
Oliver Zeidler gewinnt vierten Europameistertitel im Rudern mit Meisterschaftsrekord in Varese
Oliver Zeidler stellte mit 6:36,39 Minuten einen Meisterschaftsrekord auf und gewann seinen vierten Europameistertitel im Einer. Der deutsche Achter holte Silber hinter Rumänien, während die Top-Nationen Großbritannien und die Niederlande das Rennen ausließen.
Zeidlers rekordverdächtiger Sieg
Die italienischen Behörden hatten vor extremer Hitze in der Lombardei am Wochenende gewarnt, doch die Rennen auf dem Lago di Varese fanden statt. Oliver Zeidler gewann seinen vierten Europameistertitel im Einer der Männer und stellte dabei mit 6:36,39 Minuten über 2000 Meter einen Meisterschaftsrekord auf. Der 30-jährige Deutsche führte von Start bis Ziel und schlug den Belarussen Jauhen Salaty um 3,55 Sekunden sowie den griechischen Weltmeister Stefanos Ntouskos um 4,58 Sekunden. Ein Gewitter über der Lombardei verzögerte das Finale um eine Stunde, doch Zeidler übernahm nach dem Start schnell die Kontrolle und baute seine Führung in der zweiten Rennhälfte aus. Bereits im Halbfinale am Samstag hatte er mit 6:37,87 Minuten eine europäische Bestzeit aufgestellt und diese im Finale um fast 1,5 Sekunden verbessert. Zeidler hat in der Saison 2026 noch kein Rennen verloren und stellte im Wintertraining zudem einen Weltrekord auf dem Ergometer auf.
Deutschland-Achter holt Silber hinter Rumänien
Der deutsche Männer-Achter mit dem neuen Schlagmann Frederik Breuer belegte den zweiten Platz, 2,90 Sekunden hinter Rumänien. Italien gewann Bronze. Der Achter war bei den Weltcups in Sevilla und Luzern Vierter geworden und hatte bei den Weltmeisterschaften 2025 in China den Einzug ins Finale verpasst. Das Silber ist die erste internationale Medaille für das Boot seit dem Europameistertitel 2020, allerdings fehlten im Feld der Olympiasieger Großbritannien und der Weltmeister Niederlande, die das Rennen ausließen, um sich auf die Weltmeisterschaften in Amsterdam (24.–30. August) vorzubereiten. Der deutsche Frauen-Achter wurde in einem Viererboot-Feld Letzter, Rumänien gewann Gold.
Deutsche Medaillenausbeute in verschiedenen Bootsklassen
Deutschland sammelte drei Gold-, vier Silber- und eine Bronzemedaille. Der Männer-Doppelvierer (Marc Weber, Felix Heinrich, Jonas Gelsen, Ole Hohensee) gewann Gold und beendete damit eine 13-jährige Durststrecke ohne EM-Titel. Der Para-Mixed-Doppelzweier (Jasmina Bier, Paul Umbach) verteidigte seinen Titel und besiegte die Ukraine. Silber gingen an den Frauen-Vierer (Hannah Reif, Paula Hartmann, Annabelle Bachmann, Pia Greiten) hinter Großbritannien, den Frauen-Doppelvierer (Maren Völz, Juliane Faralisch, Johanna Debus, Frauke Hundeling) hinter der Schweiz und den Leichtgewichts-Einer der Männer mit Fabio Kress. Der Männer-Vierer (René Schmela, Jasper Angl, Benedict Eggeling, Mark Hinrichs) gewann Bronze, die erste Medaille in dieser Bootsklasse seit den Europameisterschaften 2019 in Luzern. Bereits am Samstag gewannen Patrick Erdmann und Johannes Ursprung den Leichtgewichts-Zweier ohne Steuermann, eine nicht-olympische Bootsklasse.
- Gold
- 3
- Silber
- 4
- Bronze
- 1
Zeidlers Saison und olympische Ambitionen
Zeidler bezeichnete die Europameisterschaften als Gradmesser auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften in Amsterdam, wo er seinen vierten Weltmeistertitel anstrebt. Nach seinem Olympiasieg 2024 in Paris legte er 2025 eine reduzierte Saison ein, um in der Schweiz einen Masterabschluss zu absolvieren, und startete nur bei den Weltmeisterschaften in Shanghai, wo er trotz begrenzter Vorbereitung Silber gewann. Nach Abschluss seines Studiums hat er unter der Anleitung seines Vaters und Trainers Heino Zeidler ein neues Trainingskonzept übernommen, das auf eine zweite olympische Goldmedaille bei den Spielen 2028 in Los Angeles abzielt. Der EM-Titel in Varese ist sein vierter, nach Erfolgen in den Jahren 2019, 2021 und 2024.

