
Werth gewinnt 14. WM-Medaille, Jung holt Vielseitigkeits-Gold in Aachen
Isabell Werth holte in Aachen mit Bronze in der Dressur-Kür ihre 14. WM-Medaille, während Michael Jung am Sonntag in der Vielseitigkeit Einzel-Gold und Mannschafts-Silber gewann.
Werths 14. WM-Medaille
Isabell Werth, die 57-jährige deutsche Dressurreiterin, gewann am Samstagabend bei den Pferdesport-Weltmeisterschaften in Aachen mit der Stute Wendy Bronze in der Kür. Mit diesem Bronze erhöhte sie ihre WM-Bilanz auf 14 Medaillen, davon zehn Goldene. Werth, die als letzte Starterin das mit 40.000 Zuschauern gefüllte Stadion betrat, zeigte eine temperamentvolle Vorstellung, die stehende Ovationen und minutenlangen Applaus auslöste. Sie war in den Wettkampf gegangen und wusste, dass Gold wohl außer Reichweite war.
Ich habe eigentlich nicht gedacht, dass es reicht. Aber ich wollte natürlich irgendwie einen Podestplatz ergattern. Deshalb lautete mein Motto: Flug nach vorne und Risiko, Risiko, Risiko.
Werth ballte die Faust, als sie aus dem Stadion ritt. Ihr erster Kommentar war: „Wer nichts wagt, gewinnt nichts." Sie beschrieb die Energie der Menge, die die Reiter durch den Wettkampf trage, und lobte die Atmosphäre unter Flutlicht, die sich wie ein Fußballspiel anfühlte, 20 Jahre nach dem Sommermärchen der Pferdesport am selben Ort während der Weltmeisterschaft 2006.
Charlotte Fry verteidigt Titel
Großbritanniens Charlotte Fry, 40, gewann mit Glamourdale Gold und verteidigte damit den Titel, den sie erstmals 2022 errungen hatte. Sie hatte am Vortag auch den Grand Prix Special gewonnen. Fry musste als letzte Konkurrentin auf Werths Ergebnis warten, bevor ihr Sieg bestätigt wurde.
Ich habe immer Angst vor Isabell. Wenn Isabell noch reitet, muss man mit allem rechnen. Ich weiß, wozu sie fähig ist.
Fry beschrieb die Erfahrung als „einfach wow" und sagte, Glamourdale habe „keinen einzigen Huf falsch gesetzt." Dänemarks Cathrine Laudrup-Dufour holte mit Freestyle Silber, während Belgiens Justin Verboomen mit Zonik Vierter wurde. Deutschlands Raphael Netz belegte mit Camelot den achten Platz, Frederic Wandres wurde mit Bluetooth 15.
Hemmer verzichtet auf Kür
Katharina Hemmer, deutsche Mannschafts-Weltmeisterin, entschied sich, nach ihrem Einzel-Bronze im Grand Prix Special nicht an der Kür teilzunehmen. Sie führte eine kurze Verletzungspause ihres Pferdes Denoix früher in der Saison an, die es ihr verwehrt hatte, die Kür bei den Deutschen Meisterschaften in Balve und beim Nations Cup in Hagen vorzubereiten.
Wir hatten dieses Jahr eine kurze Verletzungspause. Deshalb konnte ich unsere Kür weder bei den Deutschen Meisterschaften in Balve noch beim Nations Cup in Hagen zeigen. Dementsprechend ist sie nicht so vorbereitet, wie ich es mir wünschen würde, um bei einer Weltmeisterschaft eine Kür zu zeigen.
Michael Jung doppelt in der Vielseitigkeit nach
Am Sonntag gewann der 44-jährige Michael Jung in der Vielseitigkeit Einzel-Gold und mit der deutschen Mannschaft Mannschafts-Silber. Jung, dreimaliger Olympiasieger im Einzel, legte mit einer starken Geländerunde am Samstag auf Chipmunk den Grundstein für seinen Sieg, bei dem er alle 24 Hindernisse fehlerfrei überwand. Als letzter Starter in der Springphase bewahrte er die Nerven, um beide Medaillen zu sichern.
Er war so kraftvoll. Er kämpft, er galoppiert, ein unglaubliches Pferd!
Das deutsche Vielseitigkeitsteam, dem auch Julia Krajewski mit Nickel, Malin Hansen-Hotopp mit Carlitos Quidditch und Libussa Lübbeke mit Caramia angehörten, holte Silber hinter der britischen Equipe. Krajewski, die Olympiasiegerin von Tokio, fiel nach der Dressur von Platz eins auf Platz 20 der Einzelwertung zurück, nachdem sie auf dem 5,6 Kilometer langen Geländeparcours eine sicherere, aber längere Linie gewählt hatte.
- Fry gewinnt Gold im Grand Prix Special mit Glamourdale; Hemmer holt Einzel-Bronze
- Jungs Geländeritt mit Chipmunk, 24 Hindernisse fehlerfrei
- Werth gewinnt Bronze in der Kür (14. WM-Medaille); Fry gewinnt Kür-Gold mit Glamourdale
- Jung gewinnt Einzel-Gold und Mannschafts-Silber in der Vielseitigkeit; britisches Team holt Mannschafts-Gold


