
Österreich besiegt Jordanien 3:1 und feiert ersten WM-Sieg seit 36 Jahren
Zwei späte Tore, darunter ein Eigentor in der 76. Minute und ein Elfmeter in der Nachspielzeit von Marko Arnautovic, bescherten Österreich den ersten WM-Sieg seit 1990 gegen eine kämpferische jordanische Mannschaft, die ihr Turnierdebüt gab.
Spielverlauf
Österreich kehrte nach 28 Jahren Abwesenheit zur Weltmeisterschaft zurück und sicherte sich einen angespannten 3:1-Sieg gegen die Debütanten aus Jordanien im Auftaktspiel der Gruppe J im Levi's Stadium in Santa Clara, Kalifornien. Romano Schmid eröffnete in der 20. Minute mit einem geschwungenen Schuss von außerhalb des Strafraums den Torreigen – das zehnte Tor aus der Distanz bei diesem Turnier. Jordanien glich fünf Minuten nach der Pause durch Ali Olwan aus, der in den Strafraum eindrang und den Ball ins lange Eck schoss – das erste WM-Tor des Landes.
- Jordaniens Ehsan Haddad schießt in der zweiten Minute ins Seitennetz
- Romano Schmid trifft für Österreich (20./21. Minute)
- Ali Olwan gleicht für Jordanien aus (50. Minute)
- Arnautovic-Tor wegen Handspiels nach VAR-Überprüfung aberkannt (69. Minute)
- Yazan Al Arab Eigentor bringt Österreich mit 2:1 in Führung (76. Minute)
- Arnautovic verwandelt Elfmeter tief in der Nachspielzeit (12 Minuten Nachspielzeit)
Die Einwechslung des 37-jährigen Stürmers Marko Arnautovic zur Halbzeit erwies sich als entscheidend. Ihm wurde ein Tor in der 69. Minute nach einer VAR-Überprüfung aberkannt, da ein Handspiel von Teamkollege Stefan Posch festgestellt wurde, aber sieben Minuten später trug sein Druck dazu bei, dass Yazan Al Arab eine Ecke von Marcel Sabitzer ins eigene Netz abfälschte. Arnautovic verwandelte dann tief in der Nachspielzeit einen Elfmeter, 12 Minuten über die 90 hinaus, nach einem Handspiel von Saleem Obeid (in verschiedenen Quellen auch als Salim Obaid und Mohammad Abu Zraiq genannt).
Wichtig ist die Mentalität der gesamten Mannschaft – wir haben nie aufgegeben, wir haben bis zum Ende weitergemacht und am Ende haben wir die Oberhand behalten.
Jordaniens Debüt
Jordanien, trainiert vom Marokkaner Jamal Sellami, kam als aufstrebende Kraft im arabischen Fußball an, nachdem es die Endspiele des Asien-Pokals 2023 und des Arabischen Pokals 2025 erreicht hatte. Die Fans erschienen in großer Zahl: Ein Konvoi reiste 800 Kilometer von San Diego nach San Jose, und die 68.527 Zuschauer verfehlten die Kapazität nur um 300. Anhänger in rot-weißen Shemaghs skandierten und zeigten vor dem Stadion Tribut an König Abdullah II.
Um ehrlich zu sein, mein Herz war gebrochen, als wir 2014 im Qualifikations-Playoff gegen Uruguay verloren. Es ist so besonders. Jeder hier vertritt sein Land so gut er kann.
Die Mannschaft zeigte Widerstandsfähigkeit, als Kapitän Ehsan Haddad in der zweiten Minute ins Seitennetz schoss und Olwan kurz nach Österreichs Führungstreffer eine Ecke an die Latte köpfte. Jordaniens Tempo bei Kontern, durch Olwan und Mousa Al-Tamari, bereitete Österreich durchgehend Probleme.
Schlüsselmomente und VAR
Das Spiel wurde durch zwei VAR-Eingriffe entschieden. Arnautovics erstes aberkanntes Tor erfolgte nach einer Überprüfung, die zeigte, dass Posch den Ball in der Vorbereitung mit der Hand gespielt hatte. Das entscheidende Eigentor fiel nach einer Ecke kurz nach der Trinkpause in der zweiten Halbzeit. Eine zweite VAR-Überprüfung in der Nachspielzeit gab Österreich den Elfmeter, der das Ergebnis besiegelte.
Wir haben es nicht verdient, bei unserem ersten WM-Auftritt zu verlieren – eine historische Teilnahme für uns. Wir haben noch zwei Spiele vor uns, und basierend auf dem, was ich heute von unserer Mannschaft gesehen habe, sind wir in der Lage, uns zu qualifizieren.
Kontext Gruppe J
Österreichs Sieg war der erste bei einer WM seit dem Sieg gegen die Vereinigten Staaten in einem Gruppenspiel 1990. Die Mannschaft hatte die vorangegangenen sechs Turniere verpasst. Am Dienstag zuvor begann Argentinien seine Titelverteidigung mit einem 3:0-Sieg gegen Algerien in Kansas City, wobei Lionel Messi einen Hattrick erzielte und damit den Rekord von Miroslav Klose von 16 WM-Toren einstellte. Österreich trifft am Montag im Raum Dallas auf Argentinien, während Jordanien am selben Tag nach Santa Clara zurückkehrt, um gegen Algerien zu spielen.
- Argentinien
- 3 Punkte
- Österreich
- 3 Punkte
- Jordanien
- 0 Punkte
- Algerien
- 0 Punkte
Fanaufkommen
Das 69.000 Zuschauer fassende Levi's Stadium war trotz des Fehlens offensichtlicher Zugpferde fast voll. Fans reisten aus New York, Hawaii und Ohio an, und Trikots aus Mexiko und Senegal waren in der Menge zu sehen. Die jordanisch-amerikanische Gemeinschaft, die laut der Volkszählung von 2020 etwa 120.000 Menschen zählt, war gut vertreten. Hussien Eid und sein 13-jähriger Sohn Moody reisten aus Chicago an und bezeichneten den Anlass als einen „Traum, der wahr geworden ist“ für die 11 Millionen Einwohner zählende Nation.

