
Zverev fegt spanischen Teenager Jódar vom Platz und erreicht fünftes French-Open-Halbfinale
Alexander Zverev schaltete den aufstrebenden Star Rafael Jódar mit 7:6(3), 6:1, 6:3 aus und steht damit nur noch zwei Siege von seinem ersten Grand-Slam-Titel in Roland Garros entfernt.
Zverev übersteht frühen Schrecken und zieht davon
Alexander Zverev sah sich auf dem Court Philippe‑Chatrier früh seiner bisher schwersten Turnierprüfung gegenüber, als der 19-jährige Rafael Jódar unter geschlossenem Dach mutiges, aggressives Tennis spielte und mit 2:5 in Rückstand geriet. Der Deutsche schaffte jedoch das Rebreak, als Jódar zum Satzgewinn aufschlug, und dominierte anschließend den Tiebreak, den er nach 68 Minuten mit 7:3 für sich entschied. Von diesem Moment an gab Zverev nur noch vier Spiele ab und zog souverän davon.
Das war die beste Leistung von Sascha Zverev bei diesem Turnier.
Der zweite Satz dauerte nur 34 Minuten, während Zverev mit seiner Rückhand die Grundlinienduelle kontrollierte. Jódar, der in seinen beiden vorherigen Runden jeweils fünf Sätze benötigt hatte, wirkte mental und physisch erschöpft. Zverev verwandelte seinen ersten Matchball nach 2 Stunden und 25 Minuten Spielzeit mit einem spektakulären Vorhandschlag und feierte mit geballter Faust und fokussiertem Blick.
Die Entstehung von Jódars überraschender Serie
Der Spanier war ein Jahr zuvor außerhalb der Top 700 in das Turnier gestartet und hatte eine Karrierebestmarke von Platz 29 erreicht. Mit dem Spitznamen „Rafa“ nach seinem Idol Rafael Nadal versehen, besiegte Jódar auf dem Weg ins Viertelfinale erfahrene Gegner. Gegen Zverev jedoch erwies sich der Schritt nach oben als zu groß, sobald der Deutsche seinen Rhythmus gefunden hatte.
Die Art, wie Jódar das Feld öffnet, das Tempo wechselt und manchmal die Linie spielt – damit hatte Zverev nicht gerechnet.
Regeneinbruch in der Arena verursachte im ersten Satz kurzzeitig Unruhe unter den Zuschauern, das Spiel wurde jedoch ohne Unterbrechung fortgesetzt.
Ein klarer Weg ins Finale
Da Jannik Sinner bereits in der zweiten Runde ausgeschieden ist, Novak Djokovic früh aus dem Turnier flog und Carlos Alcaraz verletzungsbedingt pausieren muss, gilt Zverev nun als klarer Favorit auf den Titel. Der 29-Jährige hat drei Grand-Slam-Finals verloren – bei den US Open 2020, den French Open 2024 und den Australian Open 2025 – und strebt bei seinem 41. Anlauf seinen ersten Major-Titel an.
Ich will die Matches vor mir gewinnen – das ist mein Ziel. Ich bin im Halbfinale, aber das war es für den Moment.
Er verkündete nach dem Match auch eine umfassendere Absicht:
Ich will mehr, ich will alles, das ist mein Moment.
Nächster Gegner: Einer von zwei 19-Jährigen
Im Halbfinale am Freitag trifft Zverev entweder auf den Brasilianer João Fonseca oder den Tschechen Jakub Mensik, beide 19 oder 20 Jahre alt. Deren Viertelfinale war für die Abendsitzung auf dem Court Philippe‑Chatrier angesetzt. Zverev sagte, er werde es sich von seinem Hotelzimmer aus ansehen, „vielleicht mit einem schönen Getränk in der Hand“.


