Die International Football Association Board (IFAB) wird bei ihrem Wochenendtreffen in Wales wesentliche Regeländerungen erwägen, die die Rolle des VAR stärken. Zu den vorgeschlagenen Neuerungen gehören die automatische Überprüfung jedes Eckstoßes sowie die Kontrolle zweiter gelber Karten, die zu einer roten führen. Die am Samstag getroffenen Entscheidungen könnten sich bereits auf die Spiele während der Weltmeisterschaft 2026 auswirken. An den Beratungen werden Schlüsselfiguren des Weltfußballs teilnehmen.

Automatische Kontrolle von Eckstößen

Die wichtigste der vorgeschlagenen Änderungen ist die obligatorische, sofortige Kontrolle jedes zugesprochenen Eckstoßes durch den VAR. Ziel ist es, Situationen zu verhindern, in denen ein fälschlich zugesprochener Eckball zu einem Torerfolg führt. Die Entscheidung soll in Echtzeit getroffen werden, um lange Spielunterbrechungen zu vermeiden.

Überprüfung zweiter gelber Karten

Die IFAB erwägt auch, die VAR-Befugnisse auf die Kontrolle zweiter gelber Karten auszuweiten, die zur Feldverweisung eines Spielers führen. Das System würde jedoch nicht die Möglichkeit haben, die erste gelbe Karte oder das Fehlen einer Strafe zu überprüfen, die zu einer zweiten Verwarnung hätte führen sollen, es sei denn, es wurde ein nachgewiesener und offensichtlicher Fehler begangen.

Treffen der Schlüsselentscheider

Die Entscheidungen werden während der 140. Jahreshauptversammlung der IFAB getroffen, die am Samstag im Sitz des Walisischen Fußballverbands in Hensol bei Cardiff stattfindet. An dem Treffen werden hochrangige Vertreter des Weltfußballs teilnehmen, was die Bedeutung der diskutierten Änderungen unterstreicht.

Die International Football Association Board (IFAB) bereitet sich darauf vor, bedeutende Änderungen an den Spielregeln einzuführen, die entgegen den Erwartungen einiger Fans und Experten darauf abzielen, den Eingriffsbereich des VAR-Systems auszuweiten, nicht einzuschränken. Während der 140. Jahreshauptversammlung in Wales, die für Samstag geplant ist, werden die Regelungsexperten die Novellierungen diskutieren und abstimmen, die noch vor den Sommer-Weltmeisterschaften in Kraft treten könnten. Der umstrittenste Vorschlag ist die Einführung einer automatischen Überprüfung jedes Eckstoßes. Gemäß dem Änderungsentwurf wird jeder zugesprochene Eckball vom VAR in Echtzeit überprüft. Ziel dieser Änderung ist es, Situationen zu eliminieren, in denen ein Tor nach einem fälschlicherweise zugesprochenen Eckstoß fällt. Deutsche Quellen betonen, dass die Kontrolle sofort erfolgen soll, um „quälend langen Prüfzeiten”, also quälend langen Überprüfungszeiten, vorzubeugen, die in anderen von Video überprüften Situationen kritisiert werden. Das VAR-System (Video Assistant Referee) wurde 2018 von der IFAB nach einer Testphase in die offiziellen Spielregeln aufgenommen. Anfangs beschränkte sich seine Anwendung auf vier „spielverändernde” Situationen: Torerzielung, Entscheidung über einen Strafstoß, rote Karte sowie Verwechslung eines Spielers bei der Strafaussprache. Seitdem wurde seine Rolle schrittweise erweitert und entwickelte sich als Reaktion auf Kontroversen bei Spielen der höchsten Spielklasse weiter. Eine weitere geplante Änderung ist die Ausweitung der VAR-Befugnisse auf die Überprüfung zweiter gelber Karten, die zu einer automatischen roten Karte und der Feldverweisung des Spielers führen. Das bedeutet, dass der Videoschiedsrichter die Entscheidung des Hauptschiedsrichters über die Aussprache einer zweiten Verwarnung anfechten kann, wenn er sie für einen eklatanten Fehler hält. Gemäß dem Entwurf wird das System jedoch nicht die erste gelbe Karte oder Situationen umfassen, in denen der Schiedsrichter keine Strafe aussprach, obwohl er es hätte tun sollen, es sei denn, es handelt sich um einen offensichtlichen und nachgewiesenen Fehler. Diese Ausweitung zielt darauf ab, die Fairness in entscheidenden Spielmomenten zu erhöhen, die das Ergebnis eines Spiels beeinflussen können. „Während viele Fans den Videoschiedsrichter am liebsten wieder abschaffen wollen, soll die Macht des VAR ausgeweitet werden.” — Artikel von n-tv Das IFAB-Treffen in Hensol bei Cardiff wird die wichtigsten Entscheidungsträger des Weltfußballs versammeln. Zu den Teilnehmern gehören FIFA-Präsident Gianni Infantino sowie der legendäre Trainer und derzeitige Leiter der globalen Fußballentwicklung bei der FIFA, Arsène Wenger. Die Anwesenheit solch einflussreicher Persönlichkeiten unterstreicht die Bedeutung der getroffenen Entscheidungen für die Zukunft der Disziplin. Die diesjährige Jahreshauptversammlung ist ein Schlüsselmoment im Kalender der IFAB, da hierbei Regeländerungen förmlich genehmigt werden können, die dann zur Zustimmung durch die im Rat vertretenen Organisationen gelangen. Die vorgeschlagenen Änderungen stoßen auf gemischte Reaktionen. Einerseits zielen sie darauf ab, die Präzision und Fairness schiedsrichterlicher Entscheidungen in kritischen Spielmomenten zu erhöhen. Andererseits wecken sie Bedenken hinsichtlich einer weiteren Verlangsamung des Spieltempos und einer Zunahme der Unterbrechungen, was einer der Hauptkritikpunkte am derzeitigen Funktionieren des VAR ist. Die am Samstag getroffenen Entscheidungen könnten sich bereits im Sommer 2026 direkt auf die Wettbewerbe auswirken, einschließlich der bevorstehenden Weltmeisterschaft.

Mentioned People

  • Gianni Infantino — Präsident des Weltfußballverbands (FIFA).
  • Arsène Wenger — Ehemaliger Trainer von Arsenal London, derzeit Leiter der globalen Fußballentwicklung bei der FIFA.