Harald Meller, der legendäre Landesarchäologe des deutschen Bundeslandes Sachsen-Anhalt, bereitet sich darauf vor, seine Karriere zu beenden. Nachdem er 2001 die Leitung übernommen hatte, verwandelte er das darniederliegende Museum in Halle in eine international anerkannte Institution, deren Symbol die berühmte „Himmelsscheibe von Nebra“ wurde. Seine letzte große Ausstellung soll 2029 eröffnet werden, was Anlass für eine Bilanz des Vierteljahrhunderts grundlegender Veränderungen gibt, die die lokale Archäologie aus der Lethargie auf wissenschaftliche und museale Höhen führten.
Bahnhrechende Transformation der Institution
Harald Meller übernahm 2001 das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle, das sich in einer Krise befand: Es fehlte eine Dauerausstellung, das Gebäude benötigte eine Sanierung, und wertvolle Funde waren verstreut. Heute ist das Museum renoviert, verfügt über moderne Magazine und Werkstätten, und sein wissenschaftlicher Ruf reicht weit über Deutschland hinaus.
Symbol: Die Himmelsscheibe von Nebra
Ein Schlüsselmoment für Mellers Karriere und den Erfolg der gesamten Institution war die Rückgewinnung der berühmten „Himmelsscheibe von Nebra“ im Jahr 2002 – einer Bronzescheibe aus der Bronzezeit, die als die älteste bekannte Darstellung des Kosmos gilt. Dieses Artefakt zog weltweite Aufmerksamkeit auf sich und wurde zum Aushängeschild des Museums.
Letzte Ausstellung und Karrierebilanz
Meller, der heute 65 Jahre alt ist, plant für 2029 seine letzte große Ausstellung, was einen symbolischen Abschluss für seine 25-jährige Amtszeit darstellt. Experten wie Prof. Carola Metzner-Nebelsick betonen seine enormen Verdienste um die Entwicklung des Wissens über die Vorgeschichte der Region.
Harald Meller, der am 1. März 2001 das Amt des Landesarchäologen von Sachsen-Anhalt antrat, steht kurz vor dem Abschluss seiner bahnbrechenden Karriere. Er übernahm damals das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle in einem Zustand tiefen Verfalls. Die Dauerausstellung war abgebaut, das Gebäude benötigte dringend eine Sanierung, und die wertvollsten Funde, darunter die berühmte „Himmelsscheibe von Nebra“, wurden unter provisorischen Bedingungen gelagert – unter Decken oder in über das Land verstreuten Scheunen. Es fehlte ein zentrales Magazin, eine moderne Restaurierungswerkstatt und eine grundlegende Digitalisierung. Die Existenz des Museums selbst stand in Frage. Heute, ein Vierteljahrhundert später, ist diese Institution ein internationales Wissenschaftszentrum mit gefestigtem Ruf. Meller, der „Architekt der archäologischen Wiederbelebung“ genannt wird, vollbrachte diese Transformation durch eine Kombination aus Vision und konkreten Maßnahmen. Seine erste Entscheidung war die Organisation der Ausstellung „Schönheit, Macht und Tod“ anlässlich des 120-jährigen Bestehens des Museums im Jahr 2001, was ein Signal dafür war, dass die Einrichtung eine Zukunft hat. Der wahre Durchbruch kam jedoch 2002, als nach einer fingierten Verkaufsaktion in Basel die gestohlene „Himmelsscheibe von Nebra“ – eine einzigartige Bronzescheibe aus der Bronzezeit, die die älteste bekannte Darstellung des Kosmos ist – zurückgewonnen wurde. Die Himmelsscheibe von Nebra, die auf etwa 1600 v. Chr. datiert wird, wurde 1999 illegal von Schatzsuchern in einem Wald bei Nebra in Sachsen-Anhalt entdeckt. Ihre wissenschaftliche Bedeutung und ihr künstlerischer Wert sind mit dem britischen Stonehenge oder den ägyptischen Pyramiden vergleichbar, was sie zu einem der wichtigsten europäischen archäologischen Funde des 20. Jahrhunderts macht. Dieses Artefakt wurde zu einer globalen Sensation und einem Magneten, der Touristen und Forscher aus der ganzen Welt nach Halle lockte. Unter Mellers Führung erblühte die Archäologie in Sachsen-Anhalt. Wie Prof. Carola Metzner-Nebelsick von der Universität München betont, versuchte Meller, „offene Fragen zur Vorgeschichte und Frühgeschichte Sachsen-Anhalts durch gezielte Ausgrabungen und Forschungen zu beantworten“. Heute ist das Wissen über die Anfänge der Besiedlung in diesem Gebiet bis ins Mittelalter unvergleichlich reicher. Der Archäologe selbst, der heute 65 Jahre alt ist, bereitet sich darauf vor, sein berufliches Kapitel zu schließen, und plant für 2029 seine letzte große Ausstellung. Dies ist der Moment, um seine Leistungen zu bilanzieren, die nicht nur ein Museum retteten und berühmt machten, sondern auch die gesamte Region als einen der führenden europäischen archäologischen „Hotspots“ etablierten.
Mentioned People
- Harald Meller — Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt, Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle, Architekt des Erfolgs der lokalen Archäologie.
- Carola Metzner-Nebelsick — Professorin, Leiterin des Lehrstuhls für Vor- und Frühgeschichte an der Universität München, kommentiert die Leistungen Mellers.