Seven & i gibt Żabka-Übernahme nach Preisstreit auf, Aktien stürzen um 14% ab
Der japanische Einzelhandelsriese Seven & i Holdings hat die Gespräche über den Kauf einer Beteiligung an der polnischen Convenience-Kette Żabka abgebrochen, da man sich nicht auf die Bedingungen einigen konnte. Die Aktie fiel am Montag um bis zu 14% und machte damit die Gewinne aus der Übernahmespekulation zunichte.
Der geplatzte Deal
Am Samstag, den 25. Juli, gab der japanische Einzelhandelskonzern Seven & i Holdings, Eigentümer der 7-Eleven-Filialkette, bekannt, dass er die Verhandlungen über den Erwerb einer Beteiligung an der polnischen Convenience-Kette Żabka beendet habe. Das Unternehmen erklärte, man habe sich mit den Verkäufern nicht auf Bedingungen einigen können, die im besten Interesse seiner Aktionäre und Partner gewesen wären. Konkrete Gründe wurden nicht genannt, und weder Seven & i noch die führenden Aktionäre von Żabka reagierten auf Anfragen um Stellungnahme.
Das Unternehmen konnte mit dem Verkäufer keine Einigung über Bedingungen erzielen, die nach seiner Auffassung im besten Interesse der Aktionäre und anderer Partner von Seven & i Holdings gewesen wären.
Über die Gespräche hatte erstmals die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei am 16. Juli berichtet, wonach Seven & i sich in der Endphase der Vorbereitung einer Investition in Höhe von mehreren hundert Milliarden Yen befand. Die Nachricht ließ die Żabka-Aktie in die Höhe schießen: Sie stieg am Tag des Berichts um 10,9% und am darauffolgenden Tag um weitere 8,3%. Die Aktie erreichte am 21. Juli einen Höchststand von über 33 PLN, ausgehend von ihrem IPO-Preis von 21,5 PLN im Herbst 2024. Eine Dividende von 1,7% wurde am 24. Juli abgetrennt.
Marktreaktion
Als der Handel am Montag, den 27. Juli, wieder aufgenommen wurde, stürzten die Żabka-Aktien ab. Zum Handelsstart fiel die Aktie um 11,2% auf 27,66 PLN, während der breitere WIG20-Index um 0,56% zulegte. Der Ausverkauf verschärfte sich im Tagesverlauf auf bis zu 14%, wobei der Kurs zeitweise auf 26,93 PLN fiel. Am Nachmittag verlangsamte sich der Rückgang auf rund 10%, und die Aktie notierte nahe 28 PLN.
Der Umsatz war außergewöhnlich hoch. Allein in der ersten Hälfte der Sitzung wechselten Aktien im Wert von 170 Mio. PLN den Besitzer, der höchste Wert an der Warschauer Börse. Im gesamten Tag belief sich das Volumen auf 156 Mio. PLN und übertraf damit Blue Chips wie PKO BP (155 Mio. PLN) und Orlen (100 Mio. PLN). Die Aktie fiel nicht vollständig auf ihr Niveau vor den Gerüchten zurück, was einige Analysten als Zeichen dafür werteten, dass der Markt glaubt, die Verhandlungen könnten zu einem niedrigeren Preis wieder aufgenommen werden.
- Nikkei berichtet, Seven & i sei in finalen Gesprächen über Investition in Żabka
- Żabka-Aktie erreicht Höchststand über 33 PLN
- Dividende von 1,7% abgetrennt
- Seven & i gibt Rückzug aus Verhandlungen bekannt
- Żabka-Aktien fallen um über 10% bei höchstem Umsatz der Sitzung
Wem gehört Żabka
Die Verkäuferseite in den gescheiterten Verhandlungen bestand hauptsächlich aus Private-Equity-Fonds. Der größte Aktionär ist die in Luxemburg ansässige Heket Topco S.à r.l., ein Vehikel von CVC Capital Partners, mit 37,6% der Anteile. Die PG Investment Company 1113B S.à r.l. hält weitere 10%. Weitere nennenswerte Aktionäre sind der norwegische Staatsfonds Norges Bank (3,3%) und die polnischen Pensionsfonds OFE Nationale Nederlanden (3,2%), OFE Generali (3,2%) und OFE Allianz Polska (3,1%).
- CVC (Heket Topco)
- 37.6 %
- PG Investment
- 10 %
- Norges Bank
- 3.3 %
- OFE Nationale Nederlanden
- 3.2 %
- OFE Generali
- 3.2 %
- OFE Allianz Polska
- 3.1 %
- Andere
- 39.6 %
Von lokalen Medien zitierte Analysten deuteten an, dass der von diesen Aktionären geforderte Preis möglicherweise zu hoch gewesen sei oder dass das Durchsickern der Verhandlungen den Marktpreis in die Höhe getrieben habe, was den Deal weniger attraktiv machte. Die Verwendung des Ausdrucks „zu diesem Zeitpunkt“ in der japanischen Erklärung ließ Raum für Interpretationen, und einige Marktteilnehmer spekulierten, dass Seven & i mit einem niedrigeren Angebot zurückkehren könnte.
Wie geht es für Seven & i weiter
Trotz des Rückschlags signalisierte Seven & i, dass es weiterhin an Europa interessiert ist. In seiner Erklärung sagte das Unternehmen, der Kontinent sei eine attraktive Wachstumschance und man werde weiterhin Möglichkeiten in der Region prüfen, die mit der eigenen Strategie übereinstimmen.
Europa bleibt eine attraktive Wachstumschance für das Unternehmen. Seven & i Holdings wird weiterhin Chancen in der Region analysieren, die mit seiner Strategie übereinstimmen.
Żabka mit knapp 13.000 Filialen in Polen und Rumänien hätte dem japanischen Riesen einen Fuß in der Tür zu Mitteleuropa verschafft. Seven & i betreibt weltweit 85.000 Filialen, hauptsächlich in Asien und Nordamerika. Das Unternehmen sucht nach Möglichkeiten zur Expansion im Ausland, und das gescheiterte Żabka-Angebot wird wahrscheinlich nicht sein letzter Versuch in Europa sein.

