Transportunternehmen bieten Lkw-Fahrern Gehälter von 8.000 bis 12.000 Złoty pro Monat, doch es mangelt an Bewerbern. Die Branche kämpft mit einem sich verschärfenden Personalmangel, und erfahrene Fahrer entscheiden sich zunehmend für nationale Routen, um mehr Zeit zu Hause zu verbringen, auch wenn sie dann weniger verdienen. Experten warnen vor einer weiteren Überalterung des Sektors und einer wachsenden Generationenlücke.
Hohe Gehälter locken nicht
Stellenangebote versprechen bis zu 12.000 Złoty, doch die Zahl der Bewerber sinkt, was auf tiefere Probleme im Beruf hinweist.
Versteckte Kosten der Transportarbeit
Fahrer weisen darauf hin, dass hohe Einnahmen durch Gebühren für Sanitäranlagen, Duschen oder Essen aufgefressen werden, was den realen Gewinn schmälert.
Alternde Transportbranche
Der Sektor altert schnell, es fehlt an jungem Personal, und ein Teil der erfahrenen Fahrer geht in den Ruhestand oder wählt Arbeit näher am Haus.
Probleme des EU-Arbeitsmarktes
Der Fahrermangel betrifft auch Tschechien, die Slowakei oder Ungarn, was zeigt, dass es sich um ein systemisches Problem der gesamten Region handelt.
Der polnische Straßentransport steht vor einer ernsthaften personellen Herausforderung. Obwohl Stellenanzeigen attraktive, bis zu 12.000 Złoty monatliche Gehälter versprechen, haben Unternehmen Probleme, interessierte Fahrer zu finden. Diese Krise wird seit einigen Jahren beobachtet, nimmt aber derzeit an Intensität zu. Erfahrene Fahrer, oft nach Jahren im internationalen Transport, entscheiden sich dafür, auf lange Strecken zugunsten der "Inlandsfahrten" zu verzichten. Diese Lösung ermöglicht es ihnen, häufiger zu Hause zu sein, geht jedoch mit niedrigeren Einnahmen einher. Das zeigt, dass für viele Arbeitnehmer nicht mehr die Höhe des Gehalts Priorität hat, sondern die Lebensqualität und die mit der Familie verbrachte Zeit. Die Personalkrise im Straßentransport in Polen und der Europäischen Union verschärft sich seit der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts. Nach dem EU-Beitritt im Jahr 2004 gingen viele polnische Fahrer zur Arbeit nach Westeuropa, was zunächst lokale Engpässe milderte, aber mit der Zeit zu einem Brain Drain im Sektor beitrug. Die dynamische Entwicklung des Online-Handels und der Logistik in den letzten 15 Jahren hat die Nachfrage nach Transportdienstleistungen nur noch erhöht. Einer der Hauptgründe für den Abfluss von Personal sind die realen Arbeitsbedingungen. Trotz scheinbar hoher Sätze, wie die Berufsfahrerin Iwona Blecharczyk betont, verschlingt ein großer Teil der Einnahmen die täglichen Ausgaben auf der Strecke. „Płacisz za toaletę, płacisz za prysznic, płacisz za wszystko” (Man zahlt für die Toilette, man zahlt für die Dusche, man zahlt für alles) — Berufsfahrerin Iwona Blecharczyk. Diese "versteckten Kosten" des Lebens auf der Straße, einschließlich der Verpflegung, schmälern das Nettoeinkommen erheblich. Die Branche kämpft auch mit einer alternden Fahrergesellschaft, und junge Menschen drängen nicht zu diesem Beruf, der als hart, mit langer Abwesenheit von zu Hause verbunden und bürokratisch belastet wahrgenommen wird. Das Problem hat eine gesamteuropäische Dimension. Wie aus einem Bericht des Unternehmens Eurowag hervorgeht, ist der Fahrermangel nicht nur in Polen, sondern auch in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Spanien und Portugal spürbar. Das bedeutet, dass es sich um eine systemische Herausforderung für die EU-Logistik handelt. In einigen Regionen Polens wird die Situation zusätzlich durch die Arbeitsmigration von Fahrern in westliche EU-Länder und deren Umschulung verschärft. Wenn die Tendenzen anhalten, könnte sich die Personallücke in den nächsten Jahren noch vergrößern, was die Lieferketten stören und die Transportkosten und folglich die Warenpreise erhöhen könnte.
Mentioned People
- Iwona Blecharczyk — Berufsfahrerin von Lkw, die die Realitäten der Arbeit im Transport kommentiert.