In Deutschland wächst die Debatte über die Berechtigung der weiteren Aufrechterhaltung von Kontrollen an den Landgrenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz. Während die Bundesregierung eine Verlängerung bis September plant, fordern die Behörden Brandenburgs und Polizeigewerkschaften eine Strategieänderung. Sie argumentieren mit einem Rückgang der Zahl illegaler Grenzübertritte und der Notwendigkeit, Beamte für Aufgaben im Inland, etwa auf Bahnhöfen, umzusetzen.
Forderung nach Reduzierung der Polizeikräfte
Die Gewerkschaft GdP fordert eine Verlegung von Beamten von der deutsch-polnischen Grenze zum Schutz von Bahnhöfen aufgrund des Rückgangs der Festnahmen von Migranten.
Appell zur Abschaffung der Kontrollen
Minister Robert Crumbach plädiert für eine Beendigung der Grenzkontrollen im Sommer 2026 und verbindet dies mit dem Inkrafttreten der europäischen Reform des Asylsystems GEAS.
Position des BMI der Bundesrepublik Deutschland
Das Bundesministerium des Innern plant, das derzeitige Grenzregime mindestens bis September 2026 aufrechtzuerhalten, was auf Widerstand der Behörden Brandenburgs stößt.
Die deutsche politische Szene sieht sich mit einem wachsenden Streit über die Zukunft vorübergehender Kontrollen an den Binnengrenzen der Europäischen Union konfrontiert. Der Schengen-Raum bleibt eine der Grundlagen der europäischen Integration, doch seit Oktober 2023 wenden Deutschland Ausnahmen von dieser Regel an, um die illegale Migration einzudämmen. Jüngste Daten zeigen einen deutlichen Rückgang der Festnahmen, was zum Hauptargument für Gegner weiterer Beschränkungen wurde. Der brandenburgische Minister für Europäische Angelegenheiten, Robert Crumbach, forderte eine Beendigung der Kontrollen spätestens im Sommer 2026. Seiner Ansicht nach sollte die Umsetzung der GEAS-Reform, geplant für Juni 2026, der Wendepunkt sein. Crumbach betont, dass die Aufrechterhaltung der Kontrollen die regionale Wirtschaft und die Freizügigkeit der Bürger beeinträchtigt. wrzesień 2026 — bis zu diesem Termin will das BMI die Kontrollen aufrechterhalten Gleichzeitig fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine Reduzierung der direkt an der Grenze zu Polen stationierten Kräfte. Der Vorsitzende des regionalen GdP-Bezirks, Andreas Broska, weist darauf hin, dass bei sinkender Zahl von Vorfällen an der eigentlichen Grenzlinie Beamte an anderen Orten wie Bahnhöfen oder Verkehrsknotenpunkten dringender benötigt werden, wo das Kriminalitätsrisiko hoch bleibt. Die Gewerkschafter argumentieren, dass die derzeitige Personalsituation ein flexibleres Management der Ressourcen der Bundespolizei erfordert. Deutschland führte die Kontrollen an den Landgrenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz im Oktober 2023 als Reaktion auf einen starken Anstieg der Asylanträge und die Aktivität von Schleuserbanden ein. „Mehrfach verlängerte Kontrollen an den Binnengrenzen gefährden die Errungenschaften des Integrationsprozesses und sind aus europäischer Rechtslage problematisch.” — Robert Crumbach Trotz des Drucks beharrt Innenminister Alexander Dobrindt hartnäckig auf der Fortsetzung der derzeitigen Maßnahmen. Dieser Streit veranschaulicht ein größeres Dilemma Deutschlands: den Versuch, die Anforderungen der inneren Sicherheit und Kontrolle von Migrationsprozessen mit der Idee eines offenen Europas in Einklang zu bringen. Die Entscheidung, ob die Kontrollen im Sommer auslaufen oder bis zum Herbst aufrechterhalten werden, wird entscheidend für die Beziehungen zu den Nachbarn der Visegrád-Gruppe sein. Das Fehlen präziser statistischer Daten über die Zahl der Flüchtlinge in einzelnen Monaten verhindert die Erstellung eines Liniendiagramms, doch der Text bestätigt den Abwärtstrend seit 2023. Betonung der negativen Auswirkungen der Kontrollen auf Bürgerrechte und Wirtschaft, Förderung offener Grenzen und systemischer Lösungen durch GEAS. | Legt Wert auf die Notwendigkeit des Grenzschutzes als Instrument zur Bekämpfung illegaler Migration und Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit.
Mentioned People
- Robert Crumbach — Minister für Finanzen und Europäische Angelegenheiten Brandenburgs, der sich für die Öffnung der Grenzen ausspricht.
- Andreas Broska — Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für den Bezirk Berlin-Brandenburg.
- Alexander Dobrindt — Bundesminister des Innern Deutschlands, Befürworter der Aufrechterhaltung der Kontrollen.
- René Wilke — Minister des Innern Brandenburgs (SPD), der sich zur GEAS-Reform äußert.