Im Sejm wurde eine parlamentarische Anfrage zur Einführung einer verpflichtenden Haftpflichtversicherung für Besitzer von Hunden aggressiver Rassen gestellt. Unmittelbarer Anlass sind Daten, die zeigen, dass es 2024 zu 26.588 Hundebissen kam, also mehr als Verletzte bei Verkehrsunfällen. Das Thema fällt zeitlich mit der Diskussion über erhöhte Wolfsaktivität in der Nähe menschlicher Siedlungen zusammen, obwohl Experten betonen, dass die reale Gefahr für Menschen hauptsächlich von verwilderten Hunden ausgeht.
Bissstatistiken höher als Unfallzahlen
Laut Bericht von Izabela Kadłucka wurden im Jahr 2024 26.588 Hundebisse registriert, was einem Durchschnitt von 73 Personen pro Tag entspricht. Im gleichen Zeitraum wurden bei Verkehrsunfällen 24.782 Personen verletzt (68 pro Tag).
Geringe Zustimmung für verpflichtende Haftpflicht
Eine Rankomat-Umfrage zeigt, dass nur 35 % der Polen der Meinung sind, dass Hundebesitzer eine verpflichtende Haftpflicht haben sollten. Der Vorschlag betrifft hauptsächlich Besitzer von Hunden aggressiver Rassen.
Wölfe verlieren Scheu vor Menschen
In mehreren Regionen Polens, u.a. im Glatzer Land und in der Nähe von Rabka, wird das Phänomen der Habituation von Wölfen verzeichnet, die sich Gebäuden nähern. Es kommt zu Angriffen auf Nutztiere.
Experten: Verwildernde Hunde sind gefährlicher
Der Naturforscher Adam Zbyryt weist darauf hin, dass eine größere reale Gefahr als Wölfe Rudel verwilderter Hunde darstellen, die durch Wälder streifen, Tiere angreifen und für Menschen gefährlich sein können.
Im polnischen Sejm hat eine Diskussion über die Einführung einer verpflichtenden Haftpflichtversicherung für Hundebesitzer, insbesondere solcher als aggressiv geltender Rassen, begonnen. Unmittelbarer Auslöser sind schockierende Zahlen zum Ausmaß des Bissproblems. Ein von Izabela Kadłucka in Zusammenarbeit mit dem Bürgerlichen Netzwerk Watchdog Polska erstellter Bericht zeigt, dass im Jahr 2024 26.588 Fälle von Hundebissen registriert wurden. Das bedeutet, dass durchschnittlich 73 Personen pro Tag eine solche Verletzung erleiden. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum wurden bei Verkehrsunfällen 24.782 Personen verletzt, also durchschnittlich 68 pro Tag. „„Das zeigt, dass das Bissproblem keinen marginalen Charakter hat”” — Izabela Kadłucka, Mitautorin des Berichts.
Die Frage der Haftung von Tierhaltern für von ihnen verursachte Schäden ist in Polen seit Jahrzehnten im Zivilgesetzbuch geregelt. Artikel 431 des ZGB regelt die sogenannte Gefährdungshaftung und verpflichtet den Tierhalter zum Schadensersatz, es sei denn, der Schaden ist auf höhere Gewalt oder ausschließliches Verschulden des Geschädigten zurückzuführen. Eine verpflichtende Haftpflichtversicherung für Hunde bestimmter Rassen existiert in einigen europäischen Ländern, z.B. in Deutschland oder Dänemark. Trotz klarer Daten ist die gesellschaftliche Akzeptanz für eine solche Pflicht gering. Aus einer von Rankomat durchgeführten Umfrage geht hervor, dass nur 35 % der befragten Polen die Idee einer verpflichtenden Haftpflicht für Hundebesitzer befürworten. Die parlamentarische Debatte verläuft parallel zu einer sich in den Medien verstärkenden Diskussion über erhöhte Wolfsaktivität. In den letzten Wochen wurde ihre Anwesenheit in der Nähe von Bebauung im Glatzer Land verzeichnet, wo es in Wilkanów zu einem Angriff auf eine Schafherde kam, sowie in Rabka, wo Warnungen für Bewohner ausgegeben wurden. Förster und Naturschützer beruhigen und erklären das Phänomen der Habituation, räumen aber gleichzeitig ein, dass Wölfe zunehmend mutiger in urbanisierte Gebiete vordringen.
Vergleich der Anzahl der Geschädigten im Jahr 2024: Hundebisse: 26588, Verletzte bei Verkehrsunfällen: 24782 Im Kontext der Gefahr weisen einige Experten wie der Naturforscher Adam Zbyryt darauf hin, dass ein größeres Problem als Wölfe verwilderte oder herrenlose Hunde sein könnten, die sich zu Rudeln zusammenschließen und in Wäldern jagen. Somit verbindet die öffentliche Debatte zwei Stränge: den legislativen, der die Verantwortung von Hundehaltern betrifft, und den natur- und sicherheitsbezogenen, der mit der Koexistenz mit großen Raubtieren zusammenhängt. Weitere Sitzungen der Sejm-Ausschüsse werden zeigen, ob Argumente auf Basis harter Statistiken die Gesetzgeber von einer Novellierung der Vorschriften überzeugen.Linke und Mitte-links-Medien könnten die Notwendigkeit betonen, die staatliche Verantwortung für die Sicherheit der Bürger durch Vorschriften wie eine verpflichtende Haftpflicht zu erhöhen, indem sie Zahlen als Beweis für ein systemisches Problem anführen. | Rechte und konservative Medien könnten die Idee als weitere Pflicht und Steuer für Bürger kritisieren und argumentieren, dass Bildung und individuelle Verantwortung wichtiger sind als Zwangsversicherungen.
Mentioned People
- Izabela Kadłucka — Mitautorin des Berichts über Hundebisse, erstellt für das Bürgerliche Netzwerk Watchdog Polska
- Adam Zbyryt — Naturforscher, bekannt als 'Mann aus dem Urwald', der die Gefahr durch verwilderte Hunde kommentiert