Entdeckungen · Pamplona und Tokio
Menschen weltweit bevorzugen instinktiv Linkskurven beim Gehen – und die Wissenschaft hat keine Erklärung
Wenn sich Menschen in einem Raum, auf der Straße oder in einem Innenhof frei bewegen können, biegen sie von Spanien bis Japan überwiegend gegen den Uhrzeigersinn ab. Das Muster zeigt sich unabhängig von Alter, Kultur und Händigkeit, doch sein Ursprung bleibt ein Rätsel.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von watson.ch/, Gizmodo und Corriere della Sera. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Fünf Experimente mit 573 Teilnehmern in Spanien und Japan ergaben, dass sich Menschen unabhängig von Umgebung, Alter, Geschlecht oder Gruppengröße gegen den Uhrzeigersinn bewegen.
Händigkeit, Fuß-/Augendominanz, Kultur und räumliche Anordnung wurden ausgeschlossen. Die Tendenz bleibt ungeklärt.
Forscher bemerkten das Muster bei der Analyse von Aufnahmen zum Social Distancing während der Pandemie.
Ein Zufallsfund
Forscher, die während der Covid-19-Pandemie das Social Distancing untersuchten, stießen auf eine seltsame Verhaltenskonstante: In 32 von 33 Versuchen entschieden sich die Teilnehmer beim Bewegen im Raum für eine Drehung gegen den Uhrzeigersinn. Die Entdeckung hatte nichts mit der ursprünglichen Studie zu tun, war aber zu auffällig, um sie zu ignorieren.
Replikation der Tendenz über Kontinente hinweg
Um ökologische Besonderheiten auszuschließen, verlagerte das Team um Claudio Feliciani von der Waseda-Universität (Tokio) und Iñaki Echeverría-Huarte von der Universität Navarra das Experiment ins Freie. Eine Drohne filmte etwa 100 Jugendliche in einem Schulhof, die sich frei bewegen konnten. Innerhalb von Sekunden bewegten sich etwa 80 % gegen den Uhrzeigersinn.
„Die Tendenz zeigt sich fast sofort; sie ist nicht schleichend.“
Als die Wissenschaftler den Versuchsaufbau in Japan replizierten, wo Fußgänger links gehen, erwarteten sie eine Bevorzugung des Uhrzeigersinns. Doch das gleiche Muster gegen den Uhrzeigersinn trat auf – 75 % der Teilnehmer bogen links ab, selbst wenn sie alleine gingen.
- In einer Gruppe (im Freien)
- 80 %
- Alleine
- 75 %
Daten aus dem Artikeltext
Das Offensichtliche ausschließen
Händigkeit, Fußdominanz, Augendominanz, Geschlecht und sogar kulturelle Normen für die Straßenseite wurden getestet und ausgeschlossen. Um zu prüfen, ob die Tendenz eine erlernte soziale Konvention ist, analysierte das Team Videos von 52 Kindern, die in einem japanischen Kindergarten frei zu Musik herumliefen. Auch diese Kinder bewegten sich gegen den Uhrzeigersinn.
„Das war völlig unerwartet. Man stellt sich vor, dass Menschen beim zufälligen Umhergehen instinktiv so abbiegen, wie es ihre Bedürfnisse erfordern, ohne Anzeichen einer allgemeinen Präferenz. Aber es gab eine deutliche, messbare Tendenz, dass Menschen sich unter sonst gleichen Bedingungen eher gegen als mit dem Uhrzeigersinn drehen.“
Was bleibt
Nachdem alle individuellen Faktoren ausgeschlossen wurden, kommt die in Nature Communications veröffentlichte Studie zu dem Schluss, dass die Tendenz auf einem noch nicht identifizierten Mechanismus beruht. Die Autoren schlagen vor, dass dies die Gestaltung öffentlicher Räume, Modelle für Menschenmengen und die Evakuierungsplanung beeinflussen könnte. Vorerst bleibt der Linksdrall eine offene Frage.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Claudio Feliciani
- Co-Autor der Studie, Forscher an der Waseda-Universität (Tokio), zuvor an der Universität Tokio tätig
- Iñaki Echeverría-Huarte
- Erstautor der Studie, angewandter Physiker an der Universität Navarra, Spanien
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