Die langjährige und bedingungslose Unterstützung der Vereinigten Staaten für Israel lässt nach. Laut der neuesten Umfrage des Gallup-Instituts erklären erstmals in der Geschichte seiner Erhebungen mehr Amerikaner eine größere Sympathie für die Palästinenser (41%) als für die Israelis (36%). Der Wandel ist besonders ausgeprägt unter Wählern der Demokratischen Partei und jungen Erwachsenen. Alle analysierten Medien sehen die israelische Offensive im Gazastreifen als Hauptursache für diesen historischen Wandel in der amerikanischen öffentlichen Meinung.
Historischer Wandel in den Umfragen
Die Gallup-Umfrage ergab, dass 41% der Amerikaner mehr Sympathie für die Palästinenser und 36% mehr für die Israelis empfinden. Es ist das erste Mal, seit das Institut diese Frage stellt, dass der Vorteil nicht auf der Seite Israels liegt. Der Unterschied von fünf Prozentpunkten liegt jedoch innerhalb der statistischen Fehlermarge.
Starker Rückgang unter Demokraten
Innerhalb eines Jahres sank die Unterstützung für Israel unter Wählern der Demokratischen Partei von 46% auf 33%. In derselben Gruppe stieg die Sympathie für die Palästinenser von 31% auf 41%. Unter Republikanern und Unabhängigen bleiben die Präferenzen stabil und deutlich pro-israelisch.
Krieg in Gaza als Ursache
Alle analysierten Quellen führen den Stimmungswandel auf die israelische Offensive im Gazastreifen zurück, die nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 begann. Das Ausmaß der zivilen Opfer und die im Medien weit verbreiteten Bilder des Konflikts sollen die Wahrnehmung direkt beeinflusst haben.
Generationelle und ideologische Spaltung
Der Sympathiewandel ist unter jungen Erwachsenen (18-34 Jahre) und Personen, die sich mit der Linken identifizieren, am deutlichsten sichtbar. Ältere Generationen und Konservative unterstützen Israel weiterhin klar. Diese Spaltung spiegelt eine breitere Kluft in der amerikanischen Außenpolitik wider.
Die amerikanische Öffentlichkeit durchläuft einen historischen Wandel in der Wahrnehmung ihres nahöstlichen Verbündeten. Die neueste Umfrage des Gallup-Instituts, die am Donnerstag veröffentlicht wurde, zeigt, dass erstmals seit Beginn dieser Messungen mehr Amerikaner eine größere Sympathie für die Palästinenser (41%) als für die Israelis (36%) bekunden. Obwohl der Unterschied innerhalb der statistischen Fehlermarge liegt, beendet er symbolisch die jahrzehntelange deutliche Vormachtstellung Israels in amerikanischen Sympathieumfragen. Vor einem Jahr lag das Verhältnis bei 46% zu 33% zugunsten Israels, was bedeutet, dass seine Unterstützung innerhalb von nur zwölf Monaten um zehn Prozentpunkte gesunken ist. Sympathie der Amerikaner im israelisch-palästinensischen Konflikt: Palästinenser: 41, Israelis: 36 Dieser Wandel ist unter Wählern der Demokratischen Partei am dramatischsten. In dieser Gruppe sank die Unterstützung für Israel von 46% auf 33%, während die Sympathie für die Palästinenser von 31% auf 41% stieg. Unter Republikanern bleiben die Präferenzen stabil und stark pro-israelisch (78% für Israel, 11% für die Palästinenser). Ebenso haben Unabhängige immer noch eine Präferenz für Israel (45% zu 40%). Die Gallup-Umfrage wird seit 2001 durchgeführt und ist zu einem Indikator für langfristige Trends geworden. „It's the first time since Gallup began asking the question that more Americans sympathize with Palestinians than Israelis.” (Es ist das erste Mal seit Beginn der Gallup-Befragung, dass mehr Amerikaner Sympathie für die Palästinenser als für die Israelis empfinden.) — Axios Die Vereinigten Staaten sind seit der Gründung Israels im Jahr 1948 ein strategischer Verbündeter und stellen ihm jährlich Milliarden Dollar an Militärhilfe sowie politische Unterstützung in internationalen Organisationen zur Verfügung. Über Jahrzehnte hinweg bestand in der amerikanischen Politik ein breiter parteiübergreifender Konsens über die Unterstützung Israels. Pro-israelische Lobbygruppen wie AIPAC übten traditionell erheblichen Einfluss auf den Kongress aus.Der von allen Quellen als Hauptgrund für den Stimmungswandel genannte Faktor ist die israelische Offensive im Gazastreifen, die nach dem Angriff der Hamas auf den Süden Israels am 7. Oktober 2023 begann. Dieser Angriff, bei dem etwa 1200 Menschen getötet und über 250 als Geiseln genommen wurden, löste eine massive israelische Reaktion aus. Die Kriegshandlungen, die von Al Jazeera als „Völkermord in Gaza” bezeichnet werden, haben laut palästinensischen Gesundheitsquellen zum Tod von über 72.000 Menschen geführt, überwiegend Zivilisten, darunter Frauen und Kinder. Bilder der Zerstörung und der Opfer, die in sozialen und traditionellen Medien weit verbreitet wurden, hatten einen entscheidenden Einfluss auf die Wahrnehmung des Konflikts, insbesondere unter jungen Amerikanern. Die Verwendung des Begriffs „Völkermord” (genocide) in der Artikelüberschrift von Al Jazeera ist eine stark wertende Bezeichnung, die von der internationalen Gemeinschaft nicht allgemein anerkannt oder von der US-Regierung oder den Vereinten Nationen im Kontext dieses Krieges offiziell verwendet wird. Sie stellt eine redaktionelle Interpretation und keine rechtliche Tatsache dar.Der Stimmungswandel hat eine deutliche generationelle und ideologische Dimension. Unter jungen Erwachsenen im Alter von 18-34 Jahren überwiegt die Sympathie für die Palästinenser (52%) die für Israel (25%) um das Doppelte. Unter Personen, die sich als links (liberals) identifizieren, sind die Verhältnisse noch ausgeprägter (57% zu 23%). Im Gegensatz dazu genießt Israel unter älteren Menschen (55+) und Konservativen (conservatives) immer noch einen deutlichen Vorsprung. Diese Spaltung spiegelt einen breiteren Trend wider, bei dem die Außenpolitik nicht länger ein Bereich parteiübergreifenden Konsenses ist, sondern zu einer weiteren kulturellen Trennlinie wird. Der historische Sympathierückgang könnte weitreichende politische Konsequenzen haben. Die Regierung von Präsident Joe Biden, einem Mitglied der Demokratischen Partei, kämpft seit Monaten mit internem Widerstand aus Teilen ihrer Wählerschaft gegen die uneingeschränkte Unterstützung Israels. „The Gallup poll shows U.S. sympathy shifting from Israel toward Palestinians.” (Die Gallup-Umfrage zeigt, dass sich die Sympathie in den USA von Israel hin zu den Palästinensern verschiebt.) — Deutsche Welle Der Druck von jungen und progressiven Wählern, die mit einer Wahlenthaltung bei den kommenden Präsidentschaftswahlen drohten, könnte das Weiße Haus dazu veranlasst haben, eine kritischere Haltung einzunehmen, die zu einem Waffenstillstand und mehr humanitärer Hilfe aufruft. Dieser Wandel in den Umfragen ist ein deutliches Signal für amerikanische Politiker, dass die bedingungslose Unterstützung für Israel zumindest innerhalb einer der großen Parteien ein wachsendes Wahlproblem darstellen könnte.