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Entdeckungen·vor 2 Std.

Minister präsentiert Bewegungsdaten des toten Buckelwals „Timmy“ nach gescheiterter Rettungsaktion

Der Satellitensender einer als „Timmy“ bekannten Buckelwalkuh wurde ausgewertet, nachdem das Tier nach einer umstrittenen privaten Umsiedlungsaktion verendet war. Umweltminister Till Backhaus wird nun die Ergebnisse präsentieren.

Datenauswertung abgeschlossen

Knapp sechs Wochen, nachdem der Buckelwal mit dem Spitznamen Timmy im Skagerrak freigelassen und dann tot auf einer dänischen Insel gefunden wurde, ist der am Tier angebrachte Satellitensender ausgelesen worden. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) will die Ergebnisse vorlegen, wie das Ministerium mitteilte. Die Daten sollen Aufschluss über die Bewegungen des Wals nach seiner Freilassung am 2. Mai geben.

Lange Odyssee von Poel bis Skagen

Die weibliche Buckelwalkuh wurde erstmals am 3. März 2026 im Wismarer Hafen gesichtet. Nach einer Reihe von Strandungen lag das stark geschwächte Tier ab dem 31. März vor der Insel Poel. Eine private Initiative verlud den Wal am 28. April auf einen Lastkahn und transportierte ihn in Richtung Nordsee. Das Tier wurde am 2. Mai rund 70 Kilometer vor Skagen im Skagerrak freigelassen.

Timmy der Buckelwal – Zeitleiste der Ereignisse
  1. Wal erstmals im Wismarer Hafen gesichtet.
  2. Auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand gestrandet.
  3. Stark geschwächt, legt sich vor die Insel Poel.
  4. Lastkahntransport in Richtung Nordsee beginnt.
  5. Im Skagerrak freigelassen, 70 km vor Skagen.

Senderprobleme und fehlende Daten

Laut Vereinbarung sollte der Sender nach der Freilassung Standort- und Bewegungsdaten direkt an das Umweltministerium übermitteln. Es ging keine Übertragung ein. Die Initiative führte technische Probleme mit dem Satellitensender an; Experten wiesen darauf hin, dass das Gerät vor dem Einsatz nie getestet oder initialisiert worden war – ein Standardverfahren für Wildtiersender von Herstellern wie Wildlife Computers. Der Sender sendete nie GPS-Positionen, und obwohl er zunächst möglicherweise einige Tauchtiefen aufgezeichnet hatte, wurden auch diese Daten nie übertragen.

Bergung der gespeicherten Daten

Der Zugriff auf die gespeicherten Informationen wurde erst möglich, nachdem der Kadaver etwa zwei Wochen nach der Freilassung tot auf der dänischen Insel Anholt angespült worden war. Das Gerät wurde nach Deutschland gebracht und der Onboard-Speicher anschließend ausgewertet. Da der Sender keine medizinischen Sensoren besaß, wurden keine Vitalparameter wie Herz- oder Atemfrequenz erfasst.

Offene Fragen bleiben

Der stark verweste Kadaver wurde in Dänemark obduziert, ohne dass eine konkrete Todesursache festgestellt werden konnte. Die Überreste sollen zu Biodiesel verarbeitet werden. Die bevorstehende Präsentation von Backhaus wird voraussichtlich Aufschluss darüber geben, wie lange und wie aktiv sich der Wal nach seiner Freilassung bewegt hat und ob die in einigen Berichten erwähnten Transportverletzungen zu seinem Tod beigetragen haben.

Schwerin · Poel · Skagen · Anholt

4 Quellen

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