Kurz gefasst
- Phase 1: manuelles FahrenBerufsfahrer steuern Jaguar I-PACE, um Straßen- und Stadtdaten zu sammeln
- Phase 2: überwachte AutonomieDie Autos fahren autonom, ein Spezialist am Steuer überwacht den Betrieb
- Phase 3: fahrerloser Betrieb, 2027Vollständig fahrerloser Fahrgastbetrieb in der Hauptstadt Madrid, in Alcobendas und in Getafe
Stufenweiser Start in Madrid
Waymo erklärt, die Grundlagen dafür zu legen, seinen fahrerlosen Fahrdienst nach Spanien zu bringen – beginnend mit der Region Madrid. Das Unternehmen will 2027 die ersten Fahrgäste begrüßen, Madrid wird seine erste Region in dem Land sein. Die elektrischen Jaguar I-PACE sind unterwegs und sollen in den kommenden Wochen auf den Straßen der Stadt auftauchen. Der Start erfolgt stufenweise: Zunächst wird manuell gefahren, um Straßen- und Stadtdaten zu sammeln, dann folgt eine Testphase, in der ein Spezialist am Steuer das Auto überwacht, und schließlich 2027 der vollständig fahrerlose Betrieb.
„Madrid wird die erste Waymo-Region in Spanien sein, was den Beginn einer langfristigen Verpflichtung des Unternehmens in dem Land markiert.“
Fahrzeuge und behördliche Genehmigungen
Die Tests laufen nach den Regeln der Generaldirektion für Verkehr (DGT) für Tests autonomer Fahrzeuge der Stufe 4, Instrucción VEH 2025/07. Berichten zufolge verfügen die Fahrzeuge über die nötigen Genehmigungen, um in der Hauptstadt Madrid, in Alcobendas und in Getafe legal auf öffentlichen Straßen zu fahren – tagsüber wie nachts. Alle Fahrzeuge tragen rote Kennzeichen, ein vorläufiges Format, das Unternehmen aus der Automobilbranche erhalten, damit Fahrzeuge ohne reguläre Zulassung eingeschränkt am Verkehr teilnehmen können. Die Robotaxis nutzen die fünfte Generation des Waymo Driver mit Lidar-Sensoren, Radar und 29 Kameras, die eine 360-Grad-Rundumsicht um das Fahrzeug ermöglichen. Bevor ein Auto in einem Gebiet selbstständig fährt, erstellt Waymo eine hochdetaillierte Karte mit Fahrbahnmarkierungen, Stoppschildern, Bordsteinen und Kreuzungen, damit das System nicht allein auf GPS angewiesen ist. Das Unternehmen startet mit einer kleinen Flotte und will schrittweise ausbauen.
Sicherheitsversprechen und Bilanz
Waymo gibt an, bis Ende 2025 mehr als 20 Millionen bezahlte Fahrten absolviert zu haben – viermal so viele wie 2024 insgesamt – und inzwischen mehr als 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche anzubieten. Europa Press berichtet, der Waymo Driver habe im Ride-Hailing-Betrieb mehr als 483 Millionen Kilometer vollständig autonom zurückgelegt, während El País von mehr als 450 Millionen Kilometern auf öffentlichen Straßen spricht. Im Vergleich mit menschlichen Fahrern über mehr als 400 Millionen Kilometer im reinen Fahrgastbetrieb meldet Waymo 95 % weniger Unfälle mit schweren oder tödlichen Verletzungen, 93 % weniger Zusammenstöße mit Fußgängern mit Verletzungsfolgen und 86 % weniger Kollisionen mit Radfahrern mit Verletzungsfolgen – unabhängig von der Schuldfrage. El País weist zudem darauf hin, dass 2025 in Spanien 1.119 Menschen bei Unfällen auf Landstraßen starben.
Flottenambitionen und Konkurrenz
Waymo bietet bereits in 15 US-Städten bezahlte Fahrten an, darunter Los Angeles, Miami und die San Francisco Bay Area. Semafor berichtet unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, die Flotte von rund 4.000 Robotaxis solle bis Ende 2026 auf 8.000 und bis Ende 2027 auf 20.000 wachsen; Waymo wollte dazu keine Stellung nehmen. Der Plan folgt auf einen Kredit über 5 Mrd. Dollar im Oktober 2026, die erste Schuldenfinanzierung des Unternehmens, an der unter anderem PIMCO, Blackstone und Sixth Street beteiligt sind. Ein Großteil des Wachstums stützt sich auf den Ojai-Van, der auf Zeekr-Fahrzeugen von Geely aus China basiert und den Waymo in einem Werk in Mesa, Arizona, mit dem eigenen System ausstattet.
- Gemeldete aktuelle Flotte
- 4000 Robotaxis
- Ziel Ende 2026
- 8000 Robotaxis
- Ziel Ende 2027
- 20000 Robotaxis
Daten aus dem Artikeltext
Offene Fragen in Spanien
Uber will bis Ende 2026 in Madrid starten, und WeRide und Uber halten bereits Spaniens erste Genehmigung für fahrerlose Autos. In der ersten Phase sind Fachleute an Bord der Waymo-Fahrzeuge; zudem will das Unternehmen die Rettungsdienste mit seiner Technologie vertraut machen. Ein konkretes Startdatum wurde nicht genannt, auch die Preise sind nicht bekannt. Die Flottenexpansion folgt auf eine Pause: Im Mai hatte Waymo den Dienst in fünf US-Städten ausgesetzt, weil seine Autos wiederholt in überflutete Straßen gefahren waren.