Regierung · Berlin
Bundesregierung befragt 23 Organisationen zur Kapazität für Zivildienst, ASB fordert 9-12 Monate
Das Familienministerium befragte 23 Organisationen, von denen 22 angaben, bereit zu sein, Kriegsdienstverweigerer aufzunehmen, falls die Wehrpflicht wieder eingeführt wird. Der Arbeiter-Samariter-Bund besteht auf mindestens neun Monaten Dienst mit echten Qualifikationen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von ZEIT ONLINE, N-tv, Frankfurter Allgemeine und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Eine Ministeriumsumfrage ergab, dass 22 von 23 großen Organisationen, darunter Caritas und das Deutsche Rote Kreuz, bereit sind, Zivildienstplätze anzubieten, falls die Wehrpflicht zurückkehrt.
ASB-Vorsitzender Knut Fleckenstein besteht auf mindestens neun, besser zwölf Monaten Dienst mit echten Qualifikationen und freier Wahl des Einsatzortes.
Die Bundesregierung arbeitet an einem Bundesgesellschaftsdienstgesetz, um das veraltete Zivildienstgesetz von 2011 zu modernisieren. Die Pläne sollen nach der Sommerpause vorgelegt werden.
Die Zahl der Zivildienstleistenden wird davon abhängen, ob, wann und in welchem Umfang die Wehrpflicht nach §2a des Wehrpflichtgesetzes angeordnet wird.
- 1.01.Musterungspflicht für Männer des Jahrgangs 2008 eingeführt
- 4.08.ASB fordert 9-12 Monate Dienst; 22 von 23 Organisationen bereit
- 1.09.Ministerium will Pläne nach der Sommerpause vorlegen
Befragung der Organisationen
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bestätigte am 4. August, dass es 23 große Organisationen zu ihrer Kapazität befragt hatte, Kriegsdienstverweigerer aufzunehmen, falls die Wehrpflicht wieder eingeführt wird. Die Befragung wurde im vergangenen Winter durchgeführt und richtete sich an Gruppen, die in freiwilligen Diensten aktiv sind oder zuvor vor der Aussetzung des Zivildienstes im Jahr 2011 daran beteiligt waren. Eine Ministeriumssprecherin erklärte, dass 22 der 23 Organisationen angaben, ihre Infrastruktur und Plätze seien „grundsätzlich bereit“, Ersatzdienststellen anzubieten. 17 der 23 Organisationen waren bereits im alten Zivildienstsystem aktiv. Zu den kontaktierten Organisationen gehörten die Arbeiterwohlfahrt, Caritas, das Deutsche Rote Kreuz und der Arbeiter-Samariter-Bund.
ASB-Forderungen
Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) stellte konkrete Bedingungen für einen neuen Zivildienst auf. ASB-Bundesvorsitzender Knut Fleckenstein sagte der Funke-Mediengruppe, der Dienst müsse „mindestens neun, besser zwölf Monate“ dauern, um jungen Menschen die Chance zu geben, zu lernen und sich mit ihrer Aufgabe zu verbinden. Er bestand auf einem deutlich höheren Qualifikationsanteil, freier Wahl des Einsatzortes und der Anrechnung vorheriger freiwilliger Dienste wie eines Freiwilligen Sozialen Jahres oder Engagements im Bevölkerungsschutz.
„Ohne echte Qualifikation und mit kürzerer Dauer sitzen die Leute nur ihre Zeit ab – das ist weder in ihrem noch in unserem Interesse.“
Fleckenstein betonte, dass der ASB grundsätzlich freiwillige Formate bevorzuge, aber falls ein Pflichtdienst zurückkehre, könnte die Organisation rund 2.000 „Zivis“ unterbringen und würde drei bis sechs Monate benötigen, um die notwendigen Strukturen aufzubauen.
Vorbereitungen der Regierung
Das Ministerium arbeitet an einem neuen Bundesgesellschaftsdienstgesetz, um das alte Zivildienstgesetz von 2011 zu modernisieren, das weiterhin in Kraft, aber als veraltet gilt. „Das alte Zivildienstgesetz gilt noch, aber viele der darin enthaltenen Regelungen waren bereits 2011 überarbeitungsbedürftig, daher bereiten wir vorsorglich eine Modernisierung und Entbürokratisierung vor, im Sinne eines vorausschauenden Staates“, so die Sprecherin. Die Zahl der Zivildienstleistenden würde davon abhängen, ob, wann und in welchem Umfang die Wehrpflicht nach §2a des Wehrpflichtgesetzes angeordnet wird. Das Ministerium will seine Vorschläge nach der Sommerpause vorlegen.
Hintergrund
Die Wehrpflicht in Deutschland wurde 2011 ausgesetzt, wodurch der zivile Ersatzdienst für Kriegsdienstverweigerer endete. Seit Anfang 2026 gibt es eine Musterungspflicht für junge Männer des Jahrgangs 2008, um Freiwillige für die geplante Aufstockung der Bundeswehr zu rekrutieren. Werden die Rekrutierungsziele verfehlt, kann der Bundestag über eine „bedarfsorientierte Wehrpflicht“ entscheiden, was die verfassungsrechtliche Klausel auslösen würde, die Kriegsdienstverweigerung und einen Ersatzdienst erlaubt. Unionsfraktionschef Thorsten Frei sagte, dass es bei einer Rückkehr der Wehrpflicht „auch einen entsprechenden Ersatzdienst geben müsste“.
Reaktionen und Ausblick
Das Deutsche Rote Kreuz hat gewarnt, dass ohne verlässliche Finanzierung und gründliche Vorbereitung eine politische Wiederbelebung schnell zu einem organisatorischen Fiasko werden könnte. Unterdessen haben einige Stimmen, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der frühere CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, seit langem argumentiert, dass ein soziales Dienstjahr der Gesellschaft zugutekommen würde, indem es junge Menschen aus unterschiedlichen Verhältnissen zusammenbringt und Verantwortung fördert. Die Umfrage des Ministeriums und die Forderungen des ASB markieren die ersten konkreten Schritte hin zu einer möglichen Rückkehr des Zivildienstes, obwohl noch keine Entscheidung über die Wehrpflicht getroffen wurde.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- ZEIT ONLINEZivildienst: Arbeiter-Samariter-Bund fordert umfangreicheren Zivildienst
- N-tv"Besser zwölf Monate lang": Arbeiter-Samariter-Bund nennt Bedingungen für neuen Zivildienst
- Frankfurter AllgemeineFamilienministerium bereitet möglichen Zivildienst vor
- Süddeutsche ZeitungNews am Abend - Nachrichten vom 4. August 2026
- Knut Fleckenstein
- ASB-Bundesvorsitzender, der einen Zivildienst von mindestens neun bis zwölf Monaten mit echten Qualifikationen forderte
- Thorsten Frei
- Unionsfraktionschef, der erklärte, dass eine Rückkehr der Wehrpflicht einen entsprechenden Ersatzdienst erfordern würde
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