
Zürich plant, die Leih-E-Trottinett-Flotte auf 3.000 zu reduzieren und schreibt stationäre Parkplätze im Stadtzentrum vor
Das Sicherheitsdepartement Zürich plant, die städtische Free-Floating-Leihflotte von 7.350 auf 3.000 Fahrzeuge zu reduzieren und nur drei Anbietern eine Bewilligung zu erteilen, während es im Stadtzentrum obligatorische Abstellstationen einführt.
Der Reduktionsplan
Das Sicherheitsdepartement Zürich unter der Leitung von Karin Rykart will die Zahl der Leih-E-Trottinette, E-Bikes und E-Mopeds auf den Strassen der Stadt halbieren. Die aktuelle Flotte von 7.350 Fahrzeugen, zwei Drittel davon E-Trottinette, soll auf 3.000 begrenzt werden. Nur drei Anbieter würden eine Bewilligung erhalten, statt bisher acht. Jeder dürfte maximal 1.000 Fahrzeuge betreiben. Im Kreis 1 und in der Nähe von Bahnhöfen würde das Free-Floating-Parken beendet; Fahrzeuge dürften nur noch an festen Stationen abgestellt werden.
- Anbieter (aktuell)
- 8
- Anbieter (geplant)
- 3
- Fahrzeuge (aktuell)
- 7350
- Fahrzeuge (geplant)
- 3000
Zeitplan der Verschärfung
Der Vorstoss begann 2022, als Islam Alijaj, der einen Rollstuhl benutzt, Gemeinderat war und den ersten Vorstoss für strengere Regeln einreichte. Seit Mai 2026 führt Lime zusammen mit der Stiftung Züriwerk, die mit Menschen mit Behinderungen arbeitet, zweimal täglich Fussstreifen an beschwerdeintensiven Orten durch. Anfang Juli 2026 lancierten fünf Anbieter die landesweite Online-Plattform Trotti-Melder, auf der falsch abgestellte Trottinette mit Fotos und GPS-Daten gemeldet werden können.
- Islam Alijaj, damals Gemeinderat, initiiert einen Vorstoss für strengere E-Trottinett-Regeln.
- Lime startet zweimal tägliche Fussstreifen an stark frequentierten Orten mit der Stiftung Züriwerk.
- Fünf Anbieter lancieren die Online-Meldeplattform Trotti-Melder für falsch abgestellte Trottinette.
- Das Sicherheitsdepartement Zürich kündigt den Plan an, die Flotte auf 3.000 Fahrzeuge und drei Anbieter zu reduzieren.
- Das Stadtparlament debattiert den Vorstoss von SP und Grünen für stadtweite Stationszonen.
Politische Reaktionen
Linke Parteien sagen, der Plan gehe nicht weit genug. SP und Grüne wünschen sich Stationszonen in der ganzen Stadt, nicht nur im Kreis 1, und schlagen vor, wo nötig Parkplätze für Autos umzuwandeln. Die AL fordert einen sofortigen städtischen Räumungsdienst für behindernd abgestellte Fahrzeuge, wobei die Anbieter eine Gebühr für die Abholung zahlen müssten.
Die Unternehmen sollten ihre Kunden besser dazu ermahnen, korrekt zu parken.
Auf der rechten Seite bezeichnen SVP und FDP den Eingriff als übertrieben. SVP-Gemeinderat Stefan Iten argumentiert, weniger Fahrzeuge würden das Littering-Problem nicht lösen; nötig sei eine strengere Durchsetzung gegen Einzelpersonen, die schlecht parken. FDP-Gemeinderätin Martina Zürcher warnt, dass ein stationsbasiertes Modell in den äusseren Stadtteilen das Geschäft unrentabel machen würde.
Das Problem der herumliegenden Trottinette wird nicht dadurch gelöst, dass die Stadt die Anzahl der Leihfahrzeuge reduziert.
Mit dem stationsbasierten Modell in den äusseren Stadtteilen würde das Geschäft der Anbieter nicht mehr funktionieren.
Sicherheitshintergrund und nächste Schritte
Das Stadtparlament wird den Vorstoss von SP und Grünen vor den Herbstferien debattieren. Gleichzeitig prüft eine separate bundesstaatliche Überprüfung eine Helmpflicht für E-Trottinett-Fahrer, nachdem es im letzten Jahr in Zürich 94 Unfälle gab, mehr als die Hälfte davon mit jungen, betrunkenen Männern, die stürzten. Breitere Velowege werden ebenfalls diskutiert, um Trottinett-Fahrer von Fussgängern zu trennen.

