Wohngeld-Empfänger in Rheinland-Pfalz seit 2022 fast verdoppelt – Bund kündigt Kürzungen an
Die Zahl der Haushalte, die in Rheinland-Pfalz Wohngeld beziehen, ist bis Ende 2024 auf knapp 49.000 gestiegen, gegenüber 24.300 im Jahr 2022, während die Bundesregierung im nächsten Jahr durch eine Kürzung der Leistung 1,5 Milliarden Euro einsparen will.
Steigende Fallzahlen nach der Reform von 2023
Die Zahl der Wohngeld empfangenden Haushalte in Rheinland-Pfalz ist in den letzten zwei Jahren stark gestiegen. Ende 2024 bezogen knapp 49.000 Haushalte die Leistung, wie aus einer Antwort des Ministeriums für Gemeinde, Bau, Wohnen und Kultur des Landes auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervorgeht. Diese Zahl vergleicht sich mit rund 44.200 Haushalten Ende 2023 und nur etwa 24.300 Ende 2022. Einpersonenhaushalte machen mit großem Abstand den größten Anteil aus.
Der Anstieg folgte auf die Einführung der sogenannten Wohngeld-plus-Reform im Jahr 2023, die den Kreis der potenziellen Empfänger erweiterte. Vor der Reform lag die Fallzahl deutlich niedriger, wie die Zahl von 2022 zeigt.
- 2022
- 24300 Haushalte
- 2023
- 44200 Haushalte
- 2024
- 49000 Haushalte
Bundesregierung plant Kürzungen
Trotz der steigenden Nachfrage plant die Bundesregierung nun Kürzungen beim Wohngeld. Betroffene Haushalte müssen mit Kürzungen oder sogar dem vollständigen Wegfall der staatlichen Zahlung rechnen. Die Maßnahmen sind Teil eines umfassenderen Sparkurses.
Im kommenden Jahr sollen die Kürzungen bundesweit 1,5 Milliarden Euro einsparen. Ab 2028 steigt das jährliche Sparziel auf 2 Milliarden Euro. Die Zahlen wurden in derselben Ministeriumsantwort bestätigt und von der dpa berichtet.
- 2027
- 1.5 Mrd. €
- 2028
- 2 Mrd. €
Was die Zahlen zeigen
Die Daten veranschaulichen einen politischen Kurswechsel: eine Ausweitung der Anspruchsberechtigung im Jahr 2023, die die Empfängerzahlen auf den höchsten Stand seit Jahren trieb, gefolgt von einer fiskalischen Straffung, die einen Teil dieser Ausweitung wieder rückgängig machen wird. Die genauen Auswirkungen auf einzelne Haushalte in Rheinland-Pfalz hängen von der Ausgestaltung der Kürzungen ab, die noch nicht im Detail bekannt ist.
Die Zahlen des Ministeriums beziehen sich nur auf die Landesebene, die Sparziele sind jedoch bundesweit. Der Kontrast zwischen der wachsenden Fallzahl und der geplanten Rücknahme dürfte in den anstehenden Haushaltsdebatten in Mainz und Berlin eine Rolle spielen.


