Wissenschaftler der Universität Cambridge haben eine bahnbrechende Studie zum brachyzephalen obstruktiven Atemwegssyndrom veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass ernsthafte Atemprobleme einen deutlich größeren Kreis von Vierbeinern betreffen als bisher angenommen. Neben den beliebten Möpsen und Französischen Bulldoggen finden sich auch Pekinesen und Japanische Chin auf der Hochrisikoliste. Die Forscher weisen auf konkrete anatomische Merkmale hin, die das Leiden der Tiere bestimmen und ihre grundlegenden Lebensfunktionen einschränken.

Breites Ausmaß des Problems

Die Studie aus Cambridge ergab, dass bis zu 12 verschiedene Hunderassen vom BOAS-Syndrom bedroht sind, was über den bisher bekannten Kreis der Arten hinausgeht.

Neue Rassen mit hohem Risiko

Pekinesen und Japanische Chin gehören nun zur Hochrisikogruppe, neben Möpsen und Französischen Bulldoggen.

Anatomische Ursachen des Leidens

Die Hauptfaktoren sind verengte Nasenlöcher und ein breiter Schädel, die zu chronischer Atemnot und Problemen mit der Temperaturregulierung führen.

Die neuesten Untersuchungen von Experten der Universität Cambridge, veröffentlicht in der renommierten Zeitschrift „PLOS One”, werfen ein neues Licht auf das Ausmaß der Gesundheitsprobleme von Hunden mit verkürzten Schnauzen. Brachyzephalie ist nicht nur auf Möpse oder Bulldoggen beschränkt. Die Analyse ergibt, dass bis zu 12 Hunderassen eine Prädisposition für das BOAS-Syndrom aufweisen. Die alarmierendsten Ergebnisse betreffen Pekinesen und Japanische Chin, bei denen das Risiko für Atemwegsobstruktionen vergleichbar hoch ist wie bei den allgemein mit diesem Leiden assoziierten Möpsen. Die Studie umfasste ein breites Spektrum an Rassen und wies auf unterschiedliche Gefährdungsgrade in Abhängigkeit von Schädelbau und Nasenlöchern hin. Das Phänomen der Hundezucht unter dem Aspekt extremer Aussehensmerkmale, bekannt als selektive Kynologie, verstärkte sich im 19. Jahrhundert und führte zur Verfestigung genetischer Defekte, die Tierärzte heute als Qualzucht bezeichnen.Die Hauptfaktoren, die die Krankheit bestimmen, sind verengte Nasenlöcher, ein übermäßig langes Gaumensegel und eine spezifische, breite Schädelform. Diese physischen Barrieren führen dazu, dass Hunde Schwierigkeiten mit der normalen Atmung haben, was sich in Problemen mit der Thermoregulation, dem Schlaf und der Fähigkeit zu körperlicher Anstrengung äußert. Tierärzte weisen darauf hin, dass viele Besitzer das pfeifende Atmen ihres Haustieres fälschlicherweise für ein rassetypisches Merkmal halten, während es in Wirklichkeit ein Symptom von Sauerstoffmangel ist. Darüber hinaus betonen die Wissenschaftler den Einfluss von Übergewicht, das die Prognose drastisch verschlechtert und die Symptome von Atemnot bei von diesem Syndrom betroffenen Hunden verstärkt. Pekinese und Japanischer Chin haben ein vergleichbar hohes Risiko für Atemprobleme wie Möpse und Bulldoggen.Die Schlussfolgerungen der Veröffentlichung sind von entscheidender Bedeutung für Züchter und künftige Besitzer, da sie die Notwendigkeit einer Änderung der Rassestandards zur Verbesserung des Tierwohls nahelegen. Experten appellieren, Hunde vor ihrer Zulassung zur Zucht auf ihre Atemfunktion zu überwachen, was die Weitergabe fehlerhafter Genetik an nachfolgende Generationen einschränken könnte. Das Problem betrifft auch Rassen wie Boxer oder Shih Tzu, wobei ihr Gefährdungsgrad im Vergleich zur Hochrisikogruppe als moderat eingestuft wurde. Rassen mit höchstem Risiko: 4, Rassen mit moderatem Risiko: 8so viele Hunderassen sind von schwerer Atemnot bedroht