Die spanischen Strafverfolgungsbehörden intensivieren ihre Ermittlungen im Zusammenhang mit dem wachsenden Skandal um Unregelmäßigkeiten beim Verkauf von Sozialwohnungen in Alicante und Umgebung. Die Generalitat Valenciana untersucht unter anderem illegale Reservierungsgebühren, die von zukünftigen Mietern verlangt wurden. Gleichzeitig verlegt die Justiz die laute Untersuchung zu mutmaßlicher Korruption und Misswirtschaft bei der Subventionierung der Fluggesellschaft Plus Ultra an die Audiencia Nacional, was der Sache den Status einer landesweiten Krise verleiht.

Wohnungsskandal in Alicante

Unabhängige Ermittlungen wegen der Erhebung illegaler Reservierungsgebühren für Sozialwohnungen in der Gemeinde Sant Joan d'Alacant sowie Verdachtsmomente auf Korruption und Nepotismus bei der Wohnungsvergabe.

Plus-Ultra-Affäre vor Gericht

Verlegung des Falls der umstrittenen staatlichen Beihilfen für die Fluggesellschaft an die Audiencia Nacional aufgrund von Verbindungen zur Koldo-Affäre und des Komplexitätsgrades.

Subventionen für Vermietungsverbot

Barcelona führt ein neues Fördersystem für Wohnungseigentümergemeinschaften ein, die in ihren Satzungen ein Verbot der touristischen Vermietung von Wohnungen aufnehmen.

In der Provinz Alicante wächst der Skandal um die mutmaßlich illegale Verteilung von Sozialwohnungen. Neueste Berichte deuten darauf hin, dass Bauträger in der Gemeinde Sant Joan d'Alacant illegal Reservierungsgebühren in Höhe von 1750 Euro von Bürgern erpresst haben könnten, was im sozialen Wohnungsbau streng verboten ist. Die Spezialeinheit der Polizei UDEF hat die Angelegenheit bereits übernommen und analysiert die vom örtlichen Magistrat übermittelte Dokumentation. Die öffentliche Empörung wird durch die Veröffentlichung eines Videos verstärkt, das den Luxusumbau einer Sozialwohnung durch den Sohn einer Stadträtin der Volkspartei (PP) zeigt, was auf Nepotismus und die Nutzung politischer Verbindungen zur Übernahme von Wohnungen für Bedürftige hindeutet. Unterdessen hat die ermittelnde Richterin in der Hauptstadt im Fall der finanziellen Unterstützung für die Fluggesellschaft Plus Ultra beschlossen, die Akten an die Audiencia Nacional zu übergeben. Dies wurde mit der „neuen Dimension“ und besonderen Komplexität des Falls begründet, der mit der lauten Koldo-Affäre zusammenhängen könnte. Die Ermittler prüfen, ob die Vergabe von 53 Millionen Euro staatlicher Beihilfen an den umstrittenen Luftfahrtunternehmer rechtmäßig erfolgte. Die Situation wird zusätzlich durch Berichte über den ehemaligen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero kompliziert. Es wurden Vorwürfe laut, dass Berichte, die seine hohen Beratungshonorare rechtfertigen sollten, gefälscht seien oder deren Urheberschaft zweifelhaft sei, was ein schlechtes Licht auf die Ethik ehemaliger politischer Führungskräfte wirft. Diese Situation wird für die derzeitige Regierungskoalition zunehmend schwieriger. Der spanische Immobilienmarkt kämpft seit Jahrzehnten mit systemischen Problemen, deren Wurzeln auf das Platzen der Spekulationsblase im Jahr 2008 zurückgehen. Seitdem hat der Mangel an Sozialwohnungen zahlreichen Korruptionsskandalen auf lokaler Ebene Vorschub geleistet, wo Beamte oft über die Zuteilung von Bauland entschieden.Im Kampf gegen die Wohnungskrise haben die Behörden in anderen Landesteilen, in Barcelona, ein Subventionsprogramm für Wohnungseigentümergemeinschaften angekündigt, die sich entscheiden, touristische Vermietungen in ihren Gebäuden zu verbieten. Diese Maßnahme zielt darauf ab, das Angebot an Wohnungen auf dem traditionellen Langzeitmietmarkt zu erhöhen und den durch Gentrifizierung verursachten Preisanstieg zu bremsen. Auf der geschäftlichen Front wiederum hat Ryanair den Flughafenbetreiber Aena scharf für monopolistische Praktiken bei der Einführung neuer Strecken von Valencia aus kritisiert.

Mentioned People

  • José Luis Rodríguez Zapatero — Ehemaliger spanischer Ministerpräsident, dessen Beratungseinkünfte Gegenstand von Kontroversen über die Authentizität von Berichten sind.
  • María Jesús Montero — Spanische Vizeministerpräsidentin, die in die Reform der Vorschriften über das demokratische Gedächtnis und Entschädigungen involviert ist.