Ein Gericht in London hat vier Männer wegen der Durchführung eines organisierten Textbetrugs verurteilt, der an U-Bahn-Passagiere gerichtet war. Die Täter nutzten in Koffern versteckte "SMS-Blaster"-Geräte, um massenhaft gefälschte Nachrichten über angebliche Pakete zu versenden. Die so gesammelten persönlichen Daten wurden für Betrugszwecke verwendet. Im Rahmen des Verfahrens konnten etwa 600.000 Pfund Sterling mithilfe von Geschenkkarten gewaschen werden. Drei Personen erhielten Freiheitsstrafen, eine eine Bewährungsstrafe.

Nutzung von Koffern und SMS-Blastern

Die Täter platzierten selbstgebaute SMS-Sender in Koffern, die sie durch das U-Bahn-Netz transportierten, um die Reichweite der Nachrichten zu maximieren.

Mechanismus des Paketbetrugs

Die Opfer erhielten gefälschte Nachrichten über eine Paketzustellung mit einem Link zu einer Website, die ihre persönlichen und finanziellen Daten abfischte.

Geldwäsche mittels Geschenkkarten

Die durch den Betrug erlangten Mittel, mit einem Gesamtwert von etwa 600.000 Pfund, wurden durch den Kauf und Weiterverkauf von Geschenkkarten gewaschen.

Freiheitsstrafen und Bewährung

Das Gericht verhängte Freiheitsstrafen für drei Haupttäter, der vierte erhielt eine Bewährungsstrafe.

In London ist der Strafprozess gegen eine Gruppe von Betrügern zu Ende gegangen, die über längere Zeit eine ausgefeilte Phishing-Kampagne gegen Passagiere der Londoner U-Bahn durchführten. Wie die Ermittlungen ergaben, nutzten die Straftäter speziell modifizierte Geräte, sogenannte "SMS-Blaster", die im Inneren gewöhnlicher Rollkoffer versteckt waren. Diese Koffer wurden durch verschiedene U-Bahn-Stationen und Tunnel bewegt, was die automatische Verteilung Tausender gefälschter Textnachrichten an Telefone im Empfangsbereich ermöglichte. Der Inhalt der Nachrichten betraf eine angebliche Paketzustellung und enthielt einen Link, der auf eine präparierte Website weiterleitete. Die Opfer gaben dort, in der Annahme, die Zustellung bestätigen oder bezahlen zu müssen, ihre persönlichen Daten, Adressen und Zahlungskartendetails an. Die auf diese Weise erlangten Informationen wurden anschließend für unbefugte Transaktionen genutzt. Die so gesammelten Mittel, die laut Staatsanwaltschaft etwa 600.000 Pfund erreichten, wurden durch den Handel mit Geschenkkarten "gewaschen". Diese Methode der Geldwäsche erschwerte die Nachverfolgung des Geldflusses. Infolge des Prozesses, der im Februar 2026 endete, verurteilte das Gericht vier an dem Verfahren beteiligte Männer. Drei von ihnen erhielten Freiheitsstrafen, der vierte eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe. Details zur Länge der Haftstrafen wurden in gemeinsamen Pressemitteilungen nicht bekannt gegeben. Der Fall zeigt die Anpassung klassischer Methoden der Cyberkriminalität an den physischen öffentlichen Raum, wobei die Bevölkerungsdichte und Mobilität im Transportsystem ausgenutzt werden. Betrugsmethoden, die auf SMS-Nachrichten basieren, sogenanntes „Smishing”, wurden zu Beginn des 21. Jahrhunderts, parallel zur Verbreitung von Mobiltelefonen, zu einem gängigen Werkzeug von Cyberkriminellen. In Großbritannien werden jährlich Zehntausende solcher Vorfälle registriert, und die Behörden warnen regelmäßig vor gefälschten Nachrichten von Kurierdiensten, Banken und Behörden.