
Vier Tote durch West-Nil-Virus in Griechenland – 21 neue Fälle in einer Woche
Die griechische Gesundheitsbehörde hat für 2026 insgesamt 42 inländische West-Nil-Virus-Infektionen und vier Todesfälle registriert, allein in der vergangenen Woche kamen 21 neue Fälle hinzu. Die meisten Fälle konzentrieren sich auf Attika, fünf Patienten befinden sich weiterhin auf der Intensivstation.
Steigende Fallzahlen und Todesfälle
In ihrem wöchentlichen epidemiologischen Update vom 29. Juli 2026 meldete die griechische Nationale Organisation für öffentliche Gesundheit (EODY) insgesamt 42 inländisch erworbene West-Nil-Virus-Infektionen seit Beginn der Überwachungssaison 2026. Bei 37 Patienten zeigten sich Anzeichen einer Beteiligung des zentralen Nervensystems – Enzephalitis, Meningitis oder akute schlaffe Lähmung –, während die übrigen fünf eine mildere Erkrankung durchmachten. Allein in der Vorwoche wurden 21 neue Fälle diagnostiziert oder gemeldet, wodurch die Gesamtzahl auf 42 stieg. Vier Personen, alle über 65 Jahre, starben nach der Entwicklung einer neuroinvasiven Erkrankung. Die EODY warnte, dass in den kommenden Wochen weitere Fälle wahrscheinlich seien, sowohl in bereits betroffenen Gebieten als auch an neuen Orten, die nicht präzise vorhergesagt werden könnten.
Klinische Belastung und Krankenhausaufenthalte
Zum 29. Juli befanden sich noch 13 Patienten im Krankenhaus: acht auf der Normalstation und fünf auf der Intensivstation. Seit Saisonbeginn wurden 25 Menschen entlassen. Das Altersprofil der Todesfälle entspricht historischen Beobachtungen zum West-Nil-Fieber, bei dem ältere Erwachsene das höchste Risiko für schwere neurologische Komplikationen tragen. Die Behörde machte keine detaillierten Angaben zu Alter oder Vorerkrankungen der noch in Behandlung befindlichen Patienten.
Intensive Übertragung in Attika und geografische Verteilung der Fälle
Der Ausbruch konzentriert sich überwiegend auf die Region Attika, wobei die EODY die Zirkulation des Virus in diesem Jahr als besonders intensiv beschreibt. Fälle wurden in 21 Gemeinden innerhalb von acht Regionalbezirken bestätigt – Ostattika, Nordathen, Zentralathen, Südathen, Westattika, Karditsa, Larisa und Pella –, die sich über die Verwaltungsregionen Attika, Thessalien und Zentralmakedonien erstrecken. Die Gemeinde Spata-Artemidos verzeichnete mit neun Infektionen die höchste Zahl; Pallini und Markopoulo Mesogeas meldeten jeweils vier, Larisa drei und Vari-Voula-Vouliagmeni, Kropia, Agia Paraskevi und Glyfada jeweils zwei Fälle. Dreizehn weitere Gemeinden verzeichneten einen Einzelfall: Lavreotiki, Paiania, Rafina-Pikermi, Nea Ionia, Chalandri, Papagou-Cholargou, die 6. Stadtgemeinde von Athen, Ilioupoli, Fyli, Palama, Tempi, Pella und Skydra.
- Spata-Artemidos
- 9 Fälle
- Pallini
- 4 Fälle
- Markopoulo Mesogeas
- 4 Fälle
- Larisa
- 3 Fälle
- Vari-Voula-Vouliagmeni
- 2 Fälle
- Kropia
- 2 Fälle
- Agia Paraskevi
- 2 Fälle
- Glyfada
- 2 Fälle
Hochrisikozonen und Schutzmaßnahmen
Neben den 21 betroffenen Gemeinden führt die EODY eine separate Liste von Hochrisikogebieten. Nach der Kategorisierung der Behörde gilt eine Gemeinde als betroffen, sobald in der aktuellen Übertragungssaison mindestens ein menschlicher Fall registriert wird, während der Hochrisikostatus Orten zugewiesen wird, in denen noch keine menschlichen Infektionen aufgetreten sind, bei denen aber das Zusammentreffen mehrerer Indikatoren – Nähe zu betroffenen Gemeinden, lokale Geomorphologie, historische epidemiologische Daten sowie Ergebnisse der Mücken- und Tierüberwachung – auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Übertragung hindeutet. Die Hochrisikoliste, aktualisiert zum 27. Juli, umfasst die Gemeinden Amarousio, Heraklio, Filothei-Psychiko sowie die 1. und 4. Stadtgemeinde der Stadt Athen. Diese Einstufungen lösen verstärkte Blutspendemaßnahmen und andere gesundheitliche Vorsichtsmaßnahmen aus, noch bevor menschliche Fälle auftreten. Alle vier Hochrisikozonen sind derzeit noch frei von bestätigten menschlichen Infektionen, aber der saisonale Trend und die bereits hohe Belastung in den Nachbarbezirken deuten darauf hin, dass sich ihr Status in den kommenden Wochen ändern könnte.


