
Warschau beginnt mit dem Bohren des 2,4 km langen Sammlers Mokotowski Bis unter der Wisłostrada
Die 107 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine Jolanta wird 2.378 Meter unterirdischen Tunnels entlang der Czerniakowska- und der Solec-Straße ausheben, um das städtische Regenrückhaltevolumen um 17.000 Kubikmeter zu erweitern.
Spezifikationen und Route der Tunnelbohrmaschine
Der kommunale Wasserversorger Warschaus, MPWiK, bereitet den Start der unterirdischen Grabungsarbeiten für den zweiten Ast des Abwassersammlers Mokotowski Bis vor. Die Arbeiten werden von einer Tunnelbohrmaschine namens Jolanta ausgeführt, die 107 Tonnen wiegt und einen Schneidraddurchmesser von 3,4 Metern aufweist. Der unterirdische Vortrieb soll Anfang Oktober 2026 beginnen und unter der Wisłostrada entlang der Czerniakowska- und der Solec-Straße in Richtung Płyta Desantu voranschreiten. Die gesamte unterirdische Strecke umfasst eine Länge von 2.378 Metern, aufgeteilt in drei aufeinanderfolgende Abschnitte von 853 Metern, 711 Metern und 814 Metern. Die Arbeitstiefe der Maschine liegt zwischen 10 und 15 Metern unter Straßenniveau; nahe der Kreuzung Czerniakowska/Gagarina verläuft sie 10 Meter tief und erreicht bei Płyta Desantu 15 Meter.
- Abschnitt 1
- 853 m
- Abschnitt 2
- 711 m
- Abschnitt 3
- 814 m
Kapazitätserweiterung und Pumpinfrastruktur
Der neue 2,4 Kilometer lange Tunnel wird mehr als 17.000 Kubikmeter Rückhaltevolumen für überschüssiges kommunales Abwasser und Regenwasser hinzufügen. Zusammen mit dem ersten Ast wird das Sammlersystem Mokotowski Bis die Gesamtrückhaltekapazität des Warschauer Kanalnetzes um mehr als 23.000 Kubikmeter erhöhen. Nahe Płyta Desantu werden die Bautrupps zudem eine neue Pumpstation errichten. Diese Anlage wird das gesammelte Gemisch aus Abwasser und Regenwasserabfluss aktiv in den bestehenden Nabrzeżny-Sammler pumpen. Die Infrastruktur dient als unterirdischer Puffer, der lokale Überschwemmungen und Netzüberlastungen bei Starkregen verhindern soll.
Jarosław Robak, Leiter der Projektdurchführungseinheit bei den Warschauer Wasserwerken, erläuterte die operativen Ziele des neuen Rückhaltesystems.
Der Sammler Mokotowski Bis wird das bestehende Kanalnetz entlasten und bei starkem Regen einen zusätzlichen Rückhalteraum schaffen. Diese Lösung wird eine effizientere Ableitung überschüssigen Regenwassers ermöglichen und die Stadt besser auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereiten.
Projektzeitplan und Baukosten
Die Tunnelbohrmaschine Jolanta soll alle Aushubarbeiten in den drei unterirdischen Abschnitten in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 abschließen. Nach Abschluss des Vortriebs, der sekundären Betonarbeiten und der technischen Ausrüstung soll das gesamte Sammlersystem in der ersten Hälfte des Jahres 2029 in Betrieb gehen. Der kommunale Versorger hat für die Investition in den zweiten Ast rund 218,5 Millionen PLN netto veranschlagt. Das Projekt setzt auf Microtunneling-Verfahren, um den großen Sammler zu errichten, ohne den Fahrzeugverkehr auf dem stark befahrenen Korridor der Wisłostrada zu beeinträchtigen.
- Erster Ast entlang der Gagarina-Straße geht in Betrieb
- Tunnelbohrmaschine Jolanta beginnt mit dem Vortrieb des zweiten Astes
- Tunnelbohrmaschine Jolanta schließt die unterirdischen Vortriebsarbeiten ab
- Zweiter Ast des Sammlers wird in Betrieb genommen
Integration in das Warschauer Rückhaltenetz
Der neue Tunnel bildet die zweite Phase des Projekts Mokotowski Bis und erweitert den ersten, 1,2 Kilometer langen Ast, der entlang der Gagarina-Straße gebaut wurde. Dieser erste Abschnitt ist seit 2024 in Betrieb und entlastet bereits das Warschauer Mischkanalsystem bei Starkregen. Die beiden Äste werden direkt an der Kreuzung Czerniakowska/Gagarina verbunden, um überschüssige Zuflüsse nordwärts in Richtung Weichsel zu leiten. Das Projekt Mokotowski Bis ist Teil eines größeren kommunalen Rückhaltenetzes, zu dem zwei bereits fertiggestellte Leitungen gehören, die Sammler Lindego Bis und Wiślany.
