
Żabka bestätigt Cyberangriff auf Franchise-System; Hacker verkaufen Daten für 5.000 Euro
Polens größte Convenience-Kette hat Ende letzter Woche unbefugten Zugriff auf ihre Franchise-Kommunikationsplattform festgestellt. Die Angreifer nutzten ein Konto eines externen Dienstleisters und boten später gestohlene interne Daten für 5.000 Euro an.
Was geschah
Żabka, Polens größte Convenience-Store-Kette mit rund 13.000 Franchise-Standorten, entdeckte Ende letzter Woche unbefugten Zugriff auf ihre technischen Ressourcen, die für den Informationsaustausch zwischen Franchisegeber und Franchisenehmern genutzt werden. Der Einbruch erfolgte über ein Konto eines externen Dienstleisters. Das Unternehmen erklärte, der Zugriff sei gemäß seinen Sicherheitsverfahren sofort blockiert worden. Der Vorfall wurde dem Datenschutzbeauftragten bei Żabka Polska, dem Präsidenten des Amtes für den Schutz personenbezogener Daten (UODO) und spezialisierten Strafverfolgungsbehörden gemeldet.
Der unbefugte Zugriff wurde erkannt und gemäß den geltenden Sicherheitsverfahren sofort blockiert.
Das Unternehmen betonte, dass Transaktionsdaten, Verbraucherdienste und die Żappka-Treue-App nicht betroffen seien. Vizepremierminister und Minister für Digitales Krzysztof Gawkowski bestätigte am Dienstag, dass der Vorfall weder Kundendaten noch den Filialbetrieb gefährdet habe.
Datenleck und Hackeraktivitäten
Am Montagabend berichtete das Cybersicherheitsportal Niebezpiecznik, dass Hacker personenbezogene Daten von Mitarbeitern und Partnern mit Zugriff auf die Infrastruktur von Żabka gestohlen hätten. Die Angreifer boten die Daten auf einem Cyberkriminalitätsforum für 5.000 Euro zum Verkauf an – eine Summe, die das Portal als "lächerlich niedrig" bezeichnete. Sie schickten die Nachricht über den Vorfall auch per E-Mail an Żabkas Auftragnehmer und Journalisten, ein ungewöhnlicher Schritt, der die Aufmerksamkeit auf den Vorfall lenkte.
Eine Probe der gestohlenen Daten deutete darauf hin, dass die Angreifer Zugriff auf das Jira-System des Unternehmens hatten, das für Projektmanagement und technische Ticketbearbeitung genutzt wird. Zu den durchgesickerten Informationen gehörten wahrscheinlich Namen, E-Mail-Adressen in der Domain @zabka.pl und Jira-Benutzer-IDs von Mitarbeitern und Auftragnehmern. Zu den in der Kommunikation genannten Partnern gehörten Accenture, Netguru, Onwelo, BlueSoft und Sygeon. Der Vorfall könnte auch Projektdokumentationen aus den IT- und Service-Desk-Abteilungen offengelegt haben, die Kassensysteme, Verkaufsplattformen, Lagerverwaltung und Bestellsysteme betreffen.
Störungen in den Filialen
Am Sonntag, den 2. August, meldeten Kunden und Mitarbeiter Fehler bei der Rabattberechnung in Żabka-Filialen. Einige Standorte hatten auch nicht funktionierende Zahlungsterminals. Das Unternehmen räumte den Fehler ein und erklärte, dass er bis zum Nachmittag in fast 90 % der Filialen behoben sei. Żabka hat nicht bestätigt, ob die Störung vom Sonntag mit dem Cyberangriff zusammenhängt, und erklärte lediglich, dass eine technische Analyse folgen werde.
Offizielle Reaktion und nächste Schritte
Gawkowski lobte die schnelle Reaktion des Unternehmens und wies darauf hin, dass nicht jeder Cybersicherheitsvorfall ein Datenleck oder eine Betriebslähmung bedeute. Er hob die Zusammenarbeit mit CERT Polska und dem Zentralbüro zur Bekämpfung von Cyberkriminalität (CBZC) hervor. Der Minister erinnerte die Öffentlichkeit auch an grundlegende Cybersicherheitspraktiken: Verwendung starker, einzigartiger Passwörter, Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung, Vermeidung verdächtiger Links und Überprüfung unerwarteter Nachrichten.
Im Fall von Żabka wurde der unbefugte Zugriff schnell blockiert und Sicherheitsverfahren eingeleitet, zusammen mit der Zusammenarbeit mit relevanten Institutionen – einschließlich CERT Polska und CBZC.
Żabka erklärte, dass es mit Institutionen und Experten zusammenarbeite, um alle Umstände zu klären und Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko ähnlicher Vorfälle in der Zukunft zu verringern.
Unternehmenskontext
Der Cyberangriff kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt für Żabka. Am Freitag gab der kanadische Convenience-Riese Alimentation Couche-Tard, Eigentümer von Circle K, ein Übernahmeangebot für 100 % der Aktien der Żabka Group bekannt. Dieser Schritt erfolgt nach dem Rückzug des japanischen Unternehmens 7-Eleven aus früheren Verhandlungen. Der Vorfall fügt eine weitere Unsicherheitsebene hinzu, während sich der Eigentümerwechsel vollzieht.
- Unbefugter Zugriff erkannt und blockiert; Konto eines externen Lieferanten verwendet.
- Rabattberechnungsfehler in Filialen; bis zum Nachmittag in 90 % der Standorte behoben.
- Niebezpiecznik berichtet über Datenleck; Hacker bieten Daten für 5.000 Euro an.
- Żabka bestätigt Vorfall, benachrichtigt Behörden; Vizepremierminister Gawkowski versichert, dass Kundendaten sicher sind.


