
Deutsches Kleinflugzeug stürzt in kroatischen Bergen ab – zwei Tote
Ein in Deutschland registrierter Diamond Super Dimona-Motorsegler ist am Freitag im Nationalpark Paklenica abgestürzt, als er von Tschechien nach Zadar unterwegs war. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben.
Flugverschwinden über dem Velebit-Gebirge
Am Freitagnachmittag verschwand ein in Deutschland registriertes Leichtflugzeug vom Radar, während es von Tschechien zur kroatischen Küstenstadt Zadar unterwegs war. Die kroatische Flugsicherung verzeichnete den letzten Kontakt mit dem zweisitzigen Motorsegler Diamond HK-36TC-100 Super Dimona um 16:14 Uhr MESZ. Das Flugzeug befand sich über dem zerklüfteten Velebit-Gebirge, etwa 60 Kilometer nordöstlich seines geplanten Ziels, als das Signal abbrach. Zum Zeitpunkt des Fluges wurden schwere Wetterbedingungen in der Region gemeldet, darunter starke Regenfälle, tiefe Wolkendecken und konvektive Gewitterzellen über den Gebirgspässen. Die Flugsicherung schlug sofort Alarm, woraufhin die regionalen Rettungsdienste eine koordinierte Reaktion einleiteten.
Suchaktion im Nationalpark Paklenica
Die Einsatzkräfte organisierten eine Suchaktion mehrerer Behörden, an der sich Einheiten des Zivilschutzes, örtliche Feuerwehren und spezialisierte alpine Suchteams beteiligten. Die Operation brachte zwischen 35 und 40 Bergrettungsspezialisten der Kroatischen Bergrettung (HGSS) aus den Einsatzstellen in Zadar und Gospić zusammen. Die Suche gestaltete sich aufgrund der schwierigen Bedingungen vor Ort schwierig: dichter Nebel reduzierte die horizontale Sichtweite auf 50 Meter auf den steilen, felsigen Hängen. Die Retter bewegten sich stundenlang zu Fuß durch dichte Wälder und starken Regen. Die Operation endete sechs Stunden nach der ersten Alarmierung, als die Bodenteams das abgestürzte Flugzeug fanden.
Die Polizei bestätigte das Ende der Operation in einer offiziellen Mitteilung nach der Entdeckung.
Die Suche nach dem vermissten Ultraleichtflugzeug wurde gegen 22 Uhr beendet, als Mitglieder der Kroatischen Bergrettung das Flugzeug und zwei tote Personen fanden.
Entdeckung des Wracks und Status der Opfer
Die Rettungskräfte fanden das Wrack der Diamond HK36 Super Dimona in einem bewaldeten Bereich innerhalb des Nationalparks Paklenica. Die Leichen beider Insassen wurden am Absturzort neben dem zertrümmerten Rumpf gefunden. Die kroatische Polizei bestätigte die deutsche Registrierung des Flugzeugs anhand seines Kennzeichens, gab jedoch die Namen oder Nationalitäten der Opfer zunächst nicht bekannt. Das Außenministerium der Tschechischen Republik erklärte, dass keiner der beiden Insassen die tschechische Staatsbürgerschaft besaß. Forensische Teams der Polizei sicherten den Bereich über Nacht und planten ihre detaillierte Untersuchung vor Ort für Samstagmorgen.
- Die Flugsicherung verliert Radar- und Funkkontakt zu dem Flugzeug über dem Velebit-Gebirge
- HGSS-Teams aus Zadar und Gospić werden zur Suche im Nationalpark Paklenica unter Stürmen eingesetzt
- Bergrettungsteams entdecken das Flugzeugwrack und die Leichen der beiden Insassen
- Kroatische Polizei und Flugermittler beginnen mit der forensischen Analyse vor Ort
Untersuchung und regionale Flugunfallstatistik
Die kroatischen Flugsicherheitsermittler haben eine Untersuchung eingeleitet, um die Ereigniskette zu klären, die zu dem tödlichen Absturz führte. Offizielle Ergebnisse liegen noch nicht vor, aber lokale Berichte deuten auf die schweren Sturmsysteme und die eingeschränkte Sicht über dem Velebit-Gebirge als Hauptfaktoren hin, die geprüft werden. Die Ermittler planen, Flugaufzeichnungen, atmosphärische Daten und am Absturzort in Paklenica gesicherte physische Beweise zu analysieren. Der Vorfall ist ein weiterer tödlicher Ultraleichtflugunfall im kroatischen Luftraum im Jahr 2026. Bereits im Juni kamen vier österreichische Staatsangehörige ums Leben, als ein weiteres Ultraleichtflugzeug in dem Land abstürzte. Sicherheitsbehörden und Polizeiteams arbeiten daran, die verbleibenden Flugzeugteile zu bergen, um die erste Phase der Untersuchung abzuschließen.

