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Wirtschaft·vor 2 Std.

Susanne Wiegand tritt nach nur einem Jahr aus dem Aufsichtsrat von Volkswagen zurück

Susanne Wiegand, die ehemalige Vorstandsvorsitzende des Panzergetriebeherstellers Renk, hat am Donnerstag überraschend ihre erneute Kandidatur für den Aufsichtsrat von Volkswagen zurückgezogen. Damit verliert das Gremium eine seltene unabhängige Industriestimme, während der Autokonzern mit sinkenden Gewinnen und den Folgen der US-Zölle kämpft.

Abgang bei der Hauptversammlung

Die virtuelle Hauptversammlung von Volkswagen in München nahm eine unerwartete Wendung, als Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch bekannt gab, dass Susanne Wiegand ihre Kandidatur für die Wiederwahl in den Aufsichtsrat kurzfristig zurückgezogen habe. Die 54-Jährige war erst 2025 als Ersatzmitglied in das Gremium eingetreten und sollte für eine volle Amtszeit bis 2031 bestätigt werden. Ihr Mandat endet nun mit dem Abschluss der heutigen Versammlung.

Sie hat ihre Kandidatur für die Wiederwahl in den Aufsichtsrat kurzfristig zurückgezogen.

Eine seltene unabhängige Industriexpertin

Wiegand wurde im vergangenen Jahr als unabhängige Vertreterin der Anteilseignerseite berufen und schloss damit eine Lücke, die Investoren und Governance-Experten seit Langem kritisiert hatten. Vor ihrer Zeit bei Volkswagen leitete sie das Augsburger Unternehmen Renk, einen Hersteller von Panzergetrieben, und begleitete dessen Börsengang. Zudem ist sie Mitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex. Ihre Berufung wurde weithin als Signal gewertet, dass der Autokonzern seine Kontrollstrukturen professionalisieren wolle. Mit ihrem Abgang verliert der Aufsichtsrat eines der wenigen Mitglieder der Anteilseignerseite mit unmittelbarer operativer Erfahrung in der Industrie.

Restrukturierungsdruck auf den Autokonzern

Wiegands Rücktritt fällt in eine Zeit tiefgreifender Umwälzungen bei Europas größtem Autobauer. Volkswagen kämpft mit sinkenden Gewinnen, zunehmendem Wettbewerb in China und den Auswirkungen der US-Zölle. In den kommenden Wochen werden richtungsweisende Entscheidungen über die künftige Ausrichtung des Unternehmens erwartet. In diesem Klima beseitigt der Verlust eines als unabhängig wahrgenommenen Aufsichtsratsmitglieds ein Gegengewicht zum Einfluss der Familien Porsche und Piëch, des Landes Niedersachsen und Katars, die die Anteilseignerseite dominieren.

Nominierungsausschuss tagt demnächst

Ein Sprecher des Aufsichtsrats teilte dem Handelsblatt mit, dass der Nominierungsausschuss nun zusammenkommen werde, um über einen Nachfolger zu beraten.

Der Ausschuss wird nun „bald“ zusammenkommen, um über einen Nachfolger zu entscheiden.

Sprecher des VW-Aufsichtsrats

Ein Zeitplan für das Verfahren wurde nicht genannt. Der abrupte Wechsel zwingt den Aufsichtsrat, eine Position zu besetzen, die sorgfältig als Symbol für eine strengere Unternehmensführung aufgebaut worden war.

München

4 Quellen

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