Der deutsche Gastgewerbesektor kämpft mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Trotz nominaler Umsatzsteigerungen offenbart die Inflationsbereinigung einen realen Rückschritt der Branche. Selbst die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen konnte die Situation nicht verbessern, da steigende Betriebskosten, insbesondere Personalaufwendungen und der Anstieg des Mindestlohns, Gastronomen zu weiteren Preiserhöhungen zwingen. Daten des Statistischen Bundesamtes bestätigen die wachsende Kluft zwischen Umsätzen und Rentabilität der Unternehmen.

Realer Umsatzrückgang

Trotz eines nominalen Anstiegs um 1,4% sanken die realen Umsätze im Jahr 2025 um 2,1% aufgrund hoher Preise.

Kostendruck durch Personal

Der Anstieg des Mindestlohns beeinträchtigt die Rentabilität, da der Sektor viele geringverdienende Arbeitnehmer beschäftigt.

Weitere Preiserhöhungen

Etwa 22-25% der Gastronomiebetreiber planen in naher Zukunft Preiserhöhungen, trotz der gesenkten Mehrwertsteuersätze.

Die deutsche Gastgewerbebranche schloss das Jahr 2025 mit Ergebnissen ab, die bei Wirtschaftsexperten Besorgnis erregen. Wie vorläufige Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, verzeichnete der Sektor zwar einen nominalen Umsatzanstieg von 1,4%, doch dieses Ergebnis trügt. Nach Bereinigung um Inflation und Preiseffekte schrumpfte der reale Umsatz der Branche um 2,1% im Vergleich zum Vorjahr. Diese Situation betrifft sowohl Hotels als auch Restaurants, wobei Beherbergungsbetriebe relativ besser dastehen als der rein gastronomische Sektor. Die deutsche Gastronomie spielte historisch eine Schlüsselrolle in der Wirtschaft der Bundesrepublik, doch seit der COVID-19-Pandemie und der anschließenden Energiekrise sieht sich der Sektor mit einer beispiellosen Welle von Insolvenzen und strukturellen Veränderungen konfrontiert. Besonders kontrovers ist die Wirkung der Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen. Obwohl sie theoretisch Unternehmen und Verbrauchern Entlastung bringen sollte, zeigen Daten aus dem Januar, dass Restaurantbesuche um 3,6% im Jahresvergleich teurer geworden sind. Viele Betriebe entschieden sich, die Steuerersparnis zu behalten, um die rapide steigenden Betriebskosten zu finanzieren. „Die Gastronomie steht nach wie vor unter enormem Druck. Sinkende Umsätze prallen auf steigende Kosten, besonders im Personalbereich, was auch durch die Anhebung des Mindestlohns beeinflusst wird.” — Guido Zöllick Der Präsident des Branchenverbands Dehoga betont, dass dieser Sektor überdurchschnittlich viele Geringverdiener beschäftigt, was ihn anfällig für legislative Veränderungen macht. Die Prognosen für die nahe Zukunft sind nicht optimistisch. Umfragen deuten darauf hin, dass jeder vierte Gastronom in den kommenden Monaten weitere Preiserhöhungen plant. 22% der Gastronomiebetriebe sehen sich bereits jetzt dazu gezwungen und begründen dies mit mangelnder Rentabilität bei aktuellen Preisen. Verbraucher, die einen Kaufkraftverlust spüren, könnten als Reaktion ihre Ausgaben für Außer-Haus-Verzehr reduzieren, was zu einer gefährlichen wirtschaftlichen Spirale für kleinere Unternehmen führen könnte. Situation in der Gastronomie (2025 vs. 2024): Nominale Umsätze: Basis 100% → Anstieg um 1,4%; Reale Umsätze (zu konstanten Preisen): Basis 100% → Rückgang um 2,1%; Restaurantpreise (Januar): Preise 2024 → Anstieg um 3,6% 22% — der Restaurants plant Preiserhöhungen trotz Steuersenkung Umsatzentwicklung im Jahr 2025: Nominal: 1.4, Real: -2.1

Mentioned People

  • Guido Zöllick — Präsident des Branchenverbands Dehoga, vertritt die Interessen von Hoteliers und Gastronomen.