Spaniens Bevölkerung wird bis 2041 allein durch Zuwanderung auf 53,8 Millionen steigen – INE-Prognose, Einpersonenhaushalte überholen Paare
Die Bevölkerung Spaniens wird bis 2041 voraussichtlich 53,8 Millionen erreichen – ein Anstieg von 8,6 %, der ausschließlich durch Zuwanderung getragen wird, wie das INE am Mittwoch prognostizierte. Gleichzeitig werden Einpersonenhaushalte zur häufigsten Lebensform des Landes.
Nationales Wachstum hängt vollständig von ausländischen Zuzügen ab
Das Nationale Statistikinstitut (INE) veröffentlichte am Mittwoch seine Bevölkerungsprognosen für 2026–2041. Demnach wird Spanien in 15 Jahren 4.251.150 Einwohner hinzugewinnen und 53.841.249 erreichen. Der gesamte Anstieg ist auf internationale Migration zurückzuführen. Die Geburtenzahlen werden bis 2040 jedes Jahr unter den Sterbefällen liegen, was zu einer durchweg negativen natürlichen Bilanz führt.
Der Bevölkerungszuwachs wäre ausschließlich auf internationale Zuwanderung zurückzuführen.
Der Nettozuzug soll 2026 bei 626.000 beginnen (ähnlich den 626.268 des Jahres 2024) und dann abnehmen, aber positiv bleiben. Kumuliert wird die Migration bis 2040 6,3 Millionen Menschen hinzufügen und bis 2075 15,5 Millionen. Der Anteil der in Spanien Geborenen soll in den nächsten 50 Jahren von 79,8 % auf 59,6 % fallen.
Regionale Unterschiede: der Nordwesten schrumpft, der Osten boomt
Nicht jede Region profitiert gleichermaßen. Vier Regionen werden Bevölkerung verlieren: Extremadura (−4,5 %, ein Minus von 47.868), Asturien (−1,6 %, 16.528 weniger), Kastilien und León (−1,0 %, 23.046 weniger) und Galicien (−0,5 %). Auch Ceuta verliert 2 %. Innerhalb Kastilien und Leóns konzentrieren sich die Verluste auf León (knapp 21.000 Einwohner weniger), Zamora, Salamanca und Palencia, während Segovia und Burgos Einwohner gewinnen. Das stärkste Wachstum wird hingegen für den Mittelmeerbogen prognostiziert: Valencia +16,4 %, die Balearen +16,2 %, Madrid +14,4 %, Katalonien +12,2 % und Murcia +12,2 %. Zusammen werden diese fünf Regionen die Hälfte der Landesbevölkerung stellen.
- Extremadura
- -4.5 %
- Asturien
- -1.6 %
- Kastilien und León
- -1 %
- Galicien
- -0.5 %
- Ceuta
- -2 %
- Valencia
- 16.4 %
- Balearen
- 16.2 %
- Madrid
- 14.4 %
- Katalonien
- 12.2 %
- Murcia
- 12.2 %
Für einige große Regionen ist der demografische Motor fast vollständig extern. In Kastilien und León wird die einheimische Bevölkerung voraussichtlich um 9,7 % schrumpfen, während die im Ausland geborene Gemeinschaft um 58,7 % auf 494.798 ansteigt – das mildert den Gesamtrückgang, kehrt ihn aber nicht um.
Haushalte im Wandel: Alleinleben wird zur Norm
Eine parallele Haushaltsprognose deutet auf eine historische Verschiebung hin. Bis 2041 werden Einpersonenhaushalte 6,7 Millionen erreichen, also 30,6 % aller Haushalte, und damit Zweipersonenhaushalte (30,5 %) knapp überholen. Der Anteil der Alleinlebenden an der Gesamtbevölkerung steigt von 11,3 % auf 12,5 %. Kastilien und León wird 2041 den höchsten Anteil an Einpersonenhaushalten haben (39,2 %), gefolgt von Asturien (37,7 %) und dem Baskenland (36,7 %); am niedrigsten bleibt er mit 25,9 % auf den Balearen.
- Einpersonenhaushalt
- 30.6 %
- Zweipersonenhaushalt
- 30.5 %
- Dreipersonenhaushalt
- 18.5 %
- Vier oder mehr
- 20.4 %
Die durchschnittliche Haushaltsgröße setzt ihren jahrzehntelangen Abwärtstrend fort und sinkt von 2,49 im Jahr 2026 auf 2,43 im Jahr 2041. Der Anteil größerer Haushalte schrumpft: Drei-Personen-Haushalte gehen von 19,8 % auf 18,5 % zurück, während Haushalte mit vier oder mehr Personen von 22,7 % auf 20,4 % fallen. Der Anteil älterer Menschen wird ebenfalls stark steigen; der Anteil der Über-65-Jährigen erreicht 2076 mit 30,9 % seinen Höhepunkt, und die Zahl der Hundertjährigen vervielfacht sich auf das 13-fache auf 259.810.
Über 2041 hinaus: Höhepunkt und langsamer Rückgang
Das INE bietet auch einen längeren Horizont. Die Bevölkerung Spaniens würde um 2051 mit 54,6 Millionen ihren Höhepunkt erreichen, bevor sie bis 2076 auf 53 Millionen zurückgeht. Selbst ein leichter Anstieg der Geburten später im Jahrhundert, wenn größere im Ausland geborene Kohorten das gebärfähige Alter erreichen, wird den Trend voraussichtlich nicht umkehren.
- 01.01.2026
- 49590000 Menschen
- 01.01.2041
- 53841000 Menschen
- 01.01.2051
- 54600000 Menschen
- 01.01.2076
- 53000000 Menschen
Diese anhaltende Abhängigkeit von Zuwanderung, verbunden mit der Ausdünnung ländlicher und nordwestlicher Provinzen, wird die demografische Kontur des Landes für Jahrzehnte prägen.

