Die französische Regierung hat einen kompromisslosen Kampf gegen Organisationen angekündigt, die Gewalt anwenden, nach dem tragischen Tod von Quentin Deranque in Lyon. Die Staatsanwaltschaft in Paris hat Ermittlungen wegen des illegalen Wiederauflebens der zuvor aufgelösten antifaschistischen Schlägertruppe La Jeune Garde eingeleitet. Der politische Konflikt eskalierte, als die Regierungssprecherin die Partei La France insoumise beschuldigte, totalitäre Methoden gegenüber Medien anzuwenden und die Täter des Lynchmords nicht klar zu verurteilen.

Ermittlungen zu La Jeune Garde

Die Staatsanwaltschaft in Paris untersucht, ob Mitglieder der 2025 aufgelösten Gruppe ihre Aktivitäten informell fortsetzen.

Konflikt der Regierung mit der Linken

Die Regierungssprecherin warf der LFI einen totalitären Umgang mit Medien und mangelnde Verurteilung der Gewalt von Schlägertrupps vor.

Neue Auflösungsverfahren

Das Innenministerium bereitet Anträge auf Auflösung weiterer Gruppen vor, darunter des identitären Kollektivs Némésis.

Die politische Lage in Frankreich hat nach einem brutalen Angriff in Lyon, der zum Tod eines jungen identitären Aktivisten führte, einen kritischen Punkt erreicht. Die Pariser Staatsanwaltschaft konzentriert ihre Ermittlungen auf den Verdacht der Wiederbelebung von Strukturen der Schlägertruppe La Jeune Garde. Die Ermittler prüfen, ob Mitglieder der aufgelösten Gruppe ihre Aktivitäten unter dem Deckmantel anderer Vereinigungen fortsetzen, was einen schweren Verstoß gegen das Strafrecht darstellen würde. Der Fall hat eine starke politische Komponente, da einer der Gründer dieser Gruppe der derzeitige Abgeordnete der extremen Linken, Raphaël Arnault, ist. Präsident Emmanuel Macron forderte die Parlamentsparteien auf, ihre Haltung gegenüber gewalttätigen Gruppen zu „klarzustellen“, was ein direkter Angriff auf La France insoumise (LFI) ist. Die Regierungssprecherin Maud Bregeon kritisierte die Haltung der LFI scharf und warf der Partei von Jean-Luc Mélenchon vor, eine „verschwörerische Erzählung“ gegen die Pressefreiheit aufzubauen. Gleichzeitig kündigten Regierungsvertreter an, die Auflösungsverfahren auf weitere Gruppen auszuweiten, darunter das identitäre Frauenkollektiv Némésis, um die Objektivität der Behörden bei der Bekämpfung von Extremismen auf beiden Seiten des politischen Spektrums zu demonstrieren. Das französische Gesetz zur Auflösung von Schlägertrupps geht auf das Gesetz vom 10. Januar 1936 zurück, das zum Schutz der Dritten Republik vor der wachsenden Macht bewaffneter faschistischer und kommunistischer Ligen erlassen wurde. Trotz des politischen Sturms appellierte der Anwalt der Familie des verstorbenen Quentin Deranque, die Trauer zu respektieren und davon abzusehen, diese Tragödie im Wahlkampf vor den anstehenden Wahlen zu instrumentalisieren. Die Beerdigung des Opfers ist im Département Vaucluse geplant, was die örtlichen Dienste in höchste Alarmbereitschaft versetzt, da mit Auseinandersetzungen zwischen radikalen Gruppen gerechnet wird. Unterdessen wächst im ganzen Land die Diskussion über die Wirksamkeit der Auflösungsverfahren selbst, da viele Experten darauf hinweisen, dass die administrative Auflösung einer Gruppe oft nur zu ihrem Übergang in den tiefen Untergrund oder zu einem Namenswechsel ohne Änderung der Methoden führt. „J'exhorte les partis qui ont des liens avec les groupes violents à clarifier leur position.” (Ich fordere die Parteien, die Verbindungen zu gewalttätigen Gruppen haben, auf, ihre Position zu klären.) — Emmanuel Macron

Mentioned People

  • Emmanuel Macron — Der französische Präsident, der zur Verurteilung von Gewalt aufruft.
  • Maud Bregeon — Regierungssprecherin der französischen Regierung.
  • Raphaël Arnault — LFI-Abgeordneter und Mitbegründer von La Jeune Garde.
  • Jean-Luc Mélenchon — Vorsitzender der Partei La France insoumise.