Finanzminister Andrzej Domański hat auf EU-Ebene zu einer radikalen Senkung der Energiepreise aufgerufen und auf den dramatischen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Industriesektors hingewiesen. Er argumentierte, dass die hohen Kosten bereits zum Verlust von 100.000 Arbeitsplätzen allein in der chemischen Industrie geführt hätten. Gleichzeitig hat die EBRD ihre Wachstumsprognose für das polnische BIP für 2026 auf 3,7 % angehoben und sieht die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft gegenüber externen Angebotsschocks.
Appell für günstigere Energie
Andrzej Domański nennt hohe Energiekosten als Hauptursache für den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit der EU-Industrie auf den Weltmärkten.
Höhere BIP-Prognosen
Die EBRD hat ihre Wachstumsprognose für Polen trotz globaler Marktunsicherheiten auf 3,7 % im Jahr 2026 angehoben.
Zusammenbruch in der Landwirtschaft
Die durchschnittliche Verschuldung der Landwirte übersteigt 700 Tage, was auf eine tiefe Liquiditätskrise im Lebensmittelsektor hindeutet.
Fonds EastInvest
Die Europäische Kommission stellt 20 Mrd. Euro für Darlehen an Grenzregionen bereit, um die Widerstandsfähigkeit der lokalen Volkswirtschaften zu stärken.
Während der Beratungen in Brüssel legte der polnische Finanzminister Andrzej Domański eine pessimistische Diagnose des Zustands der europäischen Verarbeitungsindustrie vor. Dem Ressortchef zufolge sind die drastisch hohen Energiekosten die zentrale Entwicklungsbarriere, die EU-Unternehmen gegenüber der globalen Konkurrenz schlechter stellt. Der Minister betonte, dass das Fehlen entschlossener Maßnahmen in diesem Bereich eine weitere Deindustrialisierung des Kontinents bedrohe, und verwies auf Daten über einen Beschäftigungsrückgang im Chemiesektor um 100.000 Personen in den letzten vier Jahren. Polen wirbt aktiv um die Unterstützung der Mitgliedstaaten für die Ansiedlung des Hauptsitzes der EUCA in Warschau, was die Position des Landes in den Gemeinschaftsstrukturen stärken würde. „To restore the competitiveness of European industry, we must lower energy prices. This is our key challenge.” (Um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie wiederherzustellen, müssen wir die Energiepreise senken. Das ist unsere zentrale Herausforderung.) — Andrzej Domański Seit der durch den russischen Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 ausgelösten Energiekrise kämpfen die Länder der Europäischen Union mit dauerhaft höheren Gas- und Strompreisen im Vergleich zu den USA oder China, was eine Überarbeitung des bisherigen, auf billigen Rohstoffen aus dem Osten basierenden Wirtschaftsmodells erzwingt. Trotz der schwierigen Lage in der Industrie hat die EBRD ihre Wachstumsprognosen für Polen nach oben revidiert und schätzt die Dynamik des BIP auf 3,7 % im Jahr 2026. Analysten der Bank weisen jedoch auf das Risiko einer schwächeren Auslandsnachfrage hin, was durch Daten des Büros für Investitionen und Konjunkturzyklen über das Ausbleiben einer Verbesserung beim Zufluss neuer Aufträge bestätigt wird. Parallel dazu wächst im Bankensektor die Diskussion über die Auswirkungen der geplanten Anhebung des KSt-Satzes auf 30 % im Jahr 2026. Obwohl in den Medien Stimmen über einen möglichen drastischen Gewinnrückgang der Banken laut wurden, schätzen Experten, dass die stabile Kreditvergabe und die hohe Kapitalresilienz des Sektors die negativen Auswirkungen der Steueränderungen und prognostizierten Zinssenkungen abfedern sollten. 100 tys. — Arbeitsplätze verlor der Chemiesektor in der EU Die Marktsituation wird durch Berichte über die schwierige Lage in der Landwirtschaft ergänzt, wo der durchschnittliche Landwirt mit der Rückzahlung seiner Verpflichtungen bereits über 700 Tage im Verzug ist. Die Europäische Kommission hat ihrerseits die Einrichtung des Darlehensinstruments EastInvest im Wert von 20 Mrd. Euro angekündigt, das der Unterstützung von Grenzregionen gewidmet ist und für die östlichen Woiwodschaften Polens von entscheidender Bedeutung ist. An der Warschauer Wertpapierbörse wurde eine Korrektur verzeichnet, zu der hauptsächlich Kursrückgänge bei KGHM und PZU beitrugen, während gleichzeitig die langfristigen Perspektiven für den gesamten Parkett positiv bleiben.
Mentioned People
- Andrzej Domański — Finanzminister der Republik Polen, der in Brüssel zur Senkung der Energiepreise für die Industrie aufruft.