Das Wirtschaftswachstum Indiens im dritten Quartal des Finanzjahres (Oktober–Dezember) betrug 7,8 % im Jahresvergleich und verlangsamte sich damit leicht im Vergleich zum Vorquartal. Die Regierung legte neue Schätzungen nach einer umfassenden Revision historischer Daten vor, die – laut Bloomberg-Analysten – Indiens Weg zur Überholung Japans und zum Aufstieg zur viertgrößten Volkswirtschaft der Welt verlängern könnte. Zudem erreichte das Haushaltsdefizit im Zeitraum April–Januar 63 % des Jahresziels für das Finanzjahr 2025/26, was auf fiskalische Disziplin angesichts des starken Wachstums hindeutet.
Verlangsamung des BIP-Wachstums
Die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts Indiens im Zeitraum Oktober–Dezember betrug 7,8 % im Jahresvergleich, was einen Rückgang von 8,4 % im Vorquartal bedeutet. Dieses Ergebnis lag etwas unter den Erwartungen der Analysten, die ein Wachstum von 7,9 % prognostiziert hatten. Dennoch blieb der Konsum eine starke Säule der Wirtschaft.
Revision historischer Daten
Die vorgelegten Daten sind die ersten, die nach einer umfassenden Revision der Methodik zur Berechnung des BIP durch die Regierung seit 2011 veröffentlicht wurden. Diese Revision, die darauf abzielt, die moderne Wirtschaftsstruktur besser widerzuspiegeln, führte zu einer Absenkung der historischen Wachstumsindikatoren, was laut Bloomberg den Zeitpunkt der Überholung der japanischen Wirtschaft durch Indien verzögern könnte.
Haushaltsdefizit unter Kontrolle
Das indische Haushaltsdefizit im Zeitraum von April 2025 bis Januar 2026 erreichte 63 % des Jahresziels, das bei 5,3 % des BIP liegt. Ein solches Niveau nach zehn Monaten des Finanzjahres deutet auf eine relative fiskalische Disziplin der Regierung angesichts sozialer Ausgaben und infrastruktureller Investitionen hin, die die Wirtschaft antreiben.
Die indische Wirtschaft verzeichnete im dritten Quartal des Finanzjahres ein Wachstum von 7,8 % im Jahresvergleich, was eine leichte Verlangsamung gegenüber den vorherigen Quartalen bedeutet, aber dennoch auf sehr hohem Niveau bleibt. Die Daten für den Zeitraum Oktober–Dezember, veröffentlicht von den indischen Statistikbehörden, sind die ersten nach einer bedeutenden Revision historischer Datenreihen. Ziel dieser Korrektur, der ersten seit 2011, ist es, Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur des Landes und die Bedeutung moderner Sektoren wie Finanzdienstleistungen oder Technologie besser widerzuspiegeln. Bloomberg weist darauf hin, dass die Folge dieser methodischen Änderung eine Absenkung der historischen Wachstumsschätzungen ist. Das bedeutet, dass die tatsächliche Größe der indischen Wirtschaft etwas geringer sein könnte als bisher angenommen. Infolgedessen könnte sich der Weg zur Überholung der japanischen Wirtschaft und zum Aufstieg auf den vierten Platz im globalen Ranking nach nominalem BIP verlängern. Dies ändert jedoch nichts an der langfristigen Wachstumstrajektorie Indiens, die nach wie vor zu den schnellsten der Welt gehört. Analysten von Reuters stellen fest, dass das Wachstum im letzten Quartal zwar etwas niedriger war als die prognostizierten 7,9 %, der private Konsum jedoch eine starke Triebkraft blieb, was auf die Widerstandsfähigkeit der Inlandsnachfrage hindeutet. Seit der Liberalisierung der Wirtschaft Anfang der 1990er Jahre hält Indien ein beeindruckendes Wachstumstempo aufrecht und ist zu einer der wichtigsten Triebkräfte der globalen Konjunktur geworden. Im letzten Jahrzehnt verzeichnete es ein durchschnittliches jährliches BIP-Wachstum von über 6–7 % und verringerte systematisch den Abstand zu den größten Volkswirtschaften der Welt.Parallel veröffentlichte fiskalische Daten zeigen, dass das Haushaltsdefizit in den ersten zehn Monaten des Finanzjahres 2025/26 (von April bis Januar) einen Stand von 63 % des Jahresziels erreichte, das auf 5,3 % des BIP festgelegt ist. Diese Ausgabengeschwindigkeit deutet darauf hin, dass die Regierung trotz erheblicher Ausgaben für Sozialprogramme und Infrastrukturinvestitionen, die das Wachstum unterstützen, auf dem richtigen Weg ist, sich innerhalb der festgelegten fiskalischen Grenzen zu bewegen. Makroökonomische Stabilität, die sich in einem kontrollierten Defizit ausdrückt, ist ein Schlüsselfaktor für die Anziehung ausländischer Investoren. „The new methodology likely reflects reality more accurately, but it also means the starting point for future growth is lower.” (Die neue Methodik spiegelt die Realität wahrscheinlich genauer wider, bedeutet aber auch, dass der Ausgangspunkt für künftiges Wachstum niedriger ist.) — Bloomberg EconomicsDie Aussichten für die kommenden Quartale bleiben optimistisch, wenn auch im Vergleich zu früheren Prognosen etwas gedämpft. Einige Quellen wie Bloomberg deuten an, dass nach vollständiger Implementierung der neuen Schätzmethodik das tatsächliche Wirtschaftswachstum Indiens in den kommenden Jahren sogar höher ausfallen könnte als die derzeit angegebenen Werte. Entscheidend für die Aufrechterhaltung der Dynamik werden weitere öffentliche und private Investitionen sowie die globale Konjunktur sein, die den Export beeinflusst. 7.8% — BIP-Wachstum Indiens im III. Quartal d.F.
Perspektywy mediów: Liberale Medien könnten sich auf den positiven Aspekt des anhaltend starken Konsums und der fiskalischen Stabilität konzentrieren und die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft betonen. Konservative Medien könnten die Verlangsamung des Wachstumstempos und die potenzielle Verzögerung im Wettlauf mit Japan betonen und die optimistischen Regierungsnarrative in Frage stellen.