Der französische Medienkonglomerat Vivendi hat über seine Tochtergesellschaft StudioCanal (Gruppe Canal+) 51 % der Anteile an der italienischen Produktions- und Vertriebsfirma Lucky Red übernommen. Die Transaktion gibt dem französischen Giganten die Mehrheitsbeteiligung an einer Ikone des unabhängigen Kinos in Italien, die 1987 gegründet wurde. Finanzielle Details der Vereinbarung wurden nicht offengelegt. Das Ereignis wird als Teil eines breiteren Konsolidierungstrends auf dem europäischen Medienmarkt angesehen.
Übernahme der Mehrheitsbeteiligung
Vivendi hat über StudioCanal (gehört zu Canal+) 51 % der Anteile an der italienischen Firma Lucky Red erworben, was ihm die Kontrolle über das Unternehmen gibt.
Italienischer Independent-Gigant
Lucky Red, 1987 von Andrea Occhipinti und Kermit Smith gegründet, ist ein Schlüsselakteur in der Produktion und dem Vertrieb von Autorenfilmen in Italien.
Konsolidierung des europäischen Marktes
Die Transaktion ist ein weiterer Schritt im Prozess der Bündelung von Kräften auf dem europäischen Medienmarkt, verstärkt durch die Konkurrenz globaler Streaming-Plattformen.
Keine offengelegten Finanzdetails
Der Wert der Transaktion oder ihre detaillierten finanziellen Bedingungen wurden von keiner der Parteien öffentlich bekannt gegeben.
Der französische Medienkonglomerat Vivendi hat offiziell die Kontrolle über eine Ikone des italienischen Independent-Kinos übernommen. Über seine Tochtergesellschaft, StudioCanal, die zur Canal+-Gruppe gehört, erwarb er 51 % der Anteile an der römischen Firma Lucky Red. Die Transaktion, von Branchendiensten bestätigt, gibt Vivendi die Mehrheitsbeteiligung an der 1987 von Andrea Occhipinti und Kermit Smith gegründeten italienischen Firma. Lucky Red ist seit Jahrzehnten auf den Vertrieb und die Produktion von Autorenfilmen und Independent-Produktionen spezialisiert und ein führender Akteur auf diesem Gebiet in Italien. Das Unternehmen ist auch im Bereich der TV-Produktion tätig.
Die Übernahme wird als weiterer Schritt im anhaltenden Prozess der Konsolidierung der europäischen Film- und Medienindustrie gesehen. Die italienische Tageszeitung „Il Fatto Quotidiano” kommentierte das Ereignis scharf und stellte es als Akt der Expansion französischen Kapitals auf Kosten lokaler, unabhängiger Unternehmenskultur dar. Ein Artikel in dieser Zeitung legt nahe, dass dies Teil einer breiteren Expansionsstrategie unter der Leitung von Vivendi-Präsident Vincent Bolloré ist. Die verbleibenden 49 % der Anteile an Lucky Red bleiben in den Händen der Mitgründer und bisherigen Anteilseigner, was auf ein Partnerschaftsmodell und keine vollständige Übernahme hindeutet. Die Konsolidierung auf dem europäischen Medien- und Unterhaltungsmarkt hat sich im 21. Jahrhundert verstärkt, insbesondere unter dem Einfluss von Digitalisierung, Globalisierung und wachsender Konkurrenz durch amerikanische Streaming-Plattformen wie Netflix, Amazon Prime Video und Disney+. Große internationale Konglomerate wie Vivendi, Bertelsmann oder die M6-Gruppe erweitern systematisch ihr Portfolio, indem sie lokale Firmen übernehmen oder Allianzen mit ihnen eingehen, um Zugang zu Inhalten, Märkten und Talenten zu erhalten und besser mit den Giganten von Übersee konkurrieren zu können.
„Si tratta dell'ennesimo vorace boccone della multinazionale francese ai danni di una società nazionale, in questo caso italiana, indipendente.” (Es handelt sich um einen weiteren gefräßigen Happen des französischen Multis auf Kosten eines nationalen, in diesem Fall italienischen, unabhängigen Unternehmens.) — Il Fatto Quotidiano Die finanziellen Details der Transaktion, einschließlich ihrer Bewertung, wurden von keiner der Parteien öffentlich bekannt gegeben. Die Entscheidung von Vivendi, über StudioCanal in den italienischen Markt einzutreten, passt in die breitere Strategie der Gruppe, ihre Position auf wichtigen europäischen audiovisuellen Märkten zu stärken. Für Lucky Red könnte die Partnerschaft mit einer so mächtigen Gruppe größere Finanzierungsmöglichkeiten für Produktionen und einen breiteren Zugang zu internationalen Vertriebsmärkten bedeuten. Gleichzeitig wirft dies Fragen zur künftigen künstlerischen Unabhängigkeit der italienischen Firma und zur Entwicklungsrichtung unter dem Dach des französischen Konglomerats auf.
Perspektywy mediów: Italienische Medien wie Il Fatto Quotidiano stellen die Transaktion in einem negativen Licht dar, als einen weiteren Expansionsakt ausländischen Kapitals, der die lokale, unabhängige kulturelle Unternehmerschaft bedroht. Internationale Branchenportale wie Variety oder The Hollywood Reporter berichten über das Ereignis als neutrale Geschäftsentscheidung, als Teil einer logischen Marktkonsolidierung angesichts globaler Konkurrenz.
Mentioned People
- Andrea Occhipinti — Mitgründer der italienischen Filmfirma Lucky Red
- Kermit Smith — Mitgründer der italienischen Filmfirma Lucky Red
- Vincent Bolloré — Präsident des französischen Konglomerats Vivendi