Dario Amodei, CEO des Unternehmens Anthropic PBC, wird sich am Dienstag mit dem US-Verteidigungsminister Pete Hegseth im Pentagon treffen. Direkte Verhandlungen sollen die festgefahrene Vertragsgesprächssituation durchbrechen. Das Verteidigungsministerium droht dem Unternehmen mit der Einstufung als "Lieferkettenrisiko", nachdem es sich weigerte, technologische Sicherheitsvorkehrungen vollständig aufzuheben. Claude ist derzeit das einzige verfügbare KI-Modell in klassifizierten militärischen Systemen.

Direktes Treffen der Chefs

Der CEO von Anthropic, Dario Amodei, und Verteidigungsminister Pete Hegseth treffen sich persönlich am Dienstag im Pentagon, um die Nutzung von Claude in der Armee zu besprechen.

Drohung mit Sanktionen durch das Pentagon

Das Verteidigungsministerium droht dem Unternehmen Anthropic mit der Einstufung als "Lieferkettenrisiko", eine Kategorie, die normalerweise ausländischen Gegnern vorbehalten ist.

Schlüsselrolle des Modells Claude

Claude ist derzeit das einzige verfügbare Modell künstlicher Intelligenz in geheimen militärischen Systemen und gilt als am besten geeignet für sensible Verteidigungsaufgaben.

Streit um KI-Sicherheitsvorkehrungen

Anthropic weigert sich, eingebaute Sicherheitsvorkehrungen (Guardrails), die die Anwendungen seiner Technologie einschränken, vollständig aufzuheben, was den Hauptkonfliktpunkt darstellt.

Der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat den CEO von Anthropic, Dario Amodei, zu einem direkten Treffen geladen. Die Gespräche finden am Dienstag im Hauptquartier des Pentagon statt und sollen den langwierigen Stillstand in den Vertragsverhandlungen beenden. Der Streit betrifft die Bedingungen, unter denen das Verteidigungsministerium das fortschrittliche KI-Modell Claude nutzen könnte, das von Anthropic entwickelt wurde. Das Unternehmen Anthropic wurde 2021 von Dario Amodei und einer Gruppe von Forschern gegründet, die von OpenAI weggegangen waren. Von Anfang an deklarierte es einen ethischen Ansatz für die KI-Entwicklung, mit starkem Fokus auf Sicherheit und eingebaute Beschränkungen. Ihr Flaggschiff-Modell Claude konkurriert mit Produkten von Giganten wie ChatGPT von OpenAI oder Gemini von Google. Der Hauptstreitpunkt sind sogenannte Guardrails, also eingebaute technologische Sicherheitsvorkehrungen und Beschränkungen, die Anthropic seiner Technologie auferlegt hat. Das Unternehmen weigert sich, diese für militärische Zwecke vollständig aufzuheben, was auf scharfen Widerstand des Pentagon stieß. Als Reaktion droht das Ministerium damit, Anthropic als Lieferkettenrisiko einzustufen. Dies ist eine rechtliche und verfahrenstechnische Kategorie, die typischerweise auf Unternehmen aus Ländern angewandt wird, die als Gegner oder Verbündete von Gegnern der USA angesehen werden. Diese Drohung unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Konflikts und die Entschlossenheit des Militärs, vollen Zugang zur Technologie zu erlangen. Laut Berichten von Axios ist Claude das einzige verfügbare KI-Modell in geheimen, klassifizierten militärischen Systemen und wird als am besten geeignet für sensible Verteidigungs- und Aufklärungsaufgaben angesehen. Das Pentagon will den Zugang zu diesem Werkzeug nicht verlieren, ist aber gleichzeitig wütend über den Widerstand des Unternehmens. „Claude is the only AI model available in the military's classified systems, and the most capable model for sensitive defense and intelligence work.” (Claude ist das einzige KI-Modell, das in den klassifizierten Systemen des Militärs verfügbar ist und das leistungsfähigste Modell für sensible Verteidigungs- und Aufklärungsarbeit.) — Axios Im Hintergrund des Falls steht auch eine im November 2024 angekündigte Allianz zwischen Anthropic und dem Unternehmen Palantir Technologies. Die Partnerschaft sollte Nachrichtendiensten und Verteidigungsbehörden ermöglichen, "die Nutzung von Claude in der Palantir-KI-Plattform zu operationalisieren". Der aktuelle Streit könnte die Umsetzung dieser Zusammenarbeit gefährden oder ihren Umfang verändern. Das Treffen zwischen Amodei und Hegseth ist eine letzte Chance, einen Kompromiss zu finden. Quellen deuten an, dass die Parteien mit "völlig unterschiedlichen Positionen" in die Gespräche gehen. Das Militär drängt auf vollständige Handlungsfreiheit, während das Unternehmen darauf besteht, dass bestimmte ethische und sicherheitsrelevante Beschränkungen ein unverzichtbarer Teil seines Produkts sind. Das Ergebnis dieser Verhandlungen wird nicht nur für diese beiden Akteure Bedeutung haben, sondern auch für den weiteren Rahmen der Zusammenarbeit zwischen dem Verteidigungssektor und der kommerziellen KI-Industrie, die zwischen Innovation und Verantwortung balanciert.

Mentioned People

  • Dario Amodei — Geschäftsführer (CEO) des Unternehmens Anthropic PBC, Gründer des Unternehmens, ehemaliger Mitarbeiter von OpenAI.
  • Pete Hegseth — Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten (Secretary of Defense) in der Administration von Donald Trump (basierend auf Artikeln).