Die verstärkte Kontrolltätigkeit der Sozialversicherungsanstalt hat zu einem starken Anstieg der Anzahl von Gerichtsverfahren geführt, die von schwangeren Frauen angestrengt werden. Die Beamten stellen zunehmend die Rechtmäßigkeit der ausgestellten Krankenscheine und die Realität der Beschäftigung der werdenden Mütter in Frage. Als Reaktion legen Polinnen massenhaft Berufungen ein und kämpfen um die Wiederherstellung von Krankengeld- und Mutterschaftsleistungen, die ihre Haupteinnahmequelle in der Zeit um die Geburt darstellen.
Welle von Gerichtsverfahren
Die Zahl der Gerichtsverfahren, in denen Schwangere die Entscheidungen des ZUS zur Einstellung von Krankengeld- und Mutterschaftsleistungen anfechten, ist drastisch gestiegen.
Überprüfung der Beschäftigung
Die Beamten prüfen detailliert die Echtheit von Arbeitsverträgen, die kurz vor der Geburt geschlossen wurden, was auf Widerstand bei den werdenden Müttern stößt.
Anfechtung von e-ZLA
Gutachterärzte des ZUS stellen zunehmend die Diagnosen der behandelnden Ärzte in Frage und stufen Schwangere trotz medizinischer Bedenken als arbeitsfähig ein.
Die neuesten Daten von Ende Februar 2026 deuten auf einen eskalierenden Konflikt zwischen der Rentenbehörde und versicherten Frauen hin. Die Sozialversicherungsanstalt hat die Überprüfung von e-ZLA (elektronischen Krankenscheinen) und Arbeitsverträgen, die kurz vor dem Leistungsbezug geschlossen wurden, intensiviert. Der ZUS begründet sein Vorgehen mit der Notwendigkeit, öffentliche Mittel vor Missbrauch zu schützen. Diese Praxis ist jedoch umstritten, da sie oft Frauen betrifft, die aufgrund gesundheitlicher Komplikationen tatsächlich arbeitsunfähig sind, was zu einem plötzlichen Verlust ihrer finanziellen Liquidität führt. Die Institution des Krankengeldes während der Schwangerschaft leitet sich aus dem verfassungsrechtlichen Grundsatz des besonderen Schutzes von Mutter und Kind ab, dessen Grundlagen im polnischen Rechtssystem nach 1989 im Rahmen des Ausbaus des Sozialstaats verankert wurden.Aus der Analyse der Verfahren geht hervor, dass die Zahl der Berufungen gegen negative Bescheide exponentiell steigt. Frauen, die von Anwälten unterstützt werden, argumentieren vor Gerichten zunehmend, dass die Kontrollen unobjektiv seien und ihr Ziel Budgeteinsparungen und nicht eine sorgfältige Überprüfung der tatsächlichen Umstände sei. Elektronische Krankmeldungen werden einer strengen Bewertung durch Gutachterärzte unterzogen, die manchmal die Einschätzungen der behandelnden Gynäkologen in Frage stellen, was die Patientinnen wiederum zwingt, den Rechtsweg zu beschreiten. Die Situation spitzt sich insbesondere im Zusammenhang mit Vor-Ort-Kontrollen zu, bei denen Inspektoren die Anwesenheit der Frauen zu Hause überprüfen. Viele Fälle, die vor Gericht landen, enden mit einem Sieg der Versicherten, was nach Ansicht von Experten die Qualität der erlassenen Verwaltungsentscheidungen in Frage stellt. Mutterschaftsgeld wird zum Gegenstand monatelanger Streitigkeiten, was für viele Familien bedeutet, auf Ersparnisse oder Sozialhilfe zurückgreifen zu müssen. Experten prognostizieren, dass die Sozialversicherungsabteilungen der Bezirksgerichte von einer Welle neuer Fälle lahmgelegt werden, wenn das Begutachtungssystem nicht verbessert wird. Die erhöhte Wachsamkeit des ZUS konzentriert sich besonders auf Frauen, die selbstständig tätig sind. Die Rentenbehörde prüft, ob die deklarierten Beitragsgrundlagen kurz vor einer geplanten Arbeitsunterbrechung künstlich erhöht werden. Obwohl Missbrauch vorkommt, wird das Ausmaß der derzeitigen Kontrollmaßnahmen von Sozialorganisationen als ein Schlag gegen ehrliche Bürgerinnen bewertet.