Das Museum Barberini in Potsdam eröffnet eine der umfangreichsten Ausstellungen zum deutschen Impressionismus. Die Schau, die sich auf das Werk von Max Liebermann konzentriert, präsentiert über 110 Werke aus mehr als 60 internationalen Sammlungen. Das Ereignis wirft ein neues Licht auf den Künstler, der sich der konservativen Kulturpolitik des Deutschen Kaiserreichs widersetzte, indem er moderne französische Vorbilder direkt in die heimische Kunst einführte und seine Villa am Wannsee zum Zentrum des künstlerischen Dialogs machte.
Rekordumfang der Ausstellung
Das Museum präsentiert über 110 Werke von Max Liebermann und anderen deutschen Impressionisten, die aus 60 Sammlungen weltweit zusammengetragen wurden.
Garten am Wannsee als Leitmotiv
Die Ausstellung zeigt die einzigartige Beziehung des Künstlers zu seinem Sommerhaus, das er auf fast zweihundert Bildern festgehalten hat.
Aufstand gegen die Tradition
Die Werke dokumentieren den Kampf der modernen Maler gegen die von Kaiser Wilhelm II. unterstützte konservative Strömung.
Das Museum Barberini in Potsdam hat die Eröffnung einer neuen, spektakulären Ausstellung mit dem Titel „Deutscher Impressionismus” angekündigt, die sich auf die Figur von Max Liebermann – dem herausragendsten Vertreter dieser Strömung jenseits der Oder – konzentriert. Die Ausstellung wird für Besucher vom 28. Februar bis zum 7. Juni 2026 zugänglich sein. Die Kuratoren haben über 110 Leinwände zusammengetragen, die von mehr als 60 renommierten Institutionen aus der ganzen Welt zur Verfügung gestellt wurden. Zentrale Thematik der Ausstellung ist das Motiv des Gartens an der Villa des Künstlers am Wannsee, den der Maler auf seinen Leinwänden etwa 200 Mal festgehalten hat. Der deutsche Impressionismus entstand in einer Atmosphäre des Aufbegehrens gegen die Vorlieben von Kaiser Wilhelm II., der diese moderne Ästhetik verächtlich als „Gossenkunst” bezeichnete. Anstelle monumentaler Historienbilder und dunkler Töne setzten Liebermann und Künstler wie Max Slevogt oder Lovis Corinth auf Szenen aus dem Alltagsleben, lichtdurchflutete Landschaften und das Malen im Freien. Die Ausstellung im Barberini zeigt Liebermann nicht nur als talentierten Maler, sondern auch als einflussreichen Kulturvermittler und Sammler, der eine Schlüsselrolle bei der Modernisierung des deutschen Kunstmarktes spielte. Im Jahr 1898 war Max Liebermann Mitbegründer der Berliner Secession, einer Künstlervereinigung, die als Ausdruck des Protests gegen die offizielle staatliche Politik fungierte und neue Strömungen in der europäischen Kunst förderte. Den Wert der Werke des Meisters bestätigen auch spektakuläre Auktionsergebnisse – eines der Bilder, „Reiter am Strand”, wurde vor Jahren für 2,6 Millionen Euro versteigert. Die Ausstellung in Potsdam legt besonderen Wert auf die Zeit nach 1915, als sich der Künstler fast vollständig der Darstellung seiner privaten grünen Oase widmete. Die vom Mäzen Hasso Plattner finanzierte Veranstaltung stellt derzeit einen der wichtigsten Punkte auf der kulturellen Landkarte Deutschlands dar. „Max Liebermann setzte sich über die engen Vorstellungen der kaiserlichen Kunstpolitik hinweg und wurde um 1900 zum Vorbild für viele Künstlerinnen und Künstler in Deutschland.” — Museum Barberini
Mentioned People
- Max Liebermann — Hauptfigur der Ausstellung, Pionier des deutschen Impressionismus.
- Hasso Plattner — Kunstmäzen und Stifter des Museums Barberini.
- Max Slevogt — Hervorragender Vertreter des deutschen Impressionismus, der in der Ausstellung erwähnt wird.