
WhatsApp testet geplante Nachrichten in Android-Beta – Zustellung bis zu zwei Wochen im Voraus
WhatsApp testet eine Funktion, mit der Nutzer Nachrichten zwischen 10 Minuten und zwei Wochen im Voraus planen können. Der Zugang ist vorerst auf einige Android-Beta-Tester beschränkt, ein breiterer Rollout wird in den kommenden Wochen erwartet.
Was WhatsApp testet
WhatsApp hat begonnen, eine Funktion zur Planung von Nachrichten in seiner Android-Beta zu testen – eine Funktion, die sich Nutzer seit Jahren wünschen. Berichte vom 12. Oktober 2026 besagen, dass die Funktion nun einige Beta-Tester erreicht und in den kommenden Wochen auf weitere Nutzer ausgeweitet werden soll. Europa Press nannte die Beta-Version 2.26.40.7, während Engadget und Spider's Web für denselben Test die Version 2.26.8.11 nannten. Engadget zufolge wünschten sich Nutzer die Planung für wiederkehrende Erinnerungen, die Verwaltung von Zeitzonen und die Bearbeitung von Geschäftsnachrichten außerhalb der Arbeitszeiten. Telegram bietet die Planung von Nachrichten seit 2019 an, und die Version von WhatsApp funktioniert ähnlich. Spider's Web beschrieb die Funktion als Möglichkeit, eine Nachricht jetzt zu verfassen und sie bis zu zwei Wochen später senden zu lassen.
So funktioniert die Planung
Um eine Nachricht zu planen, tippt der Nutzer sie in einen Chat ein und hält die Senden-Taste gedrückt, statt sie anzutippen. Am unteren Bildschirmrand öffnet sich ein Fenster, in dem Sendedatum und -uhrzeit gewählt werden können. Die Nachricht wird zur gewählten Zeit gesendet, auch wenn das Gerät offline ist oder die App geschlossen wurde. Geplante Nachrichten können Text, Links, Fotos und Videos enthalten und bleiben durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt. Einer einzelnen geplanten Nachricht kann nur ein Foto oder ein Video angehängt werden. Geplante Nachrichten erscheinen in einem eigenen Bereich des Chat-Info-Bildschirms, wo sie vor dem Versand eingesehen, verwaltet und gelöscht werden können.
Grenzen und Gruppenchats
Eine Nachricht muss mindestens 10 Minuten im Voraus und höchstens zwei Wochen im Voraus geplant werden. In Gruppenchats wird die Nachricht nur an Mitglieder zugestellt, die zum Zeitpunkt der Planung in der Gruppe waren – wer später beitritt, erhält sie nicht. Empfänger werden nicht darüber informiert, dass eine Nachricht geplant wurde, und sie erhalten keine Benachrichtigung, wenn der Absender sie vor der Zustellung löscht. WaBetaInfo zufolge können Empfänger überhaupt nicht sehen, dass eine Nachricht zurückgehalten wurde. Nutzer, die eine Nachricht planen, können sie daher ändern oder abbrechen, ohne dass der Empfänger von ihrer Existenz erfährt.
Warum die Planung für Arbeitsnachrichten wichtig ist
Die Planung ist vor allem für die Arbeitskommunikation von Bedeutung, da mehrere europäische Länder die Kontaktaufnahme mit Beschäftigten außerhalb der Arbeitszeiten einschränken. Frankreich räumte Beschäftigten 2017 ein Recht ein, E-Mails nach Feierabend zu ignorieren – für Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern –, und Italien erließ im selben Jahr eine Regelung. Spanien und Belgien folgten 2018, Belgien regelte es 2022 erneut, und Portugal, Irland und Griechenland taten dies 2021. Die Slowakei erließ 2024 eine Regelung. Portugals Arbeitsgesetzbuch schränkt die Kontaktaufnahme mit Beschäftigten außerhalb der Arbeitszeiten ein, außer in Notfällen, und sieht Bußgelder der Aufsichtsbehörde vor.
- Frankreich räumt Beschäftigten ein Recht ein, E-Mails nach Feierabend zu ignorieren – für Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern; Italien erlässt im selben Jahr eine Regelung
- Spanien und Belgien erlassen Grenzen für die Kontaktaufnahme außerhalb der Arbeitszeiten
- Portugal, Irland und Griechenland erlassen Grenzen für die Kontaktaufnahme außerhalb der Arbeitszeiten
- Belgien regelt die Kontaktaufnahme außerhalb der Arbeitszeiten erneut
- Die Slowakei erlässt Grenzen für die Kontaktaufnahme außerhalb der Arbeitszeiten
Da eine geplante Nachricht nur ihren Sendezeitpunkt trägt, würde eine spät in der Nacht verfasste und am Morgen zugestellte Nachricht so erscheinen, als sei sie zum Zustellzeitpunkt verfasst worden. Die Funktion verändert somit den Zeitstempel, den Empfänger sehen, und nicht die Uhrzeit, zu der eine Nachricht verfasst wurde.
Verfügbarkeit
Die Funktion ist derzeit für einige Tester in der Android-Beta sichtbar. Europa Press und Engadget erklären übereinstimmend, dass sie in den kommenden Wochen weitere Konten erreichen wird. WhatsApp hat nicht angekündigt, wann die Funktion alle Nutzer erreichen wird, und Details können sich vor dem Start noch ändern. Nutzer, die sie testen möchten, müssen laut GSM Arena am WhatsApp-Beta-Programm im Google Play Store teilnehmen. Die Funktion wurde bisher nur für Android gemeldet.


