Ein internationales Wissenschaftlerteam hat das erste detaillierte Onkogenom der Hauskatze erstellt, indem es die DNA von Tumoren von fast 500 Tieren analysierte. Die in der renommierten Zeitschrift „Science” veröffentlichte Studie zeigt, dass die genetischen Mutationen, die bei Katzen aggressive Tumore verursachen, auffallend ähnlich zu denen beim Menschen sind. Diese Entdeckung ebnet den Weg für neue therapeutische Methoden, die sowohl der Veterinärmedizin als auch der menschlichen Onkologie zugutekommen können.

Identische genetische Mutationen

Die Studie bestätigte, dass Mutationen, die Krebs verursachen, bei Katzen fast identisch mit denen in menschlichen Krebszellen sind.

Durchbruch in der Brustkrebsforschung

Katzen-Brustkrebs zeigt auffallende Ähnlichkeit zu aggressiven Varianten beim Menschen, was die Entwicklung neuer Therapien erleichtert.

Gemeinsame Umwelt und Faktoren

Katzen, die in unseren Häusern leben, sind denselben Umweltverschmutzungen ausgesetzt, was sie zu einem ausgezeichneten Modell für onkologische Forschung macht.

Die in der renommierten Zeitschrift „Science” veröffentlichte Studie stellt einen Meilenstein im Verständnis der vergleichenden Onkologie dar. Ein internationales Forscherteam, zu dem Wissenschaftler des Wellcome Sanger Institute und der Universität Bern gehörten, analysierte das Onkogenom Onkogenom von fast 500 Hauskatzen. Es wurde gezeigt, dass Tumore bei diesen Tieren nicht nur das Ergebnis von Alterungsprozessen sind, sondern spezifische genetische Mutationen aufweisen, die fast identisch mit denen sind, die beim Menschen diagnostiziert werden. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Brustkrebs gewidmet, der bei Katzen eine verblüffende Ähnlichkeit mit den aggressivsten Formen dieser Krankheit bei Frauen aufweist. Das Verständnis dieser Mechanismen ermöglicht es Wissenschaftlern, Tumore als universelle Prozesse bei Säugetieren zu betrachten, was die Erprobung neuer Medikamente erheblich beschleunigen wird. Die Forschung zu tierischen Tumoren konzentrierte sich jahrzehntelang hauptsächlich auf Labormäuse, die jedoch die natürliche Entwicklung von Krankheiten beim Menschen nicht vollständig widerspiegeln. Katzen, die mit uns die häusliche Umgebung und die Exposition gegenüber denselben externen Faktoren teilen, werden zu einem viel besseren Forschungsmodell in der Onkologie. Die Analyse zeigte, dass Katzen denselben Umweltstressoren ausgesetzt sind wie ihre Besitzer, was sie zu natürlichen Indikatoren für onkologische Risiken macht. Bislang blieb die Genetik von Tumoren bei Katzen eine Art „Black Box”, während die Forschung zu Hämangiosarkomen Hämangiosarkomen bei Hunden deutlich weiter fortgeschritten war. Die neuen Daten ermöglichen die Erstellung einer Karte von gerichteten Mutationen, die das Tumorwachstum bestimmen. Experten fordern eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Humanmedizinern und Tierärzten im Rahmen des Konzepts One Health. Dadurch können zielgerichtete Therapien, die für eine Spezies entwickelt wurden, schneller für eine andere adaptiert werden, was die Dauer klinischer Studien verkürzt und deren Kosten senkt. „Die Entdeckung von Ähnlichkeiten in den genetischen Profilen von Tumoren bei Katzen und Menschen öffnet die Tür zu gemeinsamen therapeutischen Strategien, die sowohl das Leben unserer Patienten als auch das ihrer Haustiere retten werden.” — Zitat des Forschungsteams von Science 500 — Hauskatzen wurden auf Tumorgenetik untersucht Die Schlussfolgerungen aus dieser Veröffentlichung sind grundlegender Natur. Die Wissenschaftler identifizierten Gene, die durch dieselben Prozesse von Replikationsfehlern oder externen Faktoren geschädigt werden. Das bedeutet, dass die molekulare Onkologie die Katze nun als einen entscheidenden Verbündeten im Kampf gegen Krebs betrachten kann. Darüber hinaus wirft diese Studie ein neues Licht auf seltene und aggressive Tumorarten, die beim Menschen selten vorkommen, was ihre bisherige statistische Analyse erschwerte. Dank einer größeren Population von Katzen mit ähnlichen Veränderungen wird die statistische Signifikanz der Entdeckungen unbestreitbar.