
Wal ‚Timmy‘ überlebte nach Freilassung in der Nordsee vier bis fünf Tage, zeigen Trackingdaten
Der umstritten freigelassene Buckelwal schwamm 215 Kilometer, bevor er starb, wie ein Satellitensender zeigt. Ergebnisse vorgestellt von Umweltminister in Schwerin.
Trackingdaten zeigen Überlebensfenster
Der Buckelwal mit dem Spitznamen ‚Timmy‘, der in der Ostsee mehrfach gestrandet war, lebte nach seinem Transport in die Nordsee und der Freilassung am 2. Mai etwa vier bis fünf Tage. Ausgewertete Daten eines Satellitensenders am Tier zeigen, dass die Übertragung zwischen dem 6. und 7. Mai stoppte, so Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus. Der Wal legte nach seiner Freilassung rund 215 Kilometer zurück, die Bewegungslinien führten westlich von Skagen.
Der Wal ist nicht unmittelbar nach der Freilassung verendet; er hat gelebt und ist getaucht.
Umstrittene Rettungsaktion verteidigt
Eine private Initiative hatte den Wal im Bereich der Wismarbucht auf einen Lastkahn verladen und später im Skagerrak auf die offene See gezogen. Meeresbiologen hatten die Aktion als Tierquälerei kritisiert und gewarnt, dass das kranke und geschwächte Tier zusätzlichem Stress ausgesetzt sei und wahrscheinlich bald sterben werde. Backhaus sagte vor Journalisten in Schwerin, sein Ministerium halte den Rettungsversuch ‚rechtlich und fachlich für vertretbar‘ und bezeichnete ihn als ‚erfolgreich‘, um den Wal in die Nordsee zu bringen.
Es gibt keine belastbaren Hinweise darauf, dass der Transport oder die Freilassung unmittelbar zum Tod des Tieres beigetragen haben.
Backhaus fügte hinzu, Deutschland sei auf Strandungen solcher Tiere nicht vorbereitet, und es gebe ‚hohen Nachholbedarf‘.
Obduktion und Kadaververwertung
Der Wal, ein Weibchen, wurde am 14. Mai tot treibend nahe der dänischen Insel Anholt entdeckt, der Sender am 16. Mai geborgen. Vorläufige Obduktionsbefunde zeigten keine Hinweise auf schwere äußere oder innere Verletzungen, Gewalteinwirkung oder Fremdkörper im Körper. Organuntersuchungen stehen noch aus. Der Kadaver wurde an das dänische Verwertungsunternehmen Daka in Randers übergeben, wo Fett zu Biodiesel verarbeitet wird und Knochen, Sehnen und Haut zu Mehl für die Biomasseverbrennung gemahlen werden. Einige Knochen gehen in die Sammlung des Naturhistorischen Museums in Kopenhagen.
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Offene Fragen
Während der Bewegungsradius nun klar ist, müssen andere Sensordaten noch ausgewertet werden. Die private Initiative hat weitere Aufzeichnungen, die voraussichtlich in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. Das Ministerium erklärte, die Senderdaten lieferten wichtige Erkenntnisse für eine Gesamtbewertung des Falls.


