Radosław Sikorski stellte im Sejm ein Exposé zur Außenpolitik vor, wobei er die Bedeutung einer starken Europäischen Union und pragmatischer Beziehungen zu den USA betonte. Die Rede wurde von einer hitzigen Debatte und Kommentaren der Opposition begleitet, während parallel der Streit um das SAFE-Programm andauerte.
EU als Staatsräson
Sikorski wies im Sejm darauf hin, dass eine starke Europäische Union die Sicherheit Polens und seinen Einfluss in der internationalen Politik stärkt, was auch ausländische Medien berichteten.
Härterer Ton gegenüber den USA
Einige Redaktionen betonten den Akzent „Lasst uns keine Trottel sein“ sowie die Erinnerung an die von Polen getragenen Kosten bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Bündniszusage.
Rekordausgaben für Verteidigung
LRT berichtete über einen Plan, fast 5 % des BIP bereitzustellen für Verteidigung, und Kosiniak-Kamysz sprach von Abschreckung und dem strategischen Ziel einer halbmillionenstarken Armee.
Streit um das SAFE-Programm
SAFE wurde als Chance für Finanzierung und Unterstützung der Industrie dargestellt, doch einige Kommentatoren warnten vor Bedingungen und Verpflichtungen; Rüstungsunternehmen erklärten ihre Unterstützung.
Vorfälle und scharfe Kommentare
Medien beschrieben Abwesenheiten einiger PiS-Abgeordneter, scharfes Verhalten während der Debatte sowie die Störung von Nawrockis Pressekonferenz, was die Temperatur des politischen Streits erhöhte.
Der Chef des Außenministeriums, Radosław Sikorski, hielt im Sejm ein Exposé, in dem er – laut Berichten mehrerer Redaktionen – argumentierte, dass eine starke Europäische Union polnische Staatsräson bleibe und die Politik gegenüber Partnern Interesse mit Realismus verbinden sollte. Der Russland-Aspekt kam in einem Vergleich von Wladimir Putin mit Leonid Breschnew sowie in der These zum Ausdruck, dass der eingeschlagene Kurs Russland in den Bankrott führen könne. Einige Medien wiesen auf eine schärfere Rhetorik gegenüber den USA hin und betonten den Aspekt der von Polen getragenen Kosten bei gleichzeitiger Zusicherung der Aufrechterhaltung des Bündnisses. Berichte aus dem Sejm-Saal und Kommentare von Publizisten deuteten auch auf die innenpolitische Dimension der Rede hin: Es gab Interpretationen, dass Sikorski eine Position aufbaue, die über die Rolle des Ministers hinausgehe. Einige Texte vermerkten auch, dass in dem Exposé ein bestimmter Name nicht fiel, was Gegenstand gesonderter Spekulationen wurde.
„My zapłaciliśmy cenę” (Wir haben den Preis bezahlt) — Radosław Sikorski „We cant be a sucker” (We can't be a sucker) — Radosław Sikorski
Seit 1949, nach der Gründung der NATO, stützte sich die europäische Sicherheit hauptsächlich auf US-Garantien und die militärische Überlegenheit der USA. Nach dem Kalten Krieg entwickelten die EU-Staaten schrittweise gemeinsame politische und wirtschaftliche Instrumente und verknüpften diese nach 2014 zunehmend mit der Sicherheitsagenda und der Unterstützung der Verteidigungsindustrie.
fast 5% BIP — für Verteidigung in Polen
Parallel zum Streit über den Ton des Exposés beschrieben Medien die Debatte über die Finanzierung der Verteidigung. Das litauische LRT berichtete über eigene Pläne Vilnius' zu Verteidigungsausgaben von über 5 % des BIP, während in Polen Vizepremier Władysław Kosiniak-Kamysz auf das strategische Ziel einer „halbmillionenstarken Armee“ und Abschreckung hinwies. Der Aspekt des EU-SAFE-Programms spaltete die Kommentatoren: Einerseits gab es Bewertungen, dass dies eine Chance für schnelle Finanzierung und Unterstützung von Käufen sei, obwohl die Zeit für Entscheidungen kurz sei; andererseits gab es Meinungen, die vor Risiken und Konditionalitäten des Instruments warnten. TVN24 berichtete, dass polnische Verteidigungsunternehmen ihre Unterstützung für SAFE erklären und koordinierte Maßnahmen fordern, während einige rechte Publizisten das Programm als Falle bezeichneten. Karol Nawrocki verknüpfte in separaten Auftritten die Diskussion über SAFE mit der Frage der Reparationen von Deutschland, wodurch der Streit auch auf die Ebene der polnisch-deutschen Beziehungen verlagert wurde.
Am selben Tag konzentrierten sich Berichte aus dem Sejm und von Nawrockis Pressekonferenz auf Spannungen und Vorfälle. Interia informierte, dass PiS-Abgeordnete größtenteils nicht an dem Exposé teilnahmen, und Włodzimierz Czarzasty bewertete die Abwesenheit von Jarosław Kaczyński als Signal mangelnden Respekts gegenüber Nawrocki. Einige Redaktionen beschrieben scharfes Verhalten in der Sejm-Debatte sowie die Störung von Nawrockis Pressekonferenz durch einen KO-Abgeordneten; andere betonten Reaktionen aus der Präsidentenloge und emotionale Kommentare von Donald Tusk. Unterdessen kritisierten Oppositionspolitiker und Kommentatoren der Rechten – darunter Krzysztof Bosak, Ryszard Czarnecki und Marek Jakubiak – Sikorskis Auftritt als vorhersehbar oder auf Effekt berechnet, während dem Zentrum und liberalen Medien näherstehende Medien die Notwendigkeit der Zusammenarbeit und die Begrenzung von „Sektierertum“ in der Außenpolitik betonten. Wichtigste Themen des Tages rund um das Exposé: 26. Februar 2026 — Exposé des Außenministers; 26. Februar 2026 — Parlamentsdebatte; 26. Februar 2026 — Diskussion über SAFE; 26. Februar 2026 — Pressekonferenz Nawrockis
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Notwendigkeit der Zusammenarbeit in der EU und Pragmatismus gegenüber den USA. Konservative Medien heben die Risiken von SAFE hervor und werfen Sikorski politisches Spiel und Nachgiebigkeit gegenüber Brüssel vor.
Mentioned People
- Radosław Sikorski — Außenminister, Verfasser des Exposés im Sejm.
- Donald Tusk — Premierminister; kommentierte politische Spannungen um den Präsidenten und die öffentliche Debatte.
- Karol Nawrocki — Präsident der Republik Polen; seine Pressekonferenz wurde gestört, er äußerte sich auch zu Reparationen und SAFE.
- Władysław Kosiniak-Kamysz — Vizepremier und Verteidigungsminister; sprach über das Ziel einer halbmillionenstarken Armee und Abschreckung.
- Włodzimierz Czarzasty — Vorsitzender der Linken; kommentierte die Abwesenheit von Jarosław Kaczyński.
- Jarosław Kaczyński — Vorsitzender der PiS; seine Abwesenheit im Plenarsaal wurde zum Thema politischer Kommentare.
- Krzysztof Bosak — Politiker der Konfederation; kritisierte Sikorskis Exposé in ausgewählten Aspekten als „absurd“.
- Ryszard Czarnecki — Kommentierte das Exposé und bewertete es als „nichts Neues“ bringend, wobei er die Botschaft mit Viktor Orbán verglich.
- Marek Jakubiak — Bewertete Sikorskis Auftritt in Medienkommentaren kritisch.
- Roman Giertych — In Berichten über das Verhalten von Abgeordneten während des Exposés erwähnt.