Der US-Präsident Donald Trump kündigte die Anhebung des globalen Zollsatzes von 10 auf 15 Prozent an. Die Entscheidung fiel nur wenige Stunden, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die im Jahr 2025 eingeführten Zölle für illegal erklärt und aufgehoben hatte. Der neue Schritt des Weißen Hauses stützt sich auf Vorschriften zum Schutz der Zahlungsbilanz, was auf Widerstand der Europäischen Union und Besorgnis auf asiatischen Märkten, einschließlich Indien, stößt.

Zollerhöhung auf 15 Prozent

Donald Trump erhöhte den globalen Zollsatz von den angekündigten 10 auf 15 Prozent, was die Obergrenze für Importzuschläge gemäß Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 darstellt.

Aufhebung früherer Zölle

Der Oberste Gerichtshof der USA entschied, dass die 2025 eingeführten Zölle rechtswidrig waren, was Unternehmen den Weg eröffnet, Milliarden Dollar an Überzahlungen zurückzufordern.

Protest der Europäischen Union

Die Europäische Kommission fordert von Washington Aufklärung und behauptet, dass die neuen US-Maßnahmen die Stabilität des transatlantischen Handels und die Vereinbarungen von 2025 gefährden.

Indien stoppt Verhandlungen

Aufgrund der Unsicherheit über die US-Zollpolitik verschob die Regierung in Neu-Delhi die Unterzeichnung eines neuen Handelsabkommens mit Washington.

Die US-Administration hat nach einer empfindlichen Niederlage vor Gericht ihren Kurs in der Handelspolitik drastisch verschärft. Am Freitag erkannte der Oberste Gerichtshof mit einer Stimmenmehrheit von 6 zu 3 an, dass die im Jahr 2025 auf Grundlage des IEEPA-Gesetzes verhängten Zölle rechtswidrig waren. Die Richter argumentierten, der Präsident besitze nicht die verfassungsmäßige Befugnis, eigenständig Steuern ohne ausdrückliche Zustimmung des Kongresses zu erheben. Als Reaktion auf dieses Urteil kündigte Donald Trump zunächst eine Rückkehr zum 10-Prozent-Satz an, um schließlich dessen Anhebung auf 15 Prozent zu verkünden und sich dabei auf Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 zu berufen. Entwicklung der US-Zollsätze (Februar 2026): Aufgehobener Zoll (IEEPA): 10, Ursprünglich angekündigter neuer Satz: 10, Endgültig verkündeter Satz: 15 Die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Europa sind seit 2018 angespannt, als die erste Trump-Administration Zölle auf Stahl und Aluminium verhängte. Seitdem griffen beide Seiten wiederholt zu Vergeltungsmaßnahmen, was zu einer tiefgreifenden Reform der globalen Lieferketten unter dem Motto des Schutzes der heimischen Industrie führte.Die neue Entscheidung löste eine sofortige internationale Reaktion aus. Die Europäische Kommission forderte offiziell Aufklärung und betonte, dass die derzeitigen Maßnahmen Washingtons die im August 2025 vereinbarten Regelungen zum "ausgewogenen Handel" verletzten. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, der demnächst in die USA reist, kündigte die Erarbeitung einer gemeinsamen, harten Position der Europäischen Union an. Indien beschloss unterdessen, ein entscheidendes Handelsgespräch in Washington zu verschieben und begründete dies mit extremer rechtlicher Unsicherheit. US-Technologiekonzerne wie Apple oder Alphabet hoffen auf Rückerstattung zuvor erhobener Zölle in Milliardenhöhe, obwohl der neue Satz von 15 Prozent weitere Belastungen bringen könnte. 130 mld USD — Summe der Zölle, deren Rückerstattung US-Firmen fordern können Rechtsexperten weisen darauf hin, dass die vom Präsidenten gewählte neue Rechtsgrundlage – Abschnitt 122 – zur Bekämpfung einer Zahlungsbilanzkrise gedacht ist und die Einführung von Zöllen nur für 150 Tage erlaubt. Da die USA derzeit nicht in einer Zahlungsbilanzkrise stecken, wird die Rechtmäßigkeit dieses Schritts wahrscheinlich erneut angefochten werden. Dennoch erklärt die Trump-Administration, dass die Zölle mit sofortiger Wirkung in Kraft treten, was Investoren als Versuch interpretieren, den ausländischen Partnern neue Handelsbedingungen gewaltsam aufzuzwingen. „Based on a thorough, detailed, and complete review of the ridiculous, poorly written, and extraordinarily anti-American decision on Tariffs issued yesterday... I will be, effective immediately, raising the 10% Worldwide Tariff to 15%.” (Basierend auf einer gründlichen, detaillierten und vollständigen Überprüfung der lächerlichen, schlecht geschriebenen und außerordentlich antiamerikanischen Entscheidung zu Zöllen, die gestern erging... werde ich, mit sofortiger Wirkung, den weltweiten Zoll von 10% auf 15% anheben.) — Donald Trump

Mentioned People

  • Donald Trump — Präsident der Vereinigten Staaten, Urheber der neuen Zolldekrete.
  • Friedrich Merz — Bundeskanzler Deutschlands, kündigte gemeinsame EU-Reaktion auf Zölle an.
  • Christine Lagarde — Chefin der EZB, warnte vor Gefahr für wirtschaftliches Gleichgewicht.