
Ghana-Coach Queiroz: WM mit 48 Teams 'vulgär und gewöhnlich' – 'Geld spricht'
Nachdem Ghana trotz einer Niederlage die letzten 32 erreicht hatte, griff Trainer Carlos Queiroz das 48-Team-Format der FIFA an und sagte, es habe das Turnier entwertet und den Fußball in 'Argentball' verwandelt.
Das 48-Team-Experiment
Die Ausweitung von 32 auf 48 Teams wurde 2017 unter Präsident Gianni Infantino von der FIFA beschlossen, um den Zugang zu erweitern. Das diesjährige Turnier, das erste mit dem neuen Format, umfasst 104 Spiele in den USA, Kanada und Mexiko sowie eine zusätzliche K.o.-Runde, die Runde der letzten 32. Die FIFA prognostiziert Einnahmen von mehr als 11 Milliarden US-Dollar. Kritik, dass das größere Teilnehmerfeld die Qualität verwässert, überschattet das Ereignis, und Ghanas Trainer Carlos Queiroz schloss sich am Samstag dieser Kritik an.
- FIFA-Rat stimmt für Ausweitung der WM von 32 auf 48 Teams ab 2026
- Ghana besiegt Panama 2:1 in Toronto; Queiroz wird ältester Trainer, der ein WM-Spiel gewinnt
- Ghana verliert 2:1 gegen Kroatien in Philadelphia, zieht aber als bester Gruppendritter weiter; Queiroz kritisiert Format
Reaktion nach der Niederlage
Ghana verlor 2:1 gegen Kroatien in Philadelphia, zog aber dennoch als einer der besten Gruppendritten weiter. Queiroz, der seine sechste WM als Trainer erlebt, nutzte die Pressekonferenz nach dem Spiel, um das Format anzugreifen.
Ich glaube, dass Wert entsteht, wenn Dinge selten sind. Die Anzahl der Teams, die sich für diesen Wettbewerb qualifizieren können, kann ihn in etwas Vulgäres und Gewöhnliches verwandeln.
Geld vor Sport
Queiroz argumentierte, dass die Ausweitung von finanziellen Motiven getrieben sei. Er prägte den Begriff 'Argentball', um die Kommerzialisierung des Turniers zu beschreiben.
Heute spricht das Geld, und wir nennen das nicht mehr Fußball, sondern 'Argentball'. Ich sehe die WM lieber als ein seltenes Ereignis, das viel Bedeutung haben sollte, und dafür kämpfe ich, dabei zu sein.
Qualifikation verliert an Bedeutung
Der portugiesische Trainer sagte, dass mit so vielen verfügbaren Plätzen die Qualifikationskämpfe in Europa und Afrika sinnlos würden. Er hob Südamerika hervor, wo sich sechs von zehn Mannschaften automatisch qualifizieren und eine siebte in die Play-offs einzieht.
Der wahre Erfolg in Südamerika wäre jetzt, sich nicht zu qualifizieren.
Ghanas weiterer Weg
Ghana begann seine Kampagne mit einem Sieg über Panama in Toronto am 17. Juni, womit der 73-jährige Queiroz der älteste Trainer wurde, der ein WM-Spiel gewann. Ein Unentschieden gegen England folgte, ausreichend, um sich trotz der Niederlage gegen Kroatien einen Platz in der K.o.-Runde zu sichern. Ghana trifft als Nächstes am Freitag in Kansas City auf Kolumbien.


