 10% — Rückgang der deutschen Bevölkerung bis 2070 Die größte Herausforderung stellt die sich vertiefende Arbeitskräftelücke dar, die das Wachstum der größten Volkswirtschaft der Eurozone bremsen könnte. ifo-Institut weist darauf hin, dass das derzeitige Tempo des demografischen Wandels einen Umbau des gesamten Wohlfahrtsstaatsmodells erfordert. Prognostizierter Rückgang der deutschen Bevölkerung: 2025: 0, 2070: -10 Revision der demografischen Prognosen bis 2070: Bevölkerungsrückgang: 1% → 10%; Hauptherausforderung: Lokale Engpässe → Allgemeiner Arbeitskräftemangel Liberale Medien betonen die Notwendigkeit einer verstärkten Arbeitsmigration als einzigen Ausweg für die Stabilität der Sozialsysteme und des Arbeitsmarktes. | Konservative Medien konzentrieren sich auf die Kosten der alternden Gesellschaft und die Notwendigkeit einer Reform der öffentlichen Ausgaben sowie der Familienförderung.
Mentioned People
- Joachim Ragnitz — Direktor der Dresdner Niederlassung des ifo-Instituts und Autor der demografischen Analyse.